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Sport Stuttgart demütigt Bremen, Leverkusen siegt gegen Lautern
Sportbuzzer Sport Stuttgart demütigt Bremen, Leverkusen siegt gegen Lautern
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19:37 07.11.2010
Bremens Claudio Pizarro (M.) im Zweikampf mit Stuttgarts Patrick Funk (l.) und Georg Niedermeier.
Bremens Claudio Pizarro (M.) im Zweikampf mit Stuttgarts Patrick Funk (l.) und Georg Niedermeier. Quelle: dpa
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Der VfB Stuttgart hat sein strahlendes Europa- League-Gesicht endlich auch in der Fußball-Bundesliga gezeigt und die Krise bei Werder Bremen dramatisch verschärft. Durch das überzeugende und hoch verdiente 6:0 (3:0) verließ der VfB am Sonntag die Abstiegsränge, während die erschreckend schwachen und chancenlosen Bremer ihre vierte Niederlage in nur 13 Tagen kassierten. Ciprian Marica (10.) und Nationalspieler Cacau (31., 45.) mit einem Doppelpack trafen vor 39 500 Zuschauern. Nach der Pause machten Christian Gentner (68.), Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (87.) mit ihren Toren die Werder-Demütigung und vierthöchste Auswärts-Niederlage der Bremer perfekt.

Cacau (61.) vergab die Chance auf seinen dritten Treffer, als er mit einem Foulelfmeter an seinen Nationalmannschafts-Kollegen Tim Wiese scheiterte. Ähnlich schlecht machte es Werders Kapitän Torsten Frings (24.). Er verschoss erstmals nach sechs Jahren einen Elfmeter. Während die Stuttgarter (10) sich auf Rang 14 verbesserten, bleiben die Bremer im Mittelfeld stecken. Erschreckend: Mit 27 Toren haben sie die zweitmeisten Gegentreffer nach Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (33) kassiert.

Beide Teams plagten Personalprobleme. Den Schwaben fehlten allein sieben Spieler, bei Werder sah es nicht viel anders aus. Bremens Trainer Thomas Schaaf brachte dennoch überraschend Sandro Wagner für seinen besten Saisontorschützen Hugo Almeida. Auch der zuletzt heftig kritisierte Mikael Silvestre rückte wieder in die Abwehrkette.

Die Stuttgarter konnten den Spieler-Aderlass bestens. Nahtlos knüpften sie an die gute Leistung vom 3:0 aus dem Europa-League-Spiel bei Getafe in Spanien an: aggressiv, schnell, kombinationssicher und konsequent bei der Chancenauswertung. Vor allem die Umstellung in der Mittelfeld-Zentrale zahlte sich aus: Erstmals hatte VfB-Trainer Jens Keller sein Wunschduo Christian Träsch und Christian Gentner aufbieten können - und durfte sich bestätigt fühlen.

Schon zur Halbzeit war die Partie entschieden. Die Bremer gingen zwar das hohe Tempo des VfB mit, doch erneut machte das dilettantische Defensivverhalten alle Bemühungen des Champions- League-Teilnehmers zunichte. „Wir haben uns ziemlich dumm angestellt bei den Gegentreffern“, ärgerte sich Clubchef Klaus Allofs zur Pause.

So hatte Werders Stürmerstar Claudio Pizarro den Führungstreffer der Stuttgarter durch den starken Marica (10.) ermöglicht. Im Mittelfeld hatte er den Ball per Hacke gespielt - und prompt verloren. Auch den Toren von Cacau (31., 45.) waren unerklärliche Fehler in der Deckung vorausgegangen. Nur dem überragenden Keeper Wiese hatten es die Gäste zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer wurde. Auch nach dem Wechsel änderte sich nichts am Bild. Die Bremer bemühten sich, mitzuspielen, Stuttgart lauerte auf seine Chancen - und bekam sie. Cacau (61.) scheiterte zwar mit einem Strafstoß, doch Gentner (68.), Niedermeier (73.) und Boka (87.) setzten wenig später die Schlusspunkte im Torreigen.

Leverkusen bleibt oben dran

Bayer Leverkusen hat sich im Spitzentrio der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Durch das 3:1 (1:1) gegen den 1. FC Kaiserslautern verbesserte sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auf Platz drei und bleibt mit 21 Punkten Tabellenführer Borussia Dortmund (28) und Mainz 05 (24) auf den Fersen. Vor 29 794 Zuschauern in der fast ausverkauften BayArena drehten Doppel- Torschütze Sidney Sam (38./84 Minute) und Patrick Helmes (68.) die frühere Lauterer Führung durch Florian Dick (15.).

Die „Roten Teufel“ sind seit 16 Jahren in Leverkusen ohne Sieg und stecken mit zehn Zählern als 15. weiter im Tabellenkeller fest. Neben Sam, der gegen seinen Ex-Verein die entscheidenden Tore erzielte und beim 3:1 einen Treffer der Marke „Tor des Monats“ vollbrachte, überragte bei Bayer Renato Augusto. Der Brasilianer gab bei seinem Comeback nach einer Knieverletzung dem Spiel der Rheinländer Format und Klasse.

Nach dem spielerischen Desaster beim 1:0 in der Europa League gegen Aris Saloniki setzte Bayer-Trainer Jupp Heynckes auf mehr Akzente und stellte seine Anfangsformation auf fünf Positionen um. Augusto kehrte nach vier Wochen ins Team zurück und glänzte von Beginn an als Ideen- und Passgeber, Simon Rolfes war zum zweiten Mal von Anfang an dabei. Allerdings fehlte Lars Bender wegen einer Schädelprellung. Größere Verletzungssorgen plagten Kaiserslautern: Die Abwehrspieler Rodney und Jan Simunek fehlten ebenso wie Mittelfeldakteur Ivo Ilicevic.

Die Gastgeber begannen voller Schwung und hatten in der Anfangsphase durch Stefan Reinartz (2.) und Eren Derdiyok (8.) gute Möglichkeiten. In die Leverkusener Angriffsbemühungen hinein fiel das überraschende Führungstor für die Gäste. Zunächst setzte Alexander Bugera einen Freistoß in die Mauer, von Vidal kam der Ball zu Dick, der aus etwa 30 Metern flach aufs Tor schoss. Nationaltorwart Rene Adler konnte den Ball nur noch abfälschen.

Bayer ließ sich von dem Rückstand nur kurz irritieren und erspielte sich bis zum Pausenpfiff ein halbes Dutzend Chancen. Doch erst der Ex-Lauterer Sam erlöste die Rheinländer: Mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern erzwang er den hochverdienten Ausgleich. Auf der Gegenseite liefen die Leverkusener bei aller Überlegenheit stets Gefahr, sich einen Konter zu fangen: So hatte kurz vor dem 1:1 Adam Nemec Adler schon ausgespielt, setzte den Ball aber am leeren Tor vorbei.

Auch nach der Pause blieb Leverkusen am Drücker. Immer wieder war Augusto Dreh- und Angelpunkt des Bayer-Spiels. Als das kraftraubende Bayer-Spiel nach einer Stunde etwas an Schwung verlor, war es erneut Augusto, der die Entscheidung einleitete. Der Brasilianer passte nach Doppelpass mit Rolfes genau im richtigen Moment auf Helmes, der dann keine Mühe mehr hatte, zum 2:1 einzuschieben. Nach der Führung ließ es Bayer sehr ruhig angehen. Erwin Hoffer (80.) hatte den Lauterer Ausgleich auf dem Fuß, doch Adler war auf dem Posten. Kurz vor Schluss sorgte Sam mit einem Traumtor von der Strafraumgrenze für die Entscheidung.

dpa

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