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Sportbuzzer-Zulieferung Bälle und Kurve flach halten
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Bälle und Kurve flach halten
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15:54 15.04.2020
Mögliches Szenario? Sehen wir, wie hier in unserer Montage, Spieler/innen wie die Bückeburgerin Christina Bagats bald mit Mundschutz und Handschuhen Tennis spielefoto: ana/montage: heine
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von daniel kultau LANDKREIS

Die Tennisvereine warten auf die Freigabe und das obwohl die Spieler knapp 20 Meter voneinander entfernt stehen.

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus wäre so doch eher unwahrscheinlich. Tschechien hat seine Reglung für den Sport auch schon gelockert. Im Nachbarland darf der gelben Filzkugel wieder hinterhergejagt werden, allerdings mit Mundschutz. Bei vielen Vereinen aus Schaumburg werden deswegen nun aber keine Forderungen laut. Sie halten den Ball flach, denn genau dieser ist das Problem. „Den nimmt jeder Spieler in die Hand“, beschreibt Joana Harmening, die Leiterin der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit von WRB Bückeburg die Schwierigkeit. „Den steckt man sich dann in die Hose, dann kommt er in Berührung mit Schweiß und dann ist das Infektionsrisiko doch wieder gegeben.“ Hier könnten Handschuhe eine Möglichkeit sein, um die Infektionskurve flach zu halten. „Ich glaube, von uns würde jeder die Auflagen in Kauf nehmen, um wieder spielen zu können.“

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Eigentlich hätte bei den Bückeburgern an diesem Wochenende ein Arbeitseinsatz angestanden, um den Plätzen den letzten Schliff zu geben, doch der wird nicht wie gewohnt stattfinden. Wenn jemand allerdings Unkraut jäten möchte, dann müsse er sich laut Harmening an den WRB-Präsidenten Michael Kriehn wenden. „Er teilt die Einsätze dann so ein, dass man alleine auf den Plätzen unterwegs ist.“ Das ist nötig, weil der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) in Rücksprache mit dem Landessportbund entschieden hat, dass auch die klassischen Arbeitseinsätze als Gruppenbildung und Zusammenkünfte zu verstehen sind. Für all diese Auflagen bringt Harmening Verständnis auf. Stutzig wird sie jedoch bei der Diskussion, ob die Fußball-Bundesliga wieder mit Geisterspielen fortgeführt werden kann. Gerade mit dem Hintergrund, dass im Tennis die Saison in der ersten und zweiten Liga komplett abgesagt wurde. „Der Fußball hat einfach eine andere Lobby“, so die Bückeburgerin.

Auch der TC Meerbeck kann den Start in die neue Saison nicht mehr erwarten. „Bei dem Wetter hätte sich das wirklich angeboten“, findet auch Jugendwart Sönke Bruns. Am nächsten Wochenende hätten eigentlich noch gemeinsam die Windfänger und Netze angebracht werden sollen. Das fällt nun flach. Möglichen Auflagen steht Bruns offen gegenüber. „Über den Mundschutz bin ich mir noch nicht sicher, weil der auch schnell hinderlich sein kann, wenn wir so schlechter Luft bekommen. Aber Handschuhe: Warum nicht?“

Noch ein Stückchen ärgerlicher ist es für die Tennisspieler des TSV Liekwegen. „Wir waren in den vergangenen Jahren immer so spät dran“, berichtet Spartenleiter Jannik Schukowski. „Deswegen hatten wir unsere Plätze dieses Jahr schon so früh hergerichtet, wie noch nie.“ Sprich bevor die Bundesregierung am 18. März entschied, dass jegliche Zusammenkünfte zu reduzieren sind. So hätten bereits am ersten April die Bälle über die vier Plätze am Waldsportpark fliegen können, doch daraus wurde nichts. („Da kam uns Corona in den Weg.“) Bei der Frage nach eventuellen Vorgaben, um den Sport wieder ausüben zu können, macht sich Schukowski vor allem Sorgen um die Umstände außerhalb des Platzes. „Ich sehe das Problem eher darin, dass man danach ja auch noch ein wenig an der Hütte zusammensteht und etwas miteinander quatscht.“ Was noch fehlt, sind die Netze. Diese sollen aufgehangen werden, wenn der TNB sein „Go“ gibt, schließlich hätten die Mitglieder Schlüssel zu den Plätzen.

Der aktuelle Plan sieht so aus, dass die Sandplatz-Saison am 7. Juni startet. Ob das dann auch so eingehalten werden kann, weiß noch niemand. Die Schaumburger Tennisspieler stehen jedoch schon in den Startlöchern.