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Erst fördern, dann fordern

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18:13 12.11.2020
Der Aufsteiger TSV Eintracht Bückeberge gewinnt bis zur Saison-Unterbrechung in der Bezirksliga alle fünf Spiele. Quelle: pr
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Danach begann allerdings der schleichende Niedergang, der mit zwei Abstiegen in Folge erst in der Kreisliga gebremst wurde. Im vergangenen Jahr wurde der sofortige Umkehrschwung eingeleitet, die Wendthägerinnen gewannen in der wegen Corona abgebrochenen Serie alle Spiele und schafften mit dem Trainer-Team Rüdiger Koch und Nina Bekemeier die Rückkehr in die Bezirksliga.

Beide Coaches haben sich mittlerweile zurückgezogen, Andreas Pulte (49) hat die Mannschaft übernommen und an die Tabellenspitze der Bezirksliga Staffel 2 geführt. Erneut ist der TSV mit weißer Weste ungeschlagen. „Wir sind eigentlich angetreten, um die Klasse zu halten“, sagt Pulte, bleibt aber trotz der Serie geerdet. Man habe schließlich erst fünf Spiele absolviert und einige Gegner wie den Tabellenzweiten Hannoverscher SC II noch gar nicht gesehen. „Wir brauchen für unser Ziel noch Punkte. Wenn wir die erreicht haben, stecken wir uns vielleicht ein neues Ziel.“

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So richtig Schwung gab es aber gleich im ersten Saisonspiel, als sich seine Mannschaft im Derby beim TSV Eintracht Exten mit 1:0 durchsetzte. „Wir haben in der vergangenen Serie als Mannschaft überzeugt. Daran hat sich nichts geändert“, sagt Lena Dittmann. Die ehemalige Schiedsrichterin hält die sattelfeste Abwehr als Mannschaftsführerin und erfahrene Spielerin zusammen.

Die Rückkehr in die Erfolgsspur ist ein Gemeinschaftsprojekt. Koch und Bekemeier bauten junge Spielerinnen aus der eigenen Jugend ein, die dabeigebliebenen Spielerinnen helfen dem Nachwuchs mit ihrer Erfahrung weiter – und Pulte setzt den Weg konsequent fort. Der Coach zeichnet auch für die B-Juniorinnen des TSV verantwortlich und führt die Nachwuchskräfte heran. „Der Unterbau ist vorhanden, wir müssen als Team wachsen.“ Dass es wieder läuft, ist aber keine Zauberei, sondern harte Arbeit. „Die Mädels machen das richtig gut, sie müssen im Spiel viel laufen“, sagt Pulte, dessen Mannschaft sich außer durch Fitness auch durch Torgefahr auszeichnet und in der laufenden Serie bereits 16 Treffer erzielt hat.

Auf eine zweite Mannschaft hat der TSV Bückeberge in der aktuellen Saison bewusst verzichtet. So ist der Kader groß genug, alle Spielerinnen bekommen ihre Einsatzzeiten. „Auf die Wechsel zwischen den Teams können wir so verzichten. Alle wissen, worauf es ankommt“, sagt Dittmann. In der Kreisliga sei man noch mit einer Elfer- und einer Neuner-Mannschaft auf kleinerem Spielfeld unterwegs gewesen.

Und das Konzept scheint anzukommen. „Die Trainingsbeteiligung ist sehr gut“, berichtet Pulte, der sich als „überzeugten Jugendtrainer“ bezeichnet und nach eigenem Bekunden eigentlich eher zufällig bei der Eintracht gelandet sei. Er habe in Lindhorst bereits „als Vater“ eine Mannschaft betreut und sei mit Tochter Johanna an den Bückeberg gekommen. Vorstandssprecher Rainer Neumann-Buchmeier hat den 49-Jährigen dann ins Eintracht-Boot geholt.

Die Bezirksliga soll nur eine Durchgangsstation sein. „Ziele muss man schon haben. Aktuell ist es aber erst mal der Klassenerhalt. Nach dem Motto „erst fördern, dann fordern“ ist die Landesliga zumindest wieder in Sichtweite.