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08:53 27.10.2014
Foto: WTA-Finale in Singapur: Serena Williams setzt zum Aufschlag gegen Simona Halep aus Rumänien.
WTA-Finale in Singapur: Serena Williams setzt zum Aufschlag gegen Simona Halep aus Rumänien. Quelle: Wallace Woon/dpa
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Singapur

Der leichte Strauß, ein Traum von Orchideen in Grün und Blassblau, lag wie ein Versprechen auf den nächsten Frühling in ihrem Arm. Grundsätzlich ist es nichts Besonderes, nach dem Gewinn eines Titels nicht nur mit Pokal und Siegerscheck, sondern auch mit Blumen belohnt zu werden. Doch Serena Williams begriff nach ihrem Sieg beim WTA-Finale in Singapur, dem Turnier der acht Besten des Jahres, recht schnell, dass damit in diesem Fall eine besondere Ehre verbunden war. Diese Art von Orchidee, so erfuhr sie bei der Siegerehrung, werde in Zukunft ihren Namen tragen, und welche Frau freut sich nicht über ein solches Geschenk.

Nur etwas mehr als eine Stunde brauchte die Titelverteidigerin gestern zum Sieg gegen Simona Halep (6:3, 6:0), die nicht so schlecht spielte, wie es das Ergebnis glauben macht. Bei Weitem besser jedenfalls als Williams bei der klareren Niederlage gegen Halep in der Vorrunde (0:6, 2:6). Aber man hätte sich denken können, dass sich das im letzten Spiel des Turniers nicht wiederholen würde. Denn wer die Löwin reizt, der bringt sich besser rechtzeitig in Sicherheit.

„Sie hat zu Beginn so gut gespielt. Ich habe mir gesagt, entspann dich einfach. Als ich das getan habe, habe ich angefangen, besser zu spielen“, sagte Williams nach dem Spiel. Und Halep gratulierte: „Serena, du bist die Beste.“
Vor dem Finale hatte Williams auf die Frage nach ihrem Ziel verwirrend bescheiden geantwortet, sie wolle zumindest drei Spiele in der Partie gewinnen. Doch dann stürmte sie los, und je länger die Sache dauerte, desto klarer wurde, dass es für Halep an diesem Tag keine Rettung geben würde. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die Rumänin zu den auffälligsten Spielerinnen des Jahres 2014 gehörte, in dem sie zum ersten Mal in ihrer Karriere unter den Top Ten gelandet war.

Bestmarken im fünften Jahr einer Karriere zu setzen ist eine Sache, aber welche Superlative sollen einem noch für Serena Williams einfallen – nach 17 Jahren auf der Tour? Wie im vergangenen Jahr wird sie die Saison als Nummer eins der Weltrangliste beenden, und dieser Doppelschlag ist eine bemerkenswerte Premiere im reifen Alter von 33 Jahren; das schaffte sie vorher noch nie.
Ohne Serena Williams wäre das Frauen-Tennis nicht halb so spannend.

Sie gewann das erste Turnier 2014 in Brisbane, das letzte in Singapur und fünf weitere in den Monaten dazwischen, darunter die US Open in New York. Und es gibt nach wie vor keinen Zweifel an ihrer eigenen Einschätzung, in bester Form sei sie nicht zu schlagen.

Seit Februar 2013 steht sie wieder an der Spitze der Weltrangliste, und bis zum Beginn des ersten Turniers anno 2015 werden das 97 Wochen sein. Nur Steffi Graf (186 Wochen), Martina Navratilova (156) und Chris Evert (113) hatten sich in der Zeit des Profitennis länger ohne Unterbrechung an der Spitze behauptet. Everts Marke scheint für Williams in Reichweite zu sein.

Falls alles gutgeht. Die Sache wird ja mit fortschreitendem Alter nicht leichter, wie das Beispiel der Chinesin Li Na zeigt, die vor ein paar Wochen überraschend zurücktrat, weil der Körper einfach nicht mehr mitmachte. Williams ist ein halbes Jahr älter als Li Na, mit Prognosen und Diskussionen von Leistungskurven sollte man also vorsichtig sein. Unbestritten dagegen ist, dass das Frauentennis ohne Serena Williams nicht halb so spannend wäre. Vielleicht sollte man nicht nur eine Orchidee nach ihr benennen, sondern einen ganzen Gebirgszug. Was Größeres jedenfalls.

Von Doris Henkel

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