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Sport Rufe nach FIFA-Reformen wegen Korruption werden lauter
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18:51 11.05.2011
FIFA-Präsident Joseph Blatter verspricht Aufklärung (Archivfoto). Quelle: dpa
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Nach englischen Bestechungsvorwürfen gegen sechs FIFA-Spitzenfunktionäre werden die Forderungen nach Reformen im Fußball-Weltverband immer lauter. Drei Wochen vor der Wahl des künftigen FIFA-Präsidenten versprach Amtsinhaber Joseph Blatter am Mittwoch Aufklärung bis zum Votum am 1. Juni in Zürich. „Wir müssen das jetzt machen. Wir haben dafür noch genau drei Wochen Zeit“, sagte der 75 Jahre alte Schweizer am Mittwoch in einem Interview des TV-Senders „Al-Jazeera“.

Als Herausforderer von Blatter tritt Mohamed bin Hammam an, dessen Heimatland Katar überraschend den Zuschlag für die WM 2022 bekommen hatte. Derweil gab der afrikanische Fußball-Verband (CAF) bekannt, dass Katars WM-Bewerbungskomitee als Sponsor der CAF-Generalversammlung eine Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Dollar geleistet haben soll. Der Sponsor-Deal sei von der CAF-Exekutive abgesegnet worden. Als Gegenleistung habe Katars Bewerbungskomitee die „Exklusivrechte“ erhalten, im Vorjahr vor der Generalversammlung zu sprechen und Präsentationen vor Mitgliedern zu machen.

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IOC-Präsident Jacques Rogge sieht wegen der Vorwürfe das Image des gesamten Weltsports beschädigt. Der britische Sportminister Hugh Robertson fordert die FIFA zu tiefgreifenden Reformen auf. Sie müsse „genau den gleichen Prozess durchmachen wie das IOC in der Zeit nach den Salt-Lake-City-Vorgängen“, verlangte Robertson. „Im Moment gibt es den Wunsch, die FIFA von innen zu verändern. Wenn die FIFA dazu nicht in der Lage ist, würde ich sagen, alles ist möglich.“

Mögliche Druckmittel deutete Robertson zumindest an. Der Minister erklärte, dass er nach der Niederlage bei der Vergabe der WM 2018 mit anderen Ländern über eine Abspaltung des Fußball-Mutterlandes England von der FIFA diskutiert habe.

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke forderte vom englischen Verband (FA) einen genauen Report über die Aussagen von Ex-Chef David Triesman an, die dieser am Dienstag mit dem britischen Politiker Damian Collins bei einer Parlamentsanhörung in London gemacht hatte. Laut Triesman haben vier Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees vor der Vergabe der WM 2018 Gegenleistungen für ihre Stimme gefordert. Collins weitete die Anschuldigen auf zwei weitere Funktionäre aus, die je 1,5 Millionen Dollar dafür bekommen haben sollen, dass sie bei der Vergabe der WM 2022 für Katar votierten.

Name und Stellung der Beschuldigten haben es in sich. Triesman, der wegen unbewiesener Vorwürfe gegen die WM-Mitbewerber Russland und Spanien/Portugal vor sieben Monaten seinen Posten verlor, sprach unter anderen vom Chef der mittel- und nordamerikanischen Konföderation CONCACAF, FIFA-Vize Jack Warner aus Trinidad und Tobago, und dem brasilianischen Verbands-Chef Ricardo Teixeira. Collins nannte den afrikanischen CAF-Präsidenten Issa Hayatou aus Kamerun. Das sind deutlich hochrangigere und bekanntere Funktionäre als die 2010 unter dem Verdacht der Bestechlichkeit suspendierten FIFA-Exekutivmitglieder Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti.

Teixeira kündigte umgehend rechtliche Schritte gegen Triesman an. Der CAF bezeichnete die Anschuldigungen gegen Hayatou als „reine Erfindung“. Auch Rogge, der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), forderte „handfeste Beweise“. Der Belgier ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass er die Vorwürfe für imageschädigend hält und forderte von den Sportverbänden einen Kampf auf allen Ebenen gegen Korruption: „Wir müssen dagegen ankämpfen. Wir müssen absolut sicherstellen, dass der Sport auf der Management-Ebene sauber ist und der Sport auf der Athleten-Ebene auch sauber ist.“ FIFA-Präsident Blatter hatte eine „Null-Toleranz“-Strategie bei Korruption zum zentralen Thema seines Wahlkampfes gemacht.

Die einzig positive Nachricht für den Weltverband: Der gescheiterte Kandidat Australien verzichtet nach Angaben von Premierministerin Julia Gillard darauf, auf eine Neuwahl des WM-Standortes 2022 zu drängen. „Das ist eine Frage, die ausschließlich die FIFA zu klären hat“, sagte Gillard. Australien war beim Vergabe-Prozess bereits in der ersten Runde gescheitert.

dpa

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