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Sport Serbischer Hooligan-Anführer entschuldigt sich für Gewalt in Genua
Sportbuzzer Sport Serbischer Hooligan-Anführer entschuldigt sich für Gewalt in Genua
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18:13 14.10.2010
Der serbische Hooligan Ivan B. war einer der Anführer bei den Ausschreitungen in Genua.
Hooligan Ivan B. war einer der Anführer bei den Ausschreitungen in Genua. Quelle: dpa
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Der Anführer der serbischen Hooligans, die am Dienstagabend in Genua den Abbruch des EM-Qualifikationsspiels zwischen Serbien und Italien provoziert hatten, hat sich für den Gewaltexzess entschuldigt. „Ich entschuldige mich bei Italien und den Italienern“, sagte der in italienischer Haft sitzende Ivan B. am Donnerstag nach Angaben seines Anwalts. Es sei „nie geplant“ gewesen, Italien Probleme zu bereiten. Vielmehr habe es sich um einen „Protest“ gegen den serbischen Fußballverband und Nationaltorwart Vladimir Stojkovic gehandelt - Anhänger des Clubs Roter Stern Belgrad haben Stojkovic dessen Wechsel zum Stadtrivalen Partizan nicht verziehen.

Wegen der Randale im Fußballstadion von Genua war das Spiel mit halbstündiger Verspätung angepfiffen und nach nur sechs Minuten abgebrochen worden. Die Hooligans hatten unter anderem Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen. Nach Abbruch des Spiels lieferten sich die Hooligans stundenlange Auseinandersetzungen mit der Polizei. 16 Menschen wurden verletzt, ein italienischer Polizist erlitt durch einen explodierenden Feuerwerkskörper Verbrennungen im Gesicht. Erst am Mittwochmorgen bekamen die italienischen Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle. Mindestens 17 serbische Hooligans wurden festgenommen.

Ivan B. gilt als einer der gewalttätigsten Fans von Roter Stern Belgrad, er wurde noch in der Randalnacht festgenommen. Italien gefalle ihm „sehr gut“, sagte er seinem Anwalt zufolge bei seiner Entschuldigung. „Ich bin noch nie (zuvor) hierhergekommen, aber es ist ein sehr schönes Land.“

Bei ihrer Rückkehr nach Serbien wurden 19 Fußballfans festgenommen, wie Innenminister Ivica Dacic dem Radiosender B92 sagte. Sie würden dem Haftrichter vorgeführt. Bislang seien mehr als 520 Fans nach Serbien zurückgekehrt, 169 von ihnen seien polizeibekannt. Medienberichten zufolge wurden die Busse, die die Fans zurück nach Serbien brachten, bei ihrer Rückkehr stundenlang überprüft.

afp