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Sportbuzzer-Zulieferung „Es wird verdammt schwer“
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„Es wird verdammt schwer“

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19:13 28.06.2020
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RINTELN

Diese Zeitung traf sich mit „Hotte“ vor dem Training zum Interview. Der 33-Jährige erzählt über seine neuen Aufgaben, aber auch die Lage der HSG-Herren, die sich nach dem Aufstieg und zahlreichen Abgängen im Umbruch befinden. Der Verfahrenstechniker ist auch bei den anderen Mannschaften der HSG beliebt. Auf dem Weg zum Sportplatz an der Burgfelsweide begegnen wir dem ein oder anderen Jugendspieler. Was gleich auffällt: Jeder hat ein Lächeln im Gesicht, wenn ein „Hallo ,Hotte’!“ oder „Ey, ‚Hotte’, alles paletti?“, über die Lippen kommt. Herr Ermakov, Sie sind seit Kurzem stellvertretender Vorsitzender der HSG. Wie kam es dazu? Und was genau gehört zu Ihren Aufgaben?

Ich hatte schon bei dem großen Vorstandswechsel im vergangenen Jahr mit dem Gedanken gespielt, einen Posten zu übernehmen. Nach dem überraschenden Tod von Frank Petri musste jemand seine Aufgaben übernehmen. Ich bin zukünftig zuständig für die Spielplangestaltung, Spielverlegungen und alles rund um den Spielbetrieb. Zudem spiele ich weiter in der Ersten und trainiere die männliche E- und D-Jugend. Sie haben recht spät zum Handball gefunden, spielen erst seit Ihrem 15. Lebensjahr bei der HSG Exten-Rinteln. Schon in der Jugend, aber auch später im Seniorenbereich gehörten Sie immer zu den Top-Torschützen. Warum sind Sie dem Verein trotz zahlreicher anderer Angebote immer treu geblieben?

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Ich habe viele Freunde gefunden. Es ist hier bei der HSG alles sehr familiär. Das erste fremde Angebot hatte ich gleich im ersten Herrenjahr, als Frank-Michael Wahl mich zu den HF Springe holen wollte. Dorthin war kurz vorher auch Alexander Hänsel, mit dem ich bei der HSG noch zusammengespielt habe, gewechselt. Allerdings befand ich mich gerade in der Ausbildung, und es war mir zu stressig, dreimal die Woche nach Springe zu fahren. Ein paar Jahre später hatte ich beim MTV Obernkirchen schon zugesagt, jedoch hat mich mein damaliger Vorsitzender im letzten Moment noch überredet, doch zu bleiben. Mit 27 gab es noch mal ein Angebot vom Oberligisten HSG Schaumburg Nord, aber da war es schon zu spät, ich fühle mich hier halt sehr wohl. Sie haben mit der HSG einiges erlebt, Auf- wie Abstiege. Was war das schönste Erlebnis?

Es gab viele schöne Momente, aber auch bittere Niederlagen oder Abstiege. Die schönsten Zeiten waren die, als wir zu jedem Auswärtsspiel mit dem Bus gefahren sind. Die Mannschaft und die Zuschauer waren eine richtige Gemeinschaft. Wir hatten sehr viel Spaß auf den langen Fahrten. Bei Siegen waren die Rückfahrten umso schöner. Bei der HSG Exten-Rinteln findet nach dem Landesliga-Aufstieg ein kompletter Umbruch statt. Mit Markus Hochhaus wurde nach der zehnjährigen Ära von Saulius Tonkunas ein neuer Trainer installiert. Erfahrene Spieler haben den Verein verlassen, eigener Nachwuchs wird in die Erste integriert. Sie sind einer der erfahrenen Spieler. Wie ist das, mit 15 Jahre jüngeren Spielern zusammenzuspielen.

Die Jungs sind echt klasse. Sie spielen größtenteils seit der E-Jugend zusammen, und man merkt gleich, was für ein starker Zusammenhalt zwischen ihnen herrscht. Wie schätzen Sie die Chancen in der Landesliga ein?

Es wird natürlich verdammt schwer, die Klasse zu halten. Technik und Spielverständnis sind bei den Jungs da, was noch fehlt, ist der Körper für den Herrenhandball. Aber daran kann man arbeiten. Große Stärken sind die Schnelligkeit und die Kondition. Vielleicht können wir den ein oder anderen Gegner damit überraschen. Wir werden auf jeden Fall um jeden Punkt kämpfen. Der neue Trainer Markus Hochhaus hat unter Corona-Bedingungen mit der Vorbereitung angefangen. Wie ist es bisher für Sie? Und wie ziehen die Jüngeren mit?

Markus verlangt uns wirklich alles ab. Wir trainieren aktuell dreimal die Woche. Aber alle ziehen mit. Es gab bisher keine Einheit, in der wir unter 20 Leute waren. Es macht wirklich Spaß, zu sehen, wie hungrig alle nach Handball sind nach der langen Pause durch Corona. Und auch wenn ich zu den älteren Spielern gehöre, kann ich konditionell noch gut mithalten.

Interview: Christian Winter