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Sport Trainer Ralf Rangnick glaubt an Schalker Chance
Sportbuzzer Sport Trainer Ralf Rangnick glaubt an Schalker Chance
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14:50 26.04.2011
„Wir wissen, dass wir Außenseiter sind. In dieser Rolle fühlen wir uns ganz wohl“, sagt Rangnick. Quelle: dpa
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Der krasse Außenseiter Schalke 04 will Europas Fußballadel mit absoluter Hingabe weiter kräftig aufmischen. Auf dem sensationellen Weg in das Halbfinale der Champions League gewannen die „Königsblauen“ alle fünf Heimspiele und glauben auch gegen Englands Rekordmeister Manchester United am Dienstagabend an ihre Chance. „Wir sind unter den vier besten Teams. Warum sollen wir nicht Champions-League-Sieger werden?“, fragte Schalkes Angreifer Jefferson Farfan vor dem Hinspiel gegen das Millionenensemble von Trainer Sir Alex Ferguson.

Vor dem heutigen Hinspiel (20.45 Uhr, live bei SAT.1) in der mit 54 142 Zuschauern ausverkauften Veltins-Arena sind die Machtverhältnisse zumindest für Ralf Rangnick klar verteilt. „Wir wissen, dass wir Außenseiter sind. In dieser Rolle fühlen wir uns ganz wohl“, sagte der Schalker Coach am Montag. Die Halbfinalpremiere in Europas Beletage garantiert dem klammen Verein immerhin mehr als 50 Millionen Euro – Rangnick bleibt trotz der internationalen Schalker Erfolgschronik dieser Saison nüchtern: „Der Vergleich mit der Mondlandung ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen.“

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Als überirdisch stuft der 52-Jährige auch den Gegner nicht ein, obwohl Ferguson mit den „Red Devils“ nach dem 1:0 gegen den FC Everton vor dem Gewinn des 19. Meistertitels steht und die Schalker in der Liga eine völlig verkorkste Saison bilanzieren müssen. Jetzt zählen nur noch Europas Millionenspiel und das DFB-Pokalfinale am 21. Mai gegen Zweitligist Duisburg – und Rangnick glaubt in beiden Fällen an das Machbare: „Wir haben auch gegen Manchester eine Chance.“

Respekt ja, Angst nein – den Schalkern ist bewusst, dass sie gegen Wayne Rooney und Co. Außenseiter sind. „ManU“ ist als Champions-League-Sieger von 1999 und 2008 in der aktuellen Spielzeit auswärts bei vier Siegen und einem Remis noch ohne Gegentreffer. Uniteds Verteidiger Patrice Evra hatte das Duell schon vor knapp zwei Wochen mit seiner forschen Aussage angeheizt: „Ich habe großen Respekt vor Schalke, aber es wäre ein Desaster, eine Katastrophe, wenn wir nicht weiterkommen.“

In der Rolle der vermeintlich Unterschätzten liegt aber auch die große Chance der Gelsenkirchener. „Wir müssen ehrlich sein: Die haben sich schön die Hände gerieben, dass sie uns zugelost wurden und nicht Real Madrid oder dem FC Barcelona“, sagte Schalkes Innenverteidiger Christoph Metzelder. Und: „Unter den verbliebenen Mannschaften sind wir das vermeintliche Leichtgewicht.“ Kapitän Manuel Neuer schloss sich an, schob aber fast schon trotzig nach, dass „auch wir unsere Chance haben“.

Für Neuer besteht nach der 0:1-Niederlage in der Bundesliga am vergangenen Sonnabend gegen Kaiserslautern die Gewissheit, dass ihm die Fans den angekündigten Vereinswechsel – mit großer Sicherheit zu Bayern München – verzeihen. „Sie haben super reagiert“, sagte die Schalker Integrationsfigur aus dem Stadtteil Buer sichtlich erleichtert, es gab lediglich einzelne Missfallenskundgebungen.

Spätestens beim Anblick der Spruchbänder war Neuers Ungewissheit verflogen. „Du bleibst immer unser Manu“, stand dort, „Wir verzeihen Dir“ oder „Danke für 20 Jahre Schalke“. Dankbar gab Neuer die Zuneigung zurück und legte die Hand auf das Schalke-Wappen auf seinem Trikot – als wolle er sagen, dass er im Herzen immer einer der Ihren bleiben werde, egal, welches Emblem dort irgendwann zu finden sein wird.

Und sollte Neuer mit seinen Paraden gegen Manchester zum Finaleinzug beitragen, dann würden ihm die Schalker Fans wahrscheinlich sogar ein Denkmal bauen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke 04: Neuer – Uchida, Matip (Höwedes), Metzelder, Sarpei – Kluge, Papadopoulos – Farfan, Jurado (Baum­johann) – Raul, Edu.

Manchester United: Van der Sar – Rafael, Vidic, Ferdinand, Evra – Park, Carrick, Giggs, Nani – Rooney – Hernandez.

dpa