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GWD muss sich strecken

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23:13 19.04.2021
Der Handball-Bundesligist GWD Minden muss sich strecken, um in einer schwierigen Saison den Klassenerhalt zu schaffen. Foto: Metge/GWD
Der Handball-Bundesligist GWD Minden muss sich strecken, um in einer schwierigen Saison den Klassenerhalt zu schaffen. Foto: Metge/GWD
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Während die Konkurrenz punktete, mussten die Ostwestfalen zuschauen. Das für Sonntag angesetzte Spiel gegen den HC Erlangen wurde (wie berichtet) wegen der aktuellen Corona-Lage bei den Franken verlegt. Vor allem das überraschende 26:26 des nächsten Gegners HSG Nordhorn-Lingen beim Tabellenfünften FA Göppingen wird in Minden nicht für Verzückung gesorgt haben. Die Lage in der Liga ist unübersichtlich, was zum großen Teil an Corona liegt.

Der Vorsprung zum ersten Nichtabstiegsplatz, in dieser Saison steigen vier Teams aus der Bundesliga ab, ist auf drei Zähler eingedampft. Dorthin haben sich die „unabsteigbaren“ Eulen Ludwigshafen geschoben, die die aktuelle Schwächephase des TVB Stuttgart ausnutzten und bereits am Donnerstag einen wichtigen 28:24-Erfolg feierten. Das derzeit alles möglich ist, zeigte TUSEM Essen, das gegen den Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt hauchdünn vor einer Sensation stand, letztlich aber 28:29 verlor, weil der letzte Wurf erst nach der Schlusssirene im Flensburger Tor landete.

Die Tabelle schiebt sich im Keller im enger zusammen, auch, weil GWD seit vier Spielen auf einen Sieg wartet. Während die Konkurrenten gegen den Abstieg, nur der Tabellenletzte HSC 2000 Coburg scheint abgeschlagen, hellwach sind, lassen die Mindener Chancen liegen, wie das 27:29 im Derby beim von Corona geschwächten TBV Lemgo Lippe gezeigt hat. „Wir schauen auf die Tabelle, sind keine Traumtänzer“, sagt GWD-Coach Frank Carstens, dem zur Unzeit mit Doruk Pehlivan ein weiterer wichtiger Spieler ausfällt. Aber der Coach bleibt optimistisch. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie sich nach Rückschlägen aus einem Tief herausarbeiten könne. „Wir stehen noch über dem Strich, haben die Dinge selbst in der Hand“, so der 49-Jährige.

Das Duell am Donnerstag bei der HSG Nordhorn-Lingen ist von enormer Bedeutung. „Wir müssen so spielen, als wäre es das letzte Spiel“, sagte Sport-Geschäftsführer Frank von Behren.

Das könnte wegen der Corona-Lage schneller kommen als gedacht. Bei einer vorzeitigen Beendigung des Liga-Betriebes würde die Quotientenregelung greifen. Die erreichten Punkte werden dann durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt. Dann stünde für GWD aktuell ein Wert von 0,64 zu Buche (16 Punkte/25 Spiele), bei den Nordhornern dagegen nur 0,5 (13/26). Aber die vom Abstieg bedrohten Teams liegen, was die absolvierten Spiele angeht, in etwa auf Augenhöhe. Die wenigsten Begegnungen (22) hat die MT Melsungen ausgetragen, die aber nicht zu den Kellerkindern gehört.

Grund zur Sorge ist die Länderspielwoche Ende April, wenn die Mindener Nationalspieler Juri Knorr, Kevin Gulliksen oder Aliaksandr Padshyvalau wegen der EM-Qualifikation durch Europa tingeln. Deutschland spielt am Donnerstag 29. April, in Bugojna gegen Bosnien-Herzegowina. Von Behren fürchtet, dass die Reisen Corona-Infektionen in die Liga tragen könnten, die zu weiteren Spielausfällen führen würden. Die seien aber nicht aufzufangen. „Es gibt einfach keine freien Wochen mehr.“ Auch eine weitere Quarantäne des eigenen Teams könnte fatale Folgen haben. „Wir müssen noch vorsichtiger werden“, sagt der Manager.

Bislang sind die Bundesliga-Spiele nur bis zum 9. Mai terminiert. Nach dem fünften Auswärtsspiel in Folge im Emsland folgen weitere wichtige Partien gegen den TVB Stuttgart (6. Mai) und drei Tage später bei HBW Balingen-Weilstetten, in denen GWD aus eigener Kraft die Lage entschärfen kann.