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Sport Lieberknecht und der "Piss-Verein"
Sportbuzzer Sport Lieberknecht und der "Piss-Verein"
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14:41 01.09.2013
Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig ist unzufrieden und macht daraus keinen Hehl. Quelle: dpa
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Braunschweig

Braunschweigs Kultcoach Torsten Lieberknecht wurde nach dem 0:4 beim Hamburger SV zum Wut-Trainer. "Es gibt Momente, in denen du merkst, du bist dieser kleine Piss-Verein, der bei den Schiedsrichtern noch nicht diese Wahrnehmung hat. Die 50:50-Entscheidungen fallen immer für den Großen aus", schimpfte der Fußballlehrer des Bundesliga-Schlusslichts am NDR-Mikrofon.

Dann komme auch noch Pech hinzu: Man sei viel besser ins Spiel gekommen, "der erste abgefälschte Fuck-Ball geht dann rein".

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Der Coach hätte auch die Schuld bei sich suchen können. Ist die Torwart-Rotation wirklich so glücklich? Daniel Davari erwischte nicht seinen besten Tag. Der entnervte Jubilar Lieberknecht, der am 30. August 2003 sein erstes Pflichtspiel als Eintracht-Profi absolviert hatte, erschrak dann selbst ein bisschen über seine Wortwahl ("Ich bin jetzt vielleicht ein bisschen obendrauf"). Seine Reaktion zeigt aber doch, wie die Leichtigkeit beim sympathischen Aufsteiger verloren gegangen ist.

Dabei hatte die euphorisch zelebrierte Rückkehr nach 28 Jahren Bundesliga-Abstinenz doch so etwas Romantisches. Die Realität ist ernüchternd. "Vier Spiele, null Punkte. Damit hat hier keiner gerechnet. Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Sportdirektor Marc Arnold. Der stoische Part des Duos Arnold/ Lieberknecht sah nach dem harmlosen Auftritt der Löwen, der fünften Pflichtspielpleite in Serie nach dem DFB-Pokal-K.o. zum Saisonstart in Bielefeld, auch etwas Positives: "Unsere Fans standen sensationell hinter uns. Wir haben 100-prozentige Unterstützung für unseren Weg." Und der ist eben auch sparsam.

Arnold schloss weitere Neuzugänge erneut aus. Lieberknecht meinte lapidar: "Wir haben keinen Millionär oder Milliardär oder was weiß ich." Die rund 6000 mitgereisten gelb-blauen Anhänger waren im ergebnisunabhängigen Erstliga-Dauerfeiermodus, untermalt auch von verbotenen Bengalos. Auf dem Spielfeld war die Eintracht im norddeutschen Krisengipfel die ersten fünf Minuten das bessere Team, kassierte aber dann unglücklich das frühe 0:1 durch Rafael van der Vaart (7.). In der Entstehung des 0:2 durch Jacques Zoua (17.) will Lieberknecht ein Stürmer-Foul des starken Maximilian Beister gesehen haben. Deshalb die Schiesdrichter-Schelte.

Danach war das Spiel gelaufen, die Löwen ließen im zweiten Durchgang ihre Bundesligareife vermissen. Die beiden Treffer von Doppeltorschütze Hakan Calhanoglu (80./90.+1) war dann auch noch ein haltbarer Schuss für Co-Stammkeeper Davari. Der ebenfalls unglücklich agierende Innenverteidiger Deniz Dogan befand trotzig: "Wir sind gut genug für die Bundesliga." In der willkommenen Länderspielpause bestreitet der deutsche Meister von 1967 nun Testspiele in Gifhorn und Magdeburg. Und dann will man unbedingt das "Fürth-Schicksal" des chancenlosen Abstiegs vermeiden.

dpa

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