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GWD scheitert im Derby am Druck

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19:48 11.04.2021
Keeper Malte Semisch hat einen dicken Hals. Trotz seiner Paraden verliert GWD das Derby in Lemgo. uk
Keeper Malte Semisch hat einen dicken Hals. Trotz seiner Paraden verliert GWD das Derby in Lemgo. uk
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Die Gastgeber mussten dabei mit Langzeitverletzten wie Nationalspieler Tim Suton gleich auf zehn Spieler verzichten, kompensierten das aber besser als die Weserstädter, bei denen kurzfristig Doruk Pehlivan und Aliaksandar Padshyvalau nicht mitwirken konnten. Vor allem der junge Türke fehlte GWD in der Abwehr, aber vor allem im linken Rückraum. So lag die Last auf den Schultern von Juri Knorr und Christoffer Rambo, der mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer des Spiels war, für die Ausbeute aber auch 15 Versuche benötigte. „Der Ausfall von Pehlivan tut uns weh, weil wir im linken Rückraum nicht die Durchschlagskraft haben“, sagte GWD-Coach Frank Carstens. So stand bei Miro Schluroff die Null, er vergab seine drei guten Chancen. „Es ist enttäuschend, dass wir hier nichts mitgenommen haben“, ärgerte sich Carstens.

Dabei hatten die Gäste viele Trümpfe in der Hand, der TBV musste im ersten Spiel nach der Corona-Quarantäne unter anderem auf seine etatmäßigen Außenspieler, darunter Torjäger Bjarki Mar Elisson (138 Tore), verzichten und durch vier Nachwuchsspieler ersetzen. So machte Rückraumspieler Finn Hangstein seine Sache als Linksaußen gut, erzielte vier Treffer. „Wir haben heute einfach ein bisschen mehr gekämpft und deshalb zwei Tore mehr erzielt“, sagte Maxim Schalles, der auf der rechten Seite aushalf und ebenfalls viermal gegen den starken GWD-Keeper Malte Semisch einnetzte. Während die Lipper nichts zu verlieren hatten und sich in das Ostwestfalen-Derby hinein kämpften, scheiterte GWD an den eigenen Nerven. „Nach der schlechten Leistung von Essen sind wir am selbst auferlegten Druck und den für heute ausgerechneten Chancen gescheitert“, analysierte Carstens.

GWD fand gut ins Spiel, lag bis zum 5:4 in Führung, ehe Hangstein beim 6:5 für den ersten Vorsprung des TBV sorgte (13.). In der Folge war GWD besser im Spiel, durch einen 5:0-Lauf beim 12:8 durch Max Staar sogar mit vier Toren in Führung. „Wir machen da nicht frühzeitig den Sack zu“, monierte Keeper Semisch, dessen 14 Paraden seinen Vorderleuten nicht die nötige Sicherheit brachten.

Der TBV stellte sich bis zur Pause besser auf die Achse Knorr/Rambo ein, nutze seinerseits die gute Leistung von Keeper Peter Johannesson, um beim 14:13 wieder in Führung zu gehen. Der starke Knorr sorgte zumindest für einen ausgeglichenen Pausenstand.

Auch im zweiten Durchgang verlief das Derby lange Zeit ausgeglichen. Nach der 20:19-Führung durch Mats Korte verpassten die Gäste drei Chancen, darunter einen von Korte vergebenen Siebenmeter, um sich abzusetzen (41.). „Uns fehlt einfach die Abgezocktheit“, sagte Semisch. Die legten dafür die Gastgeber in der Schlussphase in die Waagschale. Ausgerechnet der lange verletzte ehemalige Mindener Andreas Cederholm sorgte mit dem 24:22 (54.) und 27:25 (58.) für die entscheidenden Impulse im TBV-Spiel. GWD gelangen in der Abwehr keine Ballgewinne mehr. Christian Zeitz sorgte mit dem 27:28-Anschluss 60 Sekunden vor dem Abpfiff noch für Hoffnung, aber Cederholms Zuspiel verwerte Jonathan Carlsbogard zum entscheidenden Schlag – 29:27.

Nach dem Desaster in Essen war die gestrige Partie ein Schritt nach vorn, aber auf GWD kommen schwere Wochen zu. Pehlivan ist am Meniskus operiert worden und wird auch im Spiel am nächsten Sonntag gegen den HC erlangen fehlen. „Wir haben unsere Möglichkeiten, das ist positiv. Aber wir müssen jetzt schnell lernen, im Angriff neue Lösungen zu finden“, sagte Carstens.