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Sportbuzzer-Zulieferung Die Maschine ist gelandet
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Die Maschine ist gelandet
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10:33 16.08.2019
Christoph Raum (rechts) jubelt mit Sebastian Baar (Mitte) und 96-Profi Hendrik Weydandt. foto: stefan zwing / Deisterpics.de

„Ich war ganz geschockt, weil Christoph ist so durchtrainiert. Er ist eine richtige Maschine.“ Es ist deswegen auch nicht besonders verwunderlich, dass wir den 34-Jährige für unser Interview beim Sport erwischen.

Eigentlich hatte der Fußball-Torwart seine aktive Karriere 2017 beendet, doch kehrt nun zwischen die Pfosten zurück. Sein neues Team ist die SG Bad Nenndorf-Riehe aus der 1. Kreisklasse. Seine gesamte Herrenkarriere hat er seit 2004 beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder gespielt. Er kickte in der Oberliga, der Regionalliga oder auch im DFB Pokal gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Sein Marktwert lag laut Transfermarkt.de bei 25.000 Euro. 2017 brach sich Raum das Handgelenk und hing seine Handschuhe an den Nagel. „Mir war der Aufwand dann zu groß und ich wollte auch nicht tiefer spielen“, erinnert sich der Nenndorfer. „Ich habe leistungsorientiert gespielt und wollte nicht mit drei Mann beim Training stehen, weil fünf Leute kurzfristig abgesagt hatten.“

Doch wie kam dann der Kontakt zur SG zustande? Dafür sind die Nenndorfer Spieler Nils Engelking und Giuliano Maione verantwortlich. Mit Engelkings Bruder Torben und Maione spielte er in Egestorf. Sie bekamen mit, dass sich der Torwart mit seiner Freundin ein Haus in Bad Nenndorf gekauft hat. Raum unterrichtet an der Oberschule in Gehrden Mathematik, Wirtschaft und natürlich Sport. „Giuliano hat mich fast täglich angerufen und gesagt, dass sie einen Torwart bräuchten“, erinnert sich Raum.

Für ihn ist Nenndorf kein unbeschriebenes Terrain. Er ging sieben Jahre auf das Gymnasium Bad Nenndorf, sein Elternhaus steht in Barsinghausen. „Eigentlich wollte ich nie nach Bad Nenndorf zurück. Das war für mich einfach so ein Seniorenkurort.“ Den Ausschlag gab seine Freundin. Die kommt aus Aurich, arbeitet jetzt in Garbsen und war bei der Immobiliensuche daher völlig offen. Sie sah die Anzeige für das Haus in Nenndorf, mit dem sich auch ihr Freund anfreunden konnte. „Über die Jahre ist es hier doch wirklich sehr schön geworden.“

Nachdem die Lockrufe von Maione immer häufiger kamen, ließ sich Raum zum Training überreden. „Es ist eine lustige Truppe mit guter Stimmung“, beschreibt er das Team. Auch Trainer Oliver Rick sei sehr entspannt. Wichtig sei für den ehemalige Egestorfer vor allem das familiäre Verhältnis und dass er Spaß am Kicken habe. Er hat selbst finanzielle Zuwendungen für Ausrüstung und Co. abgeschlagen. „Darum geht es mir nicht.“ Immer wenn es passt, steht er nun zwischen den Pfosten.

In seiner Zeit bei den Germanen hieß sein Teamkollege einige Jahre lang Hendrik Weydandt, der heute Profi bei Hannover 96 ist und in seiner ersten Saison sechs Bundesliga-Treffer erzielte und auch in der aktuellen Saison in der zweiten Liga schon genetzt hat. Vom Kreisligisten TSV Groß Munzel wechselte „Henne“ 2014 nach Egestorf. „Beim ersten Training mit ihm habe ich gedacht, dass er zurück in die Kreisliga muss“, lacht der Keeper. „Doch er hat sich kontinuierlich gesteigert und Extraschichten geschoben.“ Mit der Zeit wurde dem Stürmer immer mehr zugetraut. „Wir gönnen ihm das natürlich alle total.“ Auch weil der Torjäger nicht abhebt. Erst vor knapp vier Wochen feierte er seinen Geburtstag. „Da waren fast nur Leute von früher“, erinnert sich Geburtstagsgast Raum.

Für ihn selbst stand eine Profikarriere nicht zur Debatte. Bis zum Alter von 25 Jahren bekam er schließlich nicht mal spezielles Torwarttraining. Erst ab 2011, als Jan Zimmermann erst als Spielertrainer und dann als Trainer aktiv war, leckte er Blut. „Zu Beginn dachte ich, dass ich in der Oberliga untergehen würde.“ Doch es folgten einige Spiele in der Klasse und auch Kaderberufungen für die Regionalliga.

Sein Debüt in der 1. Kreisklasse ging gegen die Reserve des SV Victoria Lauenau mit 4:2 gewonnen. „In der Kabine war das ungewohnt“, erinnert er sich. „Dass man zum Beispiel erst seine Stutzen suchen musste und Leute eine Viertelstunde zu spät kommen, war für mich ganz neu.“ Bei seiner früheren Station wäre man bei einer fünfminütigen Verspätung aus dem Kader für das Spiel geflogen. „Aber es ist eine lustige Truppe und das gefällt mir gut.“

Noch heute ist der Lehrer als Torwarttrainer bei den Germanen im Einsatz und auch als Stützpunkttrainer in Hannover für die Fußballjugend. Von dem angeblichen Schlag eines seiner Teamkollegen im Spiel gegen den TSV Eintracht Bückeberge hat der 34-Jährige natürlich auch mitbekommen. „Ich will in keine Schlägertruppe“, so Raum klipp und klar, der die Mannschaft als „temperamentvoll“ beschreibt. „Das habe ich dem Präsidenten und der Mannschaft gesagt. Das ist nicht, wofür ich stehe und wenn dies so sein sollte, dann höre ich wieder auf.“

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