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Sport Weylandt hatte Angst vor dem Giro d'Italia
Sportbuzzer Sport Weylandt hatte Angst vor dem Giro d'Italia
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14:01 10.05.2011
Wouter Weylandt verunglückte tödlich. Quelle: dpa
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Die Italien-Rundfahrt wird fortgesetzt: Nach dem tödlichen Unfall hat Giro d’Italia-Chef Angelo Zomegnan verstärkte Sicherheitsmaßsnahmen bei der Rundfahrt angekündigt. Unmittelbar nach dem Sturz des 26-jährigen Belgiers seien alle bereits existierenden Sicherheitsvorkehrungen noch einmal geprüft worden. Zudem werden „Teams von Spezialisten die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen verstärken“, erklärte Zomegnan, ohne die Schritte zu konkretisieren.

Bei keinem Rennen der Welt würde so viel Geld investiert, Sturzopfern „möglichst schnell zu helfen“. Nach einer Krisensitzung am Montagabend entschied die Rennleitung, das Rennen an diesem Dienstag fortzusetzen. Es werden jedoch den Fahrern überlassen, so Zomegnan, wie sie die vierte Etappe gestalten.

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Laut „Gazzetta dello Sport“ sollte die vierte Etappe von Quarto dei Mille über 213 Kilometer nach Livorno neutralisiert werden. Am Ende einer Bummeletappe werde Weylandts Leopard-Team geschlossen ins Ziel rollen. Das gleiche Szenario hatte es 1995 bei der Tour de France nach dem Tod des italienischen Olympiasiegers Fabio Casartelli gegeben. Damals ließ das Fahrerfeld dem Casartelli-Team US-Postal mit Lance Armstrong an der Spitze den Vortritt.

Weylandts geschockte Kollegen vom Team Leopard Trek wollen weiterfahren. „Aus Respekt für die Familie Weylandt werden wir an den Start gehen. Wir wollen unsere Trauer mit der Radsport-Welt teilen“, sagte Team-Manager Brian Nygaard.

Durch einen Medienbericht wurde unterdessen am Dienstag bekannt, dass Weylandt seit dem Start der Italien-Rundfahrt Angst um seine Gesundheit hatte. „Das bereitet mir Sorgen“, schrieb Weylandt nach Aussagen seines Managers in einer Kurzmitteilung. Das Rennen sei sehr gefährlich, es werde nervös gefahren.

Am Dienstag musste Weylandts Vater seinen Sohn identifizieren. Der Vater war am Montagabend mit Weylandts Frau Anne Sophie, die im September ein Kind erwartet, in Italien eingetroffen.

„Er hat nicht gelitten. Er war auf der Stelle tot. Es hätte eines Wunders bedurft, um ihn zu retten“, erklärte Rennarzt Giovani Tredici am Dienstag. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen und die Teamkollegen hatte das italienische Fernsehen RAI keine Bilder vom direkten Unfallhergang gezeigt. Nach Aussage aus seinem Team hatte er bei der Abfahrt vom Passo del Bocco etwa bei Tempo 70 mit dem Vorderrad eine Betonmauer touchiert. Weylandt, der kurzfristig ins Leopard-Auswahl für den Giro gerückt war, stürzte demnach zuerst mit dem Gesicht auf die Mauer, dann auf den Asphalt.

dpa