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GWD hält dem Druck stand

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09:55 29.04.2021
Juri Knorr
Juri Knorr
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Nach vier Niederlagen in Folge in fremden Hallen feierten die Ostwestfalen im Emsland den zweiten Auswärtssieg der Saison. „Das Gefühl ist wieder da, Spiele gewinnen zu können“, freute sich Spielmacher Juri Knorr, der mit neun Treffern maßgeblichen Anteil am schwer erkämpften Zittersieg hatte. „Es war mehr Krampf und Kampf als ein schönes Spiel von uns. Aber Wille und Einsatz haben gestimmt und wir hatten das Glück auf unserer Seite“, sagte der Nationalspieler, der zwar einen überragenden Auftritt hinlegte, aber zwei Siebenmeter vergab.

Die Gäste legten den Grundstein für den Erfolg in der sehr stabilen Abwehr. Keeper Malte Semisch war dabei mit einer Quote von 41 Prozent gehaltener Bälle ein wichtiger Faktor. Im linken Rückraum feierte Miro Schluroff sein Debüt in der Startformation, holte sich gleich mit dem ersten Treffer Selbstvertrauen für drei weitere Tore.

Knorr war im ersten Durchgang kaum von der HSG-Defensive zu stoppen und mit sechs Treffern so etwas wie der Alleinunterhalter im Mindener Angriff. GWD führte 4:2 und 6:4, ehe Knorr mit seinem fünften Treffer zum 8:5 den Vorsprung erstmals auf drei Treffer ausbaute (16.). Nach Max Staars Konter zum 9:6 machten sich die Gäste durch schlechte Abschlüsse selbst das Leben schwer und kamen nicht von der Stelle. Die HSG-Abwehr hatte vor allem Christoffer Rambo im Griff. Beim Top-Torjäger der Mindener klemmte es vor der Pause mit einem Treffer aus fünf Versuchen im Abschluss. Nordhorns Keeper Bart Ravensbergen und auch Semisch hielten ihren Kasten sechs Minuten sauber. Auf Mindener Seite löste Knorr die Torbremse – 7:10. Mit einem 3:0-Lauf glichen die Gastgeber aber zum 10:10 aus, ehe Joscha Ritterbach mit einem Rebound-Tor für die knappe 11:10-Pausenführung sorgte.

In Durchgang zwei blieb das umkämpfte, aber jederzeit faire Duell, bis zum 13:13 ausgeglichen. Dann setzten sich die von der Bank gepushten Mindener langsam aber sicher ab. Carsten Lichtlein hielt einen Siebenmeter von Torjäger Robert Weber, die Abwehr machte dicht und Rambo schloss einen 4:0-Lauf mit dem Treffer zum 17:13 ab (44.).

Schluroff und Knorr bauten den Vorsprung auf 19:14 aus, GWD schien knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff bereits auf der Siegerstraße. Aber jetzt flatterten die Nerven, zehn Minuten gelang kein eigener Treffer, weil Ravensbergen selbst bei klarsten freien Würfen zum unüberwindlichen Hindernis wurde. Es wurde dramatisch in der Emsland Arena. „Wir sind nervös geworden“, räumte Lichtlein ein. Weber verkürzte auf 18:19, Ritterbach hatte den Siebenmeter verursacht und musste für zwei Minuten auf die Bank (56.). Das Spiel stand auf der Kippe, aber jetzt explodierte Rambo, beendete in Unterzahl mit dem 20:18 die Torflaute der Mindener (57.) und legte aus elf Metern noch das 21:18 drauf.

Die Hallenuhr zeigte die letzten zwei Minuten an, die Emsländer kämpften verzweifelt gegen die Niederlage an, verkürzten auf 19:21. Mats Korte hätte alles klar machen können, versemmelte aber auch den dritten Siebenmeter der Grün-Weißen. 34 Sekunden vor dem Abpfiff musste Joshua Thiele auf die Strafbank, aber statt einer dramatischen Schlussphase war plötzlich die Luft raus, weil sich die HSG-Bank eine Zeitstrafe einhandelte und der Ballbesitz zu den Gästen wechselte. Maximilian Janke krönte seine starke Leistung im Abwehrzentrum mit dem 22:19.

„Eine gute Abwehr und starke Torhüter haben heute den Ausschlag gegeben. Wir haben uns von der Bank aus gut gepusht und so kamen die Emotionen in unser Spiel. Wir haben verdient gewonnen“, resümierte Routinier Lichtlein. Für sein Team sei der Druck zu groß geworden, so der niederländische Nationalkeeper Ravensbergen. „Wir haben zu viele Fehler gemacht.“

GWD hat jetzt fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nach der Länderspielpause geht es am 6. Mai in Lübbecke gegen den TVB Stuttgart weiter.