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Sportbuzzer-Zulieferung Der schwierige Weg zurück
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10:38 25.03.2020
Bälle fliegen derzeit nicht über den Haster Sportplatz. Bald könnten hier aber Kreisliga-Partien stattfinden. fotos: dak (3), uk
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Von daniel kultau HASTE

44 Jahre später im Jahr 2011 ähneln sich die Bilder. Die Spielgemeinschaft zwischen dem ETSV und dem TuS Riehe ging nach kurzer Zeit in die Brüche, und so versammelten sich die übrig gebliebenen Haster, darunter viele junge Spieler, an einem Abend unter der Woche mit dem neuen Trainer Mike Schönherr unter Flutlicht auf dem Haster Sportplatz. Es war der Startschuss für den Neustart in der 4. Kreisklasse. Inzwischen stehen die Nordschaumburger vor einer Rückkehr in die Kreisliga – werden vom Coronavirus jedoch momentan ausgebremst.

„Es wäre bitter, wenn die Saison gar nicht mehr weitergeht“, findet Schönherr. Den 48-Jährigen zog die Liebe aus Hannover nach Haste. In seiner aktiven Zeit spielte er in der Landeshauptstadt auf Landes- und Bezirksliga-Ebene. Beim ETSV wollte er seine aktive Zeit bei den Altherren eigentlich nur ein wenig ausklingen lassen, doch dann kam es anders. Der Vorstand um den damaligen Vorsitzenden Frank Tschyper war der Meinung, dass Schönherr für den Neustart genau der richtige Mann wäre. Dieser sagte dann auch zu und fand sich an der Seitenlinie in der 4. Kreisklasse, der untersten Liga auf Kreisebene, wieder. „Das war am Anfang schwierig, weil ich in meiner aktiven Zeit immer sehr ehrgeizig war“, erinnert er sich. „Eigentlich war ich auch kurz davor hinzuschmeißen. Aber je besser das Wetter wurde, desto mehr kamen zum Training – und dann sind mir die Jungs schlicht ans Herz gewachsen. Und es macht einfach nur Spaß.“ Die Zahl der Spieler wuchs an, weil einige Kicker Freunde mit zum Training brachten – und so schafften sie direkt im ersten Jahr, 2012, den Aufstieg in die 3. Kreisklasse. Ein Durchmarsch gelang der Schönherr-Elf jedoch nicht. Es war harte Arbeit – und teilweise harte Kost.

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Ein großer Schritt war der Aufstieg 2014 in die 2. Kreisklasse. Denn dadurch wurde der ETSV auch für Jugendspieler aus dem JFV 2011 Nenndorf deutlich attraktiver. „Spieler für die 3. oder 4. Kreisklasse zu bekommen, war nicht einfach“, blickt Schönherr zurück. „In den vergangenen Jahren haben wir massiv vom JFV und der tollen Jugendarbeit profitiert“, sagt auch Geschäftsführer Matthias Tatge. Die Nachwuchsschmiede aus dem TuS Riehe, dem MTV Rehren A/R, der SG Bad Nenndorf und dem ETSV ging ebenfalls erst 2011 an den Start und musste sich selbst zunächst mal einspielen.

Inzwischen spielen viele Jungs, die selbst in Haste wohnen, für den Verein. Darunter Jan Schönfelder, Maximilian Schmidt, Benjamin Brendel und Mattis Koch, der bei nicht wenigen Bezirksligisten auf der Liste steht. Das Gerüst verstärken Yannik Bauer, Benjamin Mendreck, Finn-Jonas Koch, Jonas Busch und auch Vize-Kapitän Marvin Freier, der den gesamten mühsamen Weg seit dem Neuanfang in der 4. Kreisklasse mitgegangen ist und während seiner Studienzeit regelmäßig aus Trier anreist. „Sie stehen für den ETSV“, so Tatge.

Nach zwei weiteren Aufstiegen kicken die Haster inzwischen in der 1. Kreisklasse. Nur 1981 und 2001 spielte ein ETSV-Team höher. Fast hätte der Sprung in die Kreisliga schon in der vergangenen Saison geklappt, doch den Roten ging am Ende der Saison die Luft aus. „Wir hatten Verletzungen nach der Winterpause“, so der Coach. „Teilweise war Yannik Bauer mit 23 Jahren der älteste Spieler auf dem Platz. Darüber hinaus kam auch noch Pech dazu. Letztlich hat ein Tick gefehlt“, so Schönherr.

Dass es in dieser Saison anders ausgehen soll, zeigten die Spieler in der Hinrunde und während der Wintervorbereitung. „Es sah so aus, als ob sie richtig heiß auf den Aufstieg wären“, lobt Schönherr seine Spieler. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie genau wissen, was sie können.“

Auch die Rahmenbedingungen wurden mit einigen Sanierungen im Vereinsheim, neuen Auswechselbänken, einer Flutlichtanlage für den B-Platz und genügend Schiedsrichtern geschaffen.

Momentan steht der ETSV in der 1. Kreisklasse auf dem dritten Rang, würde jedoch aufsteigen, da die Reserve des SV Obernkirchen nicht hochgehen kann. Die Chancen stehen also sehr gut, doch ob die Saison zu Ende gespielt wird, kann momentan niemand seriös beantworten. Es wäre ein nerviger Umweg für Schönherr und seine Elf, mit dem kleinen Trost, dass die Mannschaft noch jung ist und es ein Jubiläum geben könnte. Schließlich könnte genau zehn Jahre nach dem Neuanfang der Aufstieg in dir Kreisliga anstehen.

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