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Sport Urteil gegen verprügelten Schiedsrichter hinfällig
Sportbuzzer Sport Urteil gegen verprügelten Schiedsrichter hinfällig
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02:15 13.02.2015
Von Christian Purbs
Der junge Schiedsrichter Mohammed El Idrissi wird aller Voraussicht nach nicht gesperrt und muss auch keine Verfahrenskosten zahlen. Quelle: Archiv
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Hannover

Im „Fall Mühlenberg“ gibt es die nächste überraschende Wende: Der junge Schiedsrichter Mohammed El Idrissi wird aller Voraussicht nach nicht gesperrt und muss auch keine Verfahrenskosten zahlen. Der erste Vorsitzende seines Heimatvereins TuS Marathon, Christian Münzberg, hat Einspruch gegen das Urteil des Kreissportgerichts Hannover-Stadt eingelegt und ist sich seiner Sache sicher - aus gutem Grund. Denn das Kreissportgericht scheint einen gravierenden Verfahrensfehler begangen zu haben.

El Idrissi, der im Dezember auf dem Sportplatz in Bischofshol von mehreren C-Junioren des Mühlenberger SV und einem 16-jährigen Betreuer der Elf krankenhausreif geschlagen worden war, war bei der Verhandlung des bundesweit bekannt gewordenen Falles nicht als Beschuldigter geladen. Eine Erweiterung des Verfahrens auf seine eigenen sportrechtlichen Verstöße hätte nach Paragraf 12 (3) der Rechts- und Verfahrensordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) der Zustimmung von El Idrissi bedurft. Diese ist laut Münzberg, gleichzeitig Vorsitzender des Jugendausschusses des NFV-Bezirks Hannover, nie erfolgt. Auch im Urteil, das die HAZ am Sonnabend in Teilen öffentlich gemacht hat, findet sich kein solcher Passus. Zudem ist im selben Paragrafen festgelegt, dass das Sportgericht selbst kein Verfahren einleiten darf.

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Der 18-jährige Schiedsrichter war am 19. Januar zu einer dreimonatigen Sperre und der Übernahme eines Drittels der Verfahrenskosten verurteilt worden, weil er - so steht es im Urteil - „die Eskalation der Situation zum Spielabbruch zu einem bestimmten Maß mitverschuldet hat“. Auch El Idrissi soll beleidigt und die Konfrontation gesucht haben, ein Vorwurf, den der Schiedsrichter abstreitet. Auch der Trainer des Mühlenberger Gegners Arminia Hannover III, Alexander Kölzer, hatte die im Urteil gemachten Vorwürfe gegen die Spielleitung als falsch bezeichnet: „Ich habe keine Beleidigungen durch den Schiedsrichter mitbekommen“, sagte Kölzer. Trotz seiner Zeugenaussage wurde auch El Idrissi verurteilt - und kann nun auf einen Freispruch hoffen.

Der widersprüchliche Fall liegt jetzt beim Bezirkssportgericht unter Vorsitz von Denise Thaddey. Sie bestätigte den Eingang des Einspruchs. Aber auch ihr sind durch die Rechts- und Verfahrensordnung die Hände gebunden. Nach Paragraf 15 (2), Satz 2 muss ein sportrechtliches Verfahren innerhalb von 30 Tagen nach dem Verstoß eingeleitet werden. Diese Frist ist mittlerweile abgelaufen.

Auch der Mühlenberger SV hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt, wie Thaddey bestätigte. Ein Vereinsvertreter sagte, man fechte die Kollektivbestrafung der Mannschaft an. Die C-Junioren waren nach der Prügelattacke vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden.

Von Paul Berten und Heiko Rehberg

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