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Sport Reise ins Ungewisse für die deutschen Fußballer
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11:46 11.08.2009
Von Stefan Knopf
Plausch im Tor: 96-Keeper Robert Enke (rechts) und Torwarttrainer Andreas Köpke.
Plausch im Tor: 96-Keeper Robert Enke (rechts) und Torwarttrainer Andreas Köpke. Quelle: Oliver Lang/ddp
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Auf dem Weg nach Aserbaidschan griff Joachim Löw zu einem kleinen Vergleich. „Das hat was von einem Pokalspiel“, sagte der Bundestrainer über das bevorstehende WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend in Baku (18 Uhr, live in der ARD).

Die deutsche Elf, in Löws Bild der Bundesligist, trifft also auf den Drittligisten Aserbaidschan, und um die Erwartungen in Deutschland redete Löw auch nicht groß herum: „Wir sind Favorit“, sagte er, „und solche Gegner müssen niedergekämpft, niedergespielt werden. Sonst wird es verhängnisvoll.“

Fußballerisch ist zu der Begegnung damit auch schon das meiste gesagt; eine verhängnisvolle Affäre könnte es für die deutsche Elf in erster Linie dann werden, wenn Löws Spieler mit ihren Gedanken schon eine Ecke weiter nord-westlich sind: Am 10. Oktober spielt die deutsche Mannschaft in Moskau gegen Russland, und fast alle sehen diese Partie als Endspiel um den Gruppensieg und die damit verbundene direkte Qualifikation für Südafrika. Der Bundestrainer ist deshalb auch als Mentalcoach gefragt. „Es sind noch zwölf Punkte in der Qualifikation zu vergeben“, mahnte Löw während des Fluges also pflichtschuldig und bemühte sich sogar in 10.000 Metern Höhe um Bodenhaftung.

In fünf Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat die Nationalmannschaft Aserbaidschans erst einen Punkt geholt und damit mehr als geschossene Tore auf dem Konto (nämlich noch gar keins); furchteinflößend klingt das nicht, aber „alle Ergebnisse waren relativ knapp“, sagte Löw. 0:2 in Russland, zweimal 0:1 gegen Wales, ebenfalls 0:1 in Finnland, dazu 0:0 gegen Liechtenstein – da hob der Bundestrainer schon mal warnend den Finger. „Wenn man nicht die richtige Einstellung hat“, sagte er, „sind solche Mannschaften lange gleichwertig.“

Die deutschen Spieler sind allerdings bestens vorbereitet. Am späten Sonntagnachmittag traf sich der Tross in Frankfurt, am Abend gab es noch eine ausführliche Videoanalyse im Mannschaftshotel; Chefscout Urs Siegenthaler hatte den Gegner mehrfach beobachtet. „Aber die Frage ist nicht: Wie gut ist Aserbaidschan“, sagte Löw, „die Frage ist: Wie gut sind wir, und spielen wir unsere Stärken aus?“

Denn die Reise nach Baku ist für den Bundestrainer im doppelten Sinne eine Reise ins Ungewisse. Zum einen ist dies der erste Vergleich einer deutschen Elf mit der Auswahl des Kaukasus-Staates, zum anderen flog Löw am Montag mit Spielern ans Kaspische Meer, die selbst gerade erst in die Saison gestartet sind und erst einen Bundesligaspieltag hinter sich haben. „Dass wir noch nicht den Rhythmus haben wie nach fünf, sechs Spieltagen, ist klar“, sagte Löw, „es gibt angenehmere Situationen für uns.“

Es ist schon mancher Bundesligist im Pokalwettbewerb böse überrascht worden. Der Bundestrainer kann diesbezüglich ja mal bei seinem Torwart Robert Enke nachfragen.