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Sportbuzzer-Zulieferung FCH gelingt „größte Überraschung“
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FCH gelingt „größte Überraschung“

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10:08 16.12.2020
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Das sollte sich in den Jahren von 2002 bis 2010 jedoch drastisch ändern. Im zweiten Teil der Serie rund um das Hallenmasters blicken wir auf sieben verschiedene Sieger zurück. Darunter auch „die größte Überraschung, die es bis heute gab“. LANDKREIS.

„Ich hätte mir schon gewünscht, dass mal jemand anderes gewinnt, aber es waren einfach die beiden besten Mannschaften“, blickt Jörg Nitsche von der Sparkasse Schaumburg auf die ersten zehn Jahre des Hallenmasters zurück. Seine Wünsche wurden jedoch 2002 schließlich erhört.

Der SV Obernkirchen war kurz nach der Jahrtausendwende der Verein, der die Dominanz der beiden Vereine unterbrach. „Wir waren schon immer eine super Hallenmannschaft“, erinnert sich der damalige Kapitän Christoph Kranz. „Bloß beim Masters haben wir den ganz großen Wurf nie hinbekommen.“ Der Unterschiedsspieler trug 2002 Locken. Von 21 Obernkirchener Toren traf Ludwig „Locke“ Castaldo 15-mal. „Wir konnten den Ball lang auf Srdan Petrovic schlagen“, erinnert sich Kranz. „Der hat ihn behauptet, auf Locke abgelegt, der hat noch einen ausgewackelt und dann das Tor erzielt.“ Die Leistung der Schwarz-Gelben brachte die Halle zum Kochen. „Die Stimmung war richtig gut, und wir haben als Team einfach super funktioniert.“ Nach dem 4:2-Sieg gegen den TSV Eintracht Bückeberge stand der Sieg dann fest, sodass die Obernkirchener 0:3-Niederlage im letzten Spiel gegen den FC Stadthagen folgenlos blieb.

Nach dem SVO wurde die Siegerliste noch breiter. Der SV Nienstädt 09 (2003) und der SC Rinteln (2004) kamen ebenfalls dazu, ehe der VfL Bückeburg (2005, 2006) wieder auf den Hallenthron stieg. Was 2007 passierte, nennt Nitsche noch heute „die größte Überraschung, die es bis heute bei einem Hallenmasters gab“. Der Kreisligist FC Hevesen hatte sich für die Endrunde qualifiziert „und war eigentlich nur froh, dabei zu sein“, erinnert sich der damalige Spieler Julian Seele. Am Ende wurde es der Turniersieg, noch vor dem Niedersachsenligisten VfL Bückeburg, gegen den es gleich zu Beginn eine 0:2-Niederlage gab. Trotzdem: Nach dem ersten Tag hatte der FCH nach drei Spielen vier Zähler auf dem Konto. „‚Okay, das ist schön‘, dachten wir uns damals.“ Dass es am zweiten Tag die perfekte Ausbeute von zwölf Punkten aus vier Spielen gab, machte die Überraschung perfekt. Die Heveser gewannen gegen den VfR Evesen mit 1:0. „Da habe ich den damaligen Torwart Ralf Büscher getunnelt“, so Seele. „Das werde ich nicht vergessen, die Halle hat gebebt.“ Der große Pluspunkt war laut ihm die Defensive rund um Alexander Ott, Timon Paasch, Roland Buddensiek und Thomas Draudt. „Was unsere Abwehrspieler geleistet haben, war unglaublich. Wir waren einfach eine gute Hallenmannschaft.“ Und auch in der Offensive ging plötzlich alles. Im entscheidenden Spiel gegen den SV Obernkirchen erzielte Seele mit einem gefühlvollen Lupfer das 2:1. „Jetzt kann ich das Geheimnis ja lüften: Ich wollte eigentlich in die Mitte flanken, der Lupfer war so nicht gewollt.“ Eine große Feier gab es vorerst jedoch nicht. „Das war anstrengend. Wir waren danach einfach zu kaputt.“

Nachdem sich der VfL Bückeburg (2008) kurz auf dem Thron zurückgemeldet hatte, waren es zunächst die Kicker des TuS Niedernwöhren (2009) und dann die des TSV Eintracht Exten, die sich zum ersten Mal die Hallenkrone aufsetzten. Auch für den TSV, der damals zum Start seines „Goldenen Zeitalters“ durch die Kreisliga pflügte und im Anschluss einige Jahre im Bezirk spielen sollte, begann jedoch alles mit einer 1:4-Niederlage gegen den VfL Bückeburg. „Da hatten wir natürlich zu viel Respekt“, blickt Torwart Christian Krohn zurück. Aber den legte das Team ab dem zweiten Spiel ab – und hatte Matthias Appel. „Der hat getroffen, wie er wollte.“ Am Ende gingen elf der 22 Extener Tore auf sein Konto. „Auch gut war, dass wir häufig 1:0 geführt und dann einfach sehr diszipliniert gespielt haben.“ Mit Trainer Bernd Riesner hatte der TSV Eintracht Exten eine gute Truppe zusammen. „Das war genial. Wir hatten so viele Leute im besten Fußballer-Alter. Dazu junge Talente wie Volkmar Vöge und erfahrene Spieler wie Norbert Fahl und Ruzmir Mehic“, so Krohn. Das Gemisch sorgte auf dem Platz für körperlichen Power-Fußball, mit dem die Gegner nicht zurechtkamen. Und weil häufig die Null stand, wurde Krohn auch noch zum besten Torwart des Turniers gewählt. „Das war schon eine tolle Auszeichnung“, freut sich Krohn. Der TSV räumte so mit dem Turniersieg, dem besten Torschützen und dem besten Torwart alle Preise des Masters 2010 ab.

Bis heute gilt der VfL Bückeburg bei jedem Hallenmasters als der Favorit. Doch es kommt immer häufiger vor, dass andere Teams dazwischenfunken und große Erfolge feiern. Doch das bis dato letzte Jahrzehnt des Traditionsturniers war für einen Verein auch ein sehr bitteres. Einen Rückblick darauf gibt es im nächsten Teil.