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Sportbuzzer-Zulieferung Ausstieg aus der Parallelwelt
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Ausstieg aus der Parallelwelt
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14:18 16.05.2019
von jörg bressem EXTEN

Ein stürmisches Leben mit allerlei Peinlichkeiten und hohem Erlebniswert. So auch bei Jan Kaufmann, nur das er in den fünf Jahren sogar mehr Erfahrungen machte als die, die nie über den Tellerrand hinausschauen, in ihrem ganzen Leben. Er war mittendrin in der Maschinerie der Talentzüchtung deutscher Fußball-Proficlubs. Er gehörte zur Elite in den Internaten der Nachwuchsleistungszentren. Er trainierte täglich, war bei Werder Bremen, Schalke 04 und Hannover 96. Er schlief im Weserstadion, auf dem Trainingsgelände neben dem Gelsenkirchener Parkstadion und im neu erbauten Nachwuchszentrum in Hannovers Eilenriede. Er kam herum, spielte auf Auslandsturnieren gegen bekannte internationale Vereinsmarken. „Eine Welt mit eigener Realität“, erzählt er. Dem großen Profigeschäft ganz nah. Riesig aber auch die Erwartungen und der Druck, es schaffen zu müssen und sich immer wieder durchzusetzen. Allein die Leistung zählt. Doch irgendwann mochte Jan Kaufmann nicht mehr Teil dieses Paralleluniversums sein. Nach vier Jahren in den Nachwuchs-Bundesligen bei Werder, Schalke und 96 spielt er seit einigen Wochen beim TSV Eintracht Exten - in der Kreisliga.

Ist er deshalb gescheitert? Wer das vorschnell behauptet, kennt die Zahlen nicht. Selbst von den jungen Talenten, die es bis in die DFB-Jugendnationalmannschaft bringen und es vermeintlich geschafft haben, spielen später tatsächlich nur fünf Prozent in der Bundesliga. Zwischen den 350 DFB-Stützpunkten und dem bezahlten Fußball wütet ein gigantischer Selektionsapparat. Um ihn zu überstehen, braucht man nicht nur eine große Veranlagung, die Jan Kaufmann allerorten bescheinigt wurde, man braucht Systemkompatibilität und vor allem auch das Glück, an die richtigen Leute zu geraten.

Im Gespräch mit Jan Kaufmann wird greifbar, dass ihn die Angelegenheit Monate nach seinem Ausstieg durchaus noch beschäftigt. „Vielleicht war der Druck für mich zu groß, vielleicht bin ich auch als Typ zu schwierig“, fragt er sich selbstkritisch. An der Unterstützung lag es jedenfalls nicht. Als er 13 Jahre alt war, fuhr ihn Vater Ralf jeden Tag nach Bremen. Ein Leben zwischen Schule, Autobahn und dem Trainingsplatz am Bremer Osterdeich. Nach einem Jahr gelang der Sprung ins Werder-Internat. Da war er 14 und eigentlich noch ein Kind. Erste Zweifel entstanden, als er ein Jahr später bei Schalke 04 einen der zehn begehrten Internatsplätze pro Jahrgang ergattert hatte. „Auch die vielen Entscheidungen, die ich täglich ganz allein zu treffen hatte, belasteten mich“, erzählt Jan Kaufmann. Heute ist er sich sicher: „Wenn ich in der Nähe gewohnt und mehr Halt gehabt hätte, dann hätte es funktionieren können.“ Doch das Elternhaus in Rinteln war weit entfernt. Sportlich setzte er sich mit seinen Leistungen im Mittelfeld überall durch. Aber es passte halt nicht. „Manchmal habe ich daran gedacht, gar keinen Fußball mehr zu spielen“, sagt er.

Wo steht Jan Kaufmann heute? Er könnte noch in der A-Jugend spielen, sogar im jüngeren Jahrgang. In der Herrenmannschaft des TSV Eintracht Exten darf er nur deshalb schon mitmischen, weil er 18 Jahre alt wurde. Dort spielt er mit seinen Brüdern Tim und Felix zusammen und hat wieder unbeschwerten Fußballspaß, der ihm in der Fremde abhandengekommen war. Aus den Internaten hat er den Realschulabschluss mitgebracht, möchte demnächst eine Ausbildung machen. Er entwickelt gerade einen Plan B, wirkt wesentlich abgeklärter und ernsthafter als andere Jugendliche in seinem Alter. Er will später Trainerlizenzen machen und den Nachwuchs ausbilden. Doch ist er in seinem zarten Alter mit dem Thema Profifußball tatsächlich schon komplett durch? Ein klares Ja kommt nicht. „Ich kann doch nicht das ausschließen, was ich eigentlich immer wollte“, sagt er.

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