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Sportbuzzer-Zulieferung Das Abstiegsgespenst geht um
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16:59 23.05.2019
Mit vereinten Kräften: Nico Luther (links) und Nils Rinne vom SV Engern wollen in Lüdersfeld den Klassenerhalt absichern.
Mit vereinten Kräften: Nico Luther (links) und Nils Rinne vom SV Engern wollen in Lüdersfeld den Klassenerhalt absichern. Quelle: uk
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Der TSV Algesdorf II (13 Punkte) und der TSV Krankenhagen (16) können sich nicht mehr retten. Dennoch geht weiterhin das Abstiegsgespenst um – und das hat mit der Situation der Schaumburg Bezirksligisten in der Staffel 3 zu tun.

Dort sind der FC Stadthagen, der TuS SW Enzen, der VfL Bückeburg U23 und theoretisch auch noch der TSV Algesdorf vom Abstieg bedroht. Im schlimmsten Fall kann sogar noch zwei weitere Kreisligisten erwischen. Dazu ein Beispiel nach der aktuellen Lage: Steigen der FC und die Enzer direkt ab und die Bückeburger Reserve sowie der TSV Hagenburg scheitern in der gemeinsamen Relegationsgruppe C am Vertreter aus der Kreisliga Staffel 3 der Region Hannover (TSV Goltern oder SV Germania Grasdorf), sind auch die Tabellenplätze 13 und 14 der Kreisliga Abstiegsplätze.

Der TuS Germania Apelern (22) ist 14., scheint sich nach dem Nichtantritt aus der Vorwoche bereits mit dem Abstieg abgefunden zu haben. Viele der Apelerner Spieler hatten am vergangenen Wochenende eine lange geplante Fahrt nach Mallorca angetreten. Durch die Ereignisse in der Winterpause (Trainer Oliver Rick wurde entlassen, woraufhin sich dessen Gefolgsspieler vom Verein abwendeten, wir berichteten) ist es personell eng geworden. „Es war auch keine Mannschaftsfahrt, 20 Freunde haben sich zusammengetan – und die spielen alle bei uns“, erklärt der neue Germanen-Trainer Daniel Burk den Nichtantritt. „Wir hätten keine Mannschaft stellen können, die den Ansprüchen in der Kreisliga qualitativ auch nur annähernd gerecht geworden wäre.“ Der Fokus liegt bereits auf der neuen Saison. „Wir haben ein Konzept, stellen uns neu auf und werden eine kreisligataugliche Mannschaft haben“, kündigt Burk an. Die Spielklasse sei dabei unerheblich. Die letzten beiden Spiele wolle man sauber über die Bühne bringen, so Burk.

Auf Rang 13 steht der TuS Lüdersfeld (27), der TuS Niedernwöhren (29) und auch der SV Engern (31) sind noch in Schlagweite. Am Sonntag muss der SVE beim TuS Lüdersfeld antreten, statt Sommerfußball steckt in der Partie noch reichlich Brisanz. „Wir sind uns schon bewusst, dass es vier Absteiger geben kann“, sagt der Lüdersfelder Coach Ingo Poschlod, der mit seinem Team in der Vorwoche einen wichtigen 1:0-Sieg bei der FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen landete und noch mal Auftrieb im Kampf gegen den Abstieg bekommen hat. „In der nächsten Woche beim TSV Steinbergen wird es schwer, deshalb müssen wir es gegen den SV Engern richten“, erklärt der Coach, der selbst noch wichtiger Akteur seiner Mannschaft ist und mit Emran Kilic (je elf Tore) die meisten Treffer für den TuS erzielt hat.

„Ich habe es von anfang an gesagt, wir können Viertletzter werden – und das kann am Ende nicht reichen“, sagt Engerns scheidender Trainer Wilhelm Sieker (zum SC Deckbergen-Schaumburg) und versucht mit einem Punktgewinn in Lüdersfeld den persönlichen Super-GAU abzuwenden. „Es wäre grausam, wenn ich nächste Woche meinen Abschied gebe und danach noch auf einen positiven Ausgang der Relegation hoffen müsste.“ Aber Sieker ist positiv gestimmt, „ein Punkt in Lüdersfeld und alles ist gut.“ Seine Mannschaft stehe hinten kompakt, habe es auch beim 1:3 gegen den MTV Rehren A/R eine Halbzeit gut gemacht. „Dann zeigt der Schiedsrichter eine Rote Karte. Der Spieler schwört, es war kein Handspiel und der Schiedsrichter erklärt mir hinterher, dass es „halt so ausgesehen habe“. Danach habe der Spitzenreiter die Tore clever herausgespielt. „Auf dem kleinen Platz in Lüdersfeld müssen wir wieder kompakt stehen – und vorne sind wir immer für ein Tor gut“, weiß Sieker, der am letzten Spieltag den SV Victoria Lauenau erwartet. „Zur Not müssen wir es dann richten.“

Brisant ist auch die Lage beim TuS Niedernwöhren, der aus den zehn Spielen nach der Winterpause magere fünf Punkte geholt hat. Zuletzt gab es eine derbe 1:7-Klatsche beim TSV Steinbergen. Am Sonntag um 15 Uhr muss der TuS beim Tabellendritten SC Auetal antreten, der sich den Abschied von Trainer Marco Gregor (wechselt im Sommer zum SV Victoria Lauenau) nicht vermiesen lassen will. Und zum Saisonabschluss kommt der designierte Kreismeister MTV Rehren A/R an den Beerbusch – da hängen die drei Punkte auch hoch. „Das wird kein Zuckerschlecken. Wir wissen schon, in welche Lage wir uns bugsiert haben. Auch die Lüdersfelder machen uns Druck“, sagt Trainer Carlo Calvo. Seine „brutal junge Mannschaft“ entwickele sich spielerisch gut, mache derzeit aber zu viele Fehler. „Zudem haben wir einfach kein Spielglück“, erklärt Calvo, der aber mit der Trainingsbeteiligung sehr zufrieden ist und die Fehler im Training auch aufarbeitet. Aber Calvo ist zuversichtlich: „Wir haben es selbst in der Hand und können unsere Lage positiv beeinflussen. Wir fahren bestens vorbereitet ins Auetal und werden top motiviert sein.“ Hoffnung machen die Ergebnisse aus der Hinrunde. Sowohl gegen den MTV als auch gegen den SCA gab es jeweils einen Punkt.

Die Meisterschaft ist entschieden, auch wenn der MTV Rehren A/R (72 Punkte und Tordifferenz plus 70) theoretisch noch einzuholen ist. „Rechnerisch sind wir noch nicht durch“, sagt Trainer Sandy, der gegen den TSV Steinbergen auch die letzten Restzweifel beseitigen will. „Wir müssen aber alles raushauen und es nicht auf die leichte Schulter nehmen – sonst wird auch nicht gefeiert.“ Die erwarteten 200 Fans sollen nicht enttäuscht werden. Für die neue Serie – dann im Bezirk – sieht sich Röhrbein mit seinem Team gut gerüstet. „Wir haben bis zu sieben Neuzugänge bereits fix.“ Sicher ist aber auch der Abgang von Julian Meyer zum TSV Algesdorf. „Wir haben auch nicht mehr mit ihm geplant. Menschlich hat es nicht gepasst. Das ist halt manchmal so“, sagt Röhrbein, der aber bereits Ideen im Kopf hat, „wie wir den sportlichen Verlust ausgleichen.“

Beim Relegationsteilnehmer TSV Hagenburg (66/+40) geht es in den verbleibenden Spielen beim TSV Krankenhagen und gegen den TuS Germania Apelern nur darum, die Spannung zu halten. „Wir gratulieren den Rehrenern zur verdienten Meisterschaft“, sagt TSV-Trainer Felix Dyck, dessen Team in dieser Saison das Pecht hatte, auf einen starken Konkurrenten zu treffen. Im vergangenen Jahr hätten die bereits jetzt erreichten Punkte zum Titel gereicht. „Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass wir in den direkten Duellen mit dem MTV die schlechtere Mannschaft waren“, sagt Dyck. Den Beweis können die Seeprovinzler am Mittwoch im Kreispokalhalbfinale antreten, wenn um 19.30 Uhr der Kreismeister erwartet wird.