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Sport Stürmische Zeiten mit der Nationalmannschaft
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21:17 08.09.2009
Von Heiko Rehberg
Torjubel in Hannover: Die Zuschauer in der AWD-Arena hoffen, dass Mesut Özil (rechts) und Lukas Podolski am Mittwoch viel und oft Grund zur Freude haben. Quelle: ddp
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Am Dienstagmittag lag die Zahl der verkauften Tickets bei 29.500, „da ist noch Luft nach oben“, sagte Harald Stenger, der Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), leicht zerknirscht, wurde aber wenig später vom Hannover-Experten Per Mertesacker beruhigt. „Das wird noch anziehen mit der Kartennachfrage. Wir Hannoveraner kommen, aber immer relativ spät“, sagte der Nationalverteidiger.

Dass sich das Kommen am Mittwoch lohnen wird, davon ist der Bundestrainer überzeugt: „Wir wollen mit einer gewissen Dynamik und viel Schwung möglichst schnell Dominanz ausüben und viele Tore schießen“, sagte Joachim Löw. Viele Tore. Das hört man gerne. Und würde man in der AWD-Arena am Mittwoch auch gerne sehen.

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Die Begegnung gegen Aserbaidschan ist ein kleines Hannover-Jubiläum. Die deutsche Mannschaft bestreitet ihr 25. Länderspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt, die Bilanz ist ordentlich: 18 Siegen stehen jeweils drei Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber.

Hannover ist zugleich eine Art Vorspiel für Moskau. Dort findet am 10. Oktober das vorletzte WM-Qualifikationsspiel zwischen Russland und Deutschland statt; ein Spiel, von dem alle glauben, dass es darüber entscheidet, welche der beiden Mannschaften direkt nach Südafrika fährt und welche den gefährlichen Umweg über die Relegation nehmen muss – Zielankunft ungewiss.

Doch wenn Mittwoch der Fußball wieder eine seiner kuriosen Qualifikationsspiel-Geschichten schreiben sollte, fällt der große Showdown auf Moskauer Kunstrasen sogar aus. Dass Deutschland gegen Aserbaidschan stolpert, ist so unwahrscheinlich wie die Aussicht, dass Hannover 96 in dieser Bundesligasaison deutscher Meister wird. Im Hinspiel in Baku reichte selbst eine schwache Leistung zu einem 2:0-Sieg. Sollte Berti Vogts bis Mittwoch um 20.45 Uhr nicht irgendwo noch einen Torwart mit vier Händen und einen Stürmer auftreiben, für den das Tor nicht auf 20 Meter verbreitert werden muss, wird Aserbaidschan die Deutschen vielleicht ein bisschen piesacken, ihnen aber keine Punkte abknöpfen können.

Russland dagegen spielt am Mittwoch zeitgleich in Wales, und gegen diesen Gegner ist die Ausrutschgefahr – das wissen Löw und Co. aus eigener Erfahrung – immer groß. „Ich glaube nicht, dass Russland am Mittwoch in Wales gewinnt. Die werden wie wir in Finnland auch noch ihre Punkte lassen“, sagte Bastian Schweinsteiger, der in Hannover sein 70. Länderspiel bestreiten wird.

Sein zweites Spiel von Beginn an wird Mesut Özil machen. Die Entdeckung des 2:0-Testspielsieges gegen Südafrika bekam vom Bundestrainer eine verklausulierte Einsatzgarantie („Ich gehe davon aus, dass er wieder von Anfang an spielt“). Das ist nicht unbedingt eine Überraschung nach Özils starker Leistung, aber Löw ist mit solchen Dingen normalerweise zurückhaltend, auch beim taktischen System (ein 4-4-2 oder ein 4-3-3) hält er sich noch beide Möglichkeiten offen. Klar ist nur die Marschroute: Es soll stürmisch zugehen am Mittwochabend in Hannover.

Özil ist einer, der mit seiner Spielweise die Fans mitreißen kann. Die Zuschauer in Hannover haben ohnehin nichts dagegen, wenn sich der 20-Jährige gegen Aserbaidschan so richtig reinhängt. Dann ist er am Sonntag vielleicht müde. Am Sonntag spielt Özil mit Werder Bremen gegen Hannover 96.

08.09.2009
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Björn Franz 07.09.2009