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Sportbuzzer-Zulieferung Besinnung schadet Kampfgeist
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19:55 21.12.2018
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Während andere Sportler hierzulande Pause haben, müssen die Ballkünstler ihren Familien erklären, warum es am Heiligabend zum Training in die Halle geht. Auch bei GWD Minden ist über die Feiertage wenig Zeit zur Besinnung, Trainer Frank Carstens bittet seine Spieler am 24. und 25. Dezember zu Übungseinheiten. Am 26. Dezember findet dann in der ausverkauften Kampa-Halle das mit Spannung erwartete Derby gegen den TBV Lemgo Lippe statt. Anwurf ist um 18.15 Uhr.

„Man muss natürlich versuchen, ein normales Lebenhinzubekommen. Der soziale Aspekt ist wichtig, zu Hause sitzen Frau und Kinder und die haben auch ihre Ansprüche“, weiß Carstens. Seine Frau habe ihn anfangs gefragt, warum er denn am Heiligabend zum Handball müsse. Man könne ein Training doch auch mal ausfallen lassen. „Wenn die Partner dann länger zusammen sind, erledigen sich die Diskussionen“, so der Coach. Noch extremer ist die Situation für Nationalspieler wie Mindens Abwehrchef Miljan Pusica, der am Tag nach dem Derby ins Flugzeug steigt und wegen der Vorbereitung auf die Handball-Weltmeisterschaft zu seiner Auswahl reist. Deshalb sei es wichtig, Raum für normales Leben zu ermöglichen. „Das reduziert das Konfliktpotenzial“, weiß der 44-Jährige.

Für ihn selbst sei die Situation ganz schrecklich, so der Familienvater. Warum? „Ich kann null abschalten.“ Er habe einen tollen Beruf, so Carstens, „ich liebe das“. Aber Weihnachten sei wegen der Spielvorbereitung halt unangenehm, „gerade, wenn man Kinder hat“. Besinnliche Stimmung und Leistungssport passen also nur bedingt zusammen. „Mann ist dann nicht kampfbereit, auch als Trainer nicht. Man muss schon eine gewisse Spannung an den Tag legen“, erklärt Carstens den Zwiespalt.

Dabei hätte es für die Ostwestfalen auch schlimmer kommen können. „Wir hätten auch in Stuttgart antreten können“, meint Frank von Behren, Geschäftsführer Sport bei den Grün-Weißen. So muss der Deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt in Ludwigshafen antreten. Von der Förde sind das mal eben über 700 Kilometer, da ist Weihnachten im Eimer.