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Sport Ya Konan: „Ich hatte Angst“
Sportbuzzer Sport Ya Konan: „Ich hatte Angst“
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12:23 15.10.2012
Geschützt von Sicherheitskräften flüchten die Spieler der Elfenbeinküste in die Kabine.
Geschützt von Sicherheitskräften flüchten die Spieler der Elfenbeinküste in die Kabine. Quelle: dpa
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Dakar/Kapstadt

Als Ya Konans Teamkollege Didier Drogba die Gäste mit zwei Toren in Führung schoss und den Senegalesen den Weg zur Endrunde 2013 de facto verbaute, kam es im Léopold-Sedar-Senghorzu-Stadion von Dakar zu Ausschreitungen und dem Spielabbruch. Bei den Randalen wurden rund zehn Menschen verletzt, darunter war auch Senegals Sportminister Hadji Malick Gakou.

„Die Situation war gefährlich“, sagte Ya Konan, „ich hatte Angst.“ Der 96-Profi war nicht zum Einsatz gekommen, musste von der Ersatzbank aber ebenfalls unter dem Schutz von Sicherheitsleuten ins Stadioninnere flüchten.

„Essen, Getränke, alles was man werfen kann, flog auf den Platz, aus allen Richtungen“, erzählte ein Augenzeuge. Danach seien von den senegalesischen Fans Mülleimer und Flaggen in Brand gesteckt worden, sogar jene der eigenen Mannschaft. „Das war sehr verstörend“, meinte der amerikanische Student Chris Fuglestad. Als die Lage eskalierte, flüchteten vor allem die gegnerischen Anhänger in den Innenbereich des Stadions, um dem wütenden Mob zu entkommen. „Wir fühlten uns im Stadion sicherer als draußen, daher haben wir dort gewartet“, sagte Fuglestad.

Die Polizei setzte gegen die Randalierer Tränengas ein, die Spieler beider Teams wurden abgeschirmt in die Katakomben geleitet. Kurz vor dem offiziellen Abbruch der Partie, die am grünen Tisch für die Elfenbeinküste gewertet werden dürfte, fuhren drei schwarze Geländewagen auf den Platz und brachten die Schiedsrichter in Sicherheit.

Das südafrikanische Fernsehen zeigte am Sonntagmorgen Bilder von blutenden Fans, die noch auf dem Platz behandelt wurden. Offizielle Angaben über die Verletzten lagen zunächst nicht vor. Wie lokale Medien berichteten, sei es nach der Räumung der Tribünen auch außerhalb des Stadions zu Zusammenstößen gekommen.

Ya Konan hätte in Dakar eigentlich auf seinen 96-Mannschaftskollegen Mame Diouf treffen sollen. Doch der Senegalese war wegen seiner Sprunggelenkverletzung nicht für seine Nationalmannschaft nominiert worden. Für Hannover 96 hatte der unschöne Abend in Dakar etwas Gutes: Durch die zu erwartende Disqualifikation des Senegals muss Diouf im Januar nicht für den Afrika-Cup abgestellt werden.

dpa/r

14.10.2012
14.10.2012