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Sport Reise ins Ungewisse
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09:16 20.09.2013
Von Manuel Becker
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Hannover

Und die deutschen Männer? Als Thomas Krone, der Präsident des deutschen Volleyball-Verbandes, gefragt wurde, was er von der Volleyball-Nationalmannschaft der Männer bei der Europameisterschaft erwarte, da stockte er kurz. Hinter ihm begannen die deutschen Frauen in der Berliner Max-Schmeling-Halle gerade zu begreifen, dass sie eine tolle EM gespielt hatten. Und dass ein verlorenes Finale gegen Russland zwar enttäuschend, aber auch Silber ein Riesenerfolg ist. Die Tränen wurden weggewischt, und bei der Siegerehrung strahlten sie neben den Russinnen über Platz 2.

Und die Männer? „Es wird viel schwieriger, eine Medaille zu gewinnen“, sagte Krone schließlich vorsichtig. Dann setzte er nach: „Ich erwarte eine ähnlich gute Leistung.“

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Wenn heute (17 Uhr, live bei Sport1) im polnischen Gdingen für die deutschen Männer gegen Russland die EM beginnt, die in Dänemark und Polen ausgetragen wird, dann weiß selbst Trainer Vital Heynen nicht so recht, was da auf ihn und sein Team zukommt. „Oft habe ich Antworten, heute habe ich noch viele Fragen“, sagte der Belgier. Das liegt auch daran, dass er die Mannschaft nach dem sensationellen 5. Platz bei den Olympischen Spielen in London umgebaut hat. Fünf EM-Debütanten stehen im Kader des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Da suche noch jeder seinen Platz, sagt Heynen, der zugeben muss, „dass wir angesichts der begrenzten Vorbereitungszeit noch nicht richtig zusammenwachsen konnten“. Noch sei man „keine echte Mannschaft“.

Dazu kommen noch Verletzungssorgen. Kapitän Jochen Schöps droht wegen einer Bauchmuskelzerrung für die ersten Spiele auszufallen. Und dann ist da noch Georg Grozer, der Zweimetermann, der in den vergangenen drei Jahren „Volleyballer des Jahres“ war. Zwar hat er seine Schulteroperation gut überstanden, „aber seine viermonatige Pause steckt er nicht so schnell weg“, sagt Heynen und hat die Befürchtung, „dass es zu viel für ihn wird“.

Dabei ist gerade Grozer ein enorm wichtiger Spieler für das deutsche Team. Ebenso wie Margareta Kozuch, die Kapitänin der deutschen Frauen, ist er Diagonalangreifer – und zwar einer, der wie Kozuch die Pässe bekommt, wenn es nicht läuft. Schon in London war es Grozer, der sprunggewaltig im Hinterfeld oder vorne am Netz absprang und den Ball unnachahmlich ins gegnerische Feld drosch. Von seinen Angriffen und den gefürchteten Sprungaufschlägen von „Hammer-Schorsch“, wie in manche nennen, gibt es zahlreiche YouTube-Videos. Im Training hat er von Trainer Heynen gerade den Preis als „härtester Arbeiter“ bekommen.

Als die deutschen Frauen in Berlin gegen Russland spielten, da saßen auch Grozer und das Nationalteam der Männer auf der Tribüne. Für sie geht es zum Auftakt gegen Russland – einen der EM-Favoriten. Aber was ist dem neuen deutschen Team zuzutrauen, das mit einem Durchschnittsalter von 25,5 Jahren eines der jüngsten der EM ist? Unter der Woche gewannen die deutschen Volleyballer zweimal gegen Vizeeuropameister Italien. Und auch in der Weltliga zeigte das Team starke Auftritte. Trainer Heynen ist bei den Zielen dennoch eher vorsichtig. „Es besteht die Möglichkeit, dass es komplett nicht gut läuft“, sagte er. Die deutschen Frauen hatten da mutig die Mission Gold als Ziel verkündet.

Bei der EM 2011 blamierten sich die Männer und landeten auf dem vorletzten Platz. Zwar ist die Vorrundengruppe des DVV-Teams stark, aber wenn es sie übersteht, ist durchaus mehr drin. Wäre 
Heynen so mutig wie die Frauen gewesen, das Ziel hätte lauten können: Mission Bronze. (mit: dpa)

Die deutschen Gruppenspiele bei der EM in Dänemark und Polen: RusslandDeutschland (heute, 17 Uhr), DeutschlandBulgarien (morgen, 15 Uhr), DeutschlandTschechien (Sonntag, 15 Uhr). Alle Partien der Gruppe D werden in Gdingen ausgetragen.

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