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Allein gucken und weiter warten

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12:38 27.01.2021
Tacklings, Staub und Zuschauer: Bis es dieses Bild bei den Schaumburg Rangers (grüne Trikots) wieder geben wird, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen.fotos: dak, pr., dpa
Tacklings, Staub und Zuschauer: Bis es dieses Bild bei den Schaumburg Rangers (grüne Trikots) wieder geben wird, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen.fotos: dak, pr., dpa
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Wenn das diesjährige Endspiel am 8. Februar angepfiffen wird, dann wird ein Public Viewing nicht möglich sein. „Die Gesundheit geht natürlich vor“, so Trainer Heino Röwer.

Dabei steht der diesjährige Superbowl unter ganz besonderen Vorzeichen. Denn die Tampa Bay Buccaneers treffen zu Hause auf die Kansas City Chiefs. „Anfangs hatte ich noch nicht damit gerechnet, aber im Laufe der Saison hat sich das abgezeichnet.“

Das besondere Feuer in der Partie geht von den beiden Quarterbacks aus, die das Spiel zu einem Duell zwischen Gegenwart und Zukunft machen. Auf der Tampa-Bay-Seite steht mit dem 43-jährigen Tom Brady der Michael Jordan des American Footballs. Es herrscht Konsens darüber, dass er der beste Spieler aller Zeiten ist. Die City Chiefs haben mit Patrick Mahomes (25) die Zukunft des Sports in den eigenen Reihen. „Brady hat natürlich Spielübersicht, Erfahrung und die Football-Intelligenz“, erklärt Röwer. Wie gut Brady anscheinend noch immer ist, zeigt sich in dieser Saison. Er wechselte von den New England Patriots nach Tampa Bay. „Ich war anfangs skeptisch, ob er das Finale noch mal erreichen könnte“, so Röwer. „Weil, es geht ja auch um das Gesamtpaket – und da hat sich Tampa Bay viele Leute zusammengekauft und ist eine etwas ältere Mannschaft.“ Dass Brady nun die Chance auf seinen siebten Superbowl-Sieg hat, bringt den Rangers Coach zu einem deutlichen Urteil: „Der muss gut sein.“

Patrick Mahomes, die Zukunft, hat am 8. Februar die Möglichkeit auf seinen zweiten Superbowl-Gewinn. „Mahomes ist ein junger, athletischer Spieler, der viele gute Entscheidungen trifft.“ Somit steht er stellvertretend für die City Chiefs. „Man sagt ja: ‚Speed kills.’ Kansas hat eine jüngere Mannschaft als die Buccaneers und setzt viel auf Schnelligkeit.“ Auf einen Sieger im Generationenduell möchte sich der 54-Jährige nicht festlegen. „Das ist schwierig. Ich sehe Kansas City leicht vorne, aber hoffe natürlich auf ein spannendes Spiel.“

Röwers Mannschaft sind die Philadelphia Eagles, doch diese hatten in der Saison wenig Grund zum Jubeln. Ganz emotional unbeteiligt geht der Bückeburger jedoch auch nicht in das Spiel, denn Trainer der City Chiefs ist Andy Reid, der 13 Jahre lang die Eagles coachte. „Ich gönne es ihm. Er hat den Superbowl mit Kansas schon im vergangenen Jahr gewonnen und hat nun die nächste Möglichkeit dazu.“

Doch der Superbowl ist ja nicht nur der sportliche Wettkampf, sondern auch der Trubel drumherum. Rund 800 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr weltweit den Fernseher eingeschaltet, 62417 Zuschauer waren im Stadion. Dieses Jahr ist es Corona-bedingt alles eine Nummer kleiner. Zwar passen 65890 Fans in die Heimstätte der Buccaneers, doch es dürfen nur 22000 Zuschauer rein. 7500 davon sind geimpfte Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen – als Dankeschön. Die weiteren 14500 dürfen das Spiel nur unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften sehen. „Die Stimmung leidet darunter“, findet auch Röwer. „Das ist alles ein bisschen komisch. Der Ton wurde in der Saison häufig eingespielt, wenn keine Zuschauer im Stadion waren. Es ist merkwürdig, und die Begeisterung leidet auch bei mir etwas.“

Und so werden sich die Rangers am achten Februar höchstens in der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe treffen, um sich den Superbowl anzuschauen. „So ein gemeinschaftliches Gucken lebt ja auch vom Austausch – und das ist unsere Möglichkeit.“

Wann es für das RöwerTeam selbst wieder auf den Rasen geht, steht noch in den Sternen. Erste Online-Meetings gab es bereits, und der Verband hat auch schon eine grobe Saisonplanung herausgegeben. „Der Mai war als Start angedacht, aber das ist natürlich alles noch unklar.“ Spätestens am 1. Juli soll entschieden werden, ob es überhaupt eine Saison geben wird. Sollte der Daumen der Verantwortlichen runter gehen, stünden die Rangers fast zwei Jahre ohne eigenes Pflichtspiel da. „Das ist nicht einfach und nicht schön für die Mitglieder. Ich merke, dass alles etwa träge wird“, beschreibt es der 54-Jährige, der keinen Corona-Fall in seiner Mannschaft zu verzeichnen hatte. „Nach dem Neustart wird das alles etwas dauern, denn ich glaube nicht, dass alles von null auf 100 wieder da sein wird.“ Und so ist ein zweites Jahr ohne eigene Begegnungen noch lange nicht vom Tisch. Die Chancen dafür, dass es zum Superbowl 2022 wieder ein Public Viewing unter den Rangers geben kann, sind dagegen deutlich höher.