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Sport „Quali“ im Wasser: Doppelschicht für Vettel & Co
Sportbuzzer Sport „Quali“ im Wasser: Doppelschicht für Vettel & Co
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12:33 09.10.2010
Quelle: dpa
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Sebastian Vettel übte sich zum Scherz im Trockenschwimmen, in der Boxengasse spielten sie mit Modellschiffchen: Die Formel-1-Qualifikation zum Großen Preis von Japan ist am Samstag dem Dauerregen von Suzuka zum Opfer gefallen. Der 5,807 Kilometer lange Suzuka Circuit stand völlig unter Wasser. „Man ist dann mehr Passagier als Fahrer, der das Auto kontrolliert“, sagte Vettel.

Die K.o.-Ausscheidung um die Startplätze für das viertletzte Saisonrennen soll am Sonntagmorgen um 10 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) nachgeholt werden. „Das Geheimnis ist, ausgeruht in den Tag zu starten“, betonte Vettel und kündigte an, entsprechend früh ins Bett zu gehen. Denn fünf Stunden nach dem Ausscheidungsfahren steht ja noch das Rennen auf dem Programm.

Dreimal wurde der Beginn der Qualifikation um jeweils eine halbe Stunde verschoben. Zu lange hinauszögern konnte die Rennleitung das Qualifying aber so einfach nicht. Zwei Stunden nach der Verkündung war es bereits finster im Land des Lächelns.

Vor sechs Jahren wurde die Qualifikation wegen einer Warnung vor dem Taifun „Ma on“ am Samstag gestrichen. Am Rennsonntag holte sich Rekordchampion Michael Schumacher dann die Pole und anschließend den Sieg. „Es war ein bisschen spaßiger damals, weil wir ganz frei hatten“, erinnerte sich der mittlerweile 41-Jährige an Suzuka 2004.

Damals mussten die Piloten nicht wie diesmal in der Box ausharren und warten, bis das Qualifying auf Sonntag verschoben wurde. Sollte die Qualifikation dann aber gänzlich ausfallen, entscheiden die Rennkommissare neu über den weiteren Verlauf des jetzt schon chaotischen Grand-Prix-Wochenendes, an dem diesmal allein der Regen schuld war.

Spätestens am Sonntagnachmittag soll es zumindest trocken sein. „Je mehr jetzt runterkommt, desto weniger kann ja übrig bleiben“, meinte der WM-Vierte Vettel und rätselte angesichts des Dauerregens: „Ich weiß nicht, wo das ganze Zeug herkommt.“

Bereits beim Training am Samstagmorgen hatten fast alle Piloten um den deutschen WM-Anwärter im Red Bull auf eine gezeitete Runde verzichtet. Lediglich Jaime Alguersuari aus Spanien im Toro Rosso und Timo Glock im Virgin hatten sich für eine Runde unter vermeintlichen Rennbedingungen entschieden. Der Wersauer war über eine halbe Minute langsamer als Vettel am Freitag, als der Heppenheimer im Red Bull bei trockenen Bedingungen noch die Trainingsbestzeit aufgestellt hatte.

Die Zuschauer versteckten sich unter Schirmen oder Regencapes. Durch die Boxengasse jagten die Mechaniker Modellschiffchen und selbst gebastelte Flöße. Der Wersauer Timo Glock spielte in der Virgin-Garage mit seinen Mechanikern Karten. Und Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer wurde zum meistbeschäftigten Fahrer am Nachmittag.

Anders als bei der Marathon-Qualifikation im vergangenen Jahr in Sao Paulo, die nach fast drei Stunden ein Ende gefunden hatte, wurde die Strecke diesmal erst gar nicht freigegeben. Damit kommt auf die fünf WM-Kandidaten um Vettel und die weiteren Piloten sowie ihre Crews an diesem Sonntag eine Doppelschicht zu.

Für Vettel geht es beim viertletzten Saisonrennen (Start 8 Uhr MESZ/RTL und Sky) darum, den 21-Punkte-Rückstand auf Teamkollege Mark Webber zu verringern und sich in der WM-Wertung von Platz vier aus weiter nach vorn zu arbeiten. Derzeit hat der Heppenheimer 181 Punkte, einen weniger als der drittplatzierte Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes (182). Zweiter ist Ferrari-Star Fernando Alonso. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien hat nach zwei Siegen nacheinander nur noch elf Zähler weniger als Webber. Chancen im WM-Kampf hat auf Platz fünf auch noch Titelverteidiger Jenson Button im zweiten McLaren-Mercedes (177).

dpa

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