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Sportbuzzer-Zulieferung „An Werder kommt hier keiner vorbei“
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„An Werder kommt hier keiner vorbei“

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22:03 31.03.2021
Thorsten Westenberger (rechts) bietet dem Qualifizierungsausschuss unter Duran Gök Unterstützung an.
Thorsten Westenberger (rechts) bietet dem Qualifizierungsausschuss unter Duran Gök Unterstützung an. Quelle: Archiv
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LANDKREIS/BREMEN

Seit vier Jahren arbeitet er nun schon in Hansestadt, war zuvor 17 Jahre lang beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) – als Leiter der NFV-Sportschule, als Qualifizierungschef und als Auswahltrainer der Frauen und Mädchen. Jetzt arbeitet der 51-Jährige für den Bremer Fußballverband, ist aber beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) angestellt. Was genau machen Sie beim Bremer Fußballverband?

Ich koordiniere die Talentförderung zwischen U11 und U14. Es gibt in Bremen und Bremerhaven drei DFB-Stützpunkte, deren Arbeit abgestimmt werden muss. Ich schaue mir das Training an, beurteile die Spieler und Spielerinnen. Wir bilden außerdem eine Stützpunktauswahl. Zudem kümmere ich mich um die Juniorinnen zwischen den Jahrgängen U12 bis U19. Die U16- und U19-Auswahl trainiere ich selbst. Können Sie beurteilen, ob der Fußball durch die Corona-Pause dauerhaft Schaden nehmen wird?

Da kann auch ich nur Vermutungen anstellen, befinde mich ja in einem sehr speziellen Ausschnitt im Nachwuchsbereich. In der Breite wird der Schaden aber wohl leider eintreten, schon allein, weil die Neueintritte fehlen. Wenn nichts stattfindet, wird kein Kind animiert. Außerdem müssen wir bedenken, dass den jungen Leuten schon fast ein Jahr Spielerfahrung verloren gegangen ist. In diesem Alter ist das ein sehr großer Zeitraum, keiner lernt es von selbst. Was das für Auswirkungen hat, ob es im Bereich U12 schlimmer ist als bei der U17, weiß ich nicht, ist auch noch nicht untersucht. Anderen Ländern geht es allerdings nicht viel besser. Der Fußballkreis Schaumburg stellt sich bei der Qualifizierung unter Duran Gök gerade neu auf. Beobachten Sie das?

Natürlich, und ich bin überzeugt, dass das erfolgreich sein wird. Wenn es gewünscht wird, kann ich das punktuell auch unterstützen. Ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Seite, als Referent oder als was auch immer. Der Bremer Fußballverband hat seine Büroräume im Weserstadion. Kommt man am SV Werder Bremen in der Stadt vorbei?

Auf keinen Fall, hier hat jeder was dazu zu melden, zum letzten Spiel, zum Trainer. Das ist ähnlich wie in Köln, wo ich studierte. Dort war der 1. FC ein Gefühl, wie es hieß. Auch unsere Auswahlspieler hoffen durchweg, eines Tages ein Angebot vom SV Werder Bremen zu bekommen. Hannover 96 wird vielleicht noch akzeptiert, aber auf eines vom Hamburger SV wartet keiner. Das ist hier so.

Interview: Jörg Bressem