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Sportbuzzer-Zulieferung Grittner spürt Verantwortung
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Grittner spürt Verantwortung
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18:59 12.03.2020
Malte Grittner übernimmt Verantwortung beim MTV Rehren A/R. Quelle: jö
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Dass ein erst 25-Jähriger die Eigenschaften komplett auf sich vereint, ist eine ungewöhnliche Ausnahme. Malte Grittner müsste sich beim Bezirksligisten MTV Rehren A/R die Binde nicht einmal überstreifen, mit seinem Engagement und seiner mannschaftsdienlichen Spielweise sticht er trotzdem heraus.

„Ja, ich spüre die Verantwortung für den Gesamterfolg“, bestätigt Grittner, der hinten abräumt, im Mittelfeld ackert und sich auch vorne gerne mal zeigt. In der Kreisliga war er mit zweistelliger Trefferquote ein äußerst erfolgreicher Abwehrspieler. Dass er sich nicht nur über sich selbst, sondern sich auch über das System, die Taktik und die weiteren Erfolgsfaktoren analytische Gedanken macht, auch das macht ihn zu einem wertvollen Kapitän.

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Beruflich hält bei der Telekom das Glasfaserkabelnetz instand, ist dafür täglich im Großraum rund um Hannover von Nienburg bis Hildesheim unterwegs. Auch dort hat er also eine Aufgabe, die von zukunftsträchtiger Bedeutung für das Gemeinwohl ist. Doch wie ist die Lage in der Heimat, genauer bei seinen Verein MTV Rehren A/R? Malte Grittner ist ein klassisches Eigengewächs, wohnt 300 Meter vom Sportplatz entfernt und sagt nach dem überzeugenden 4:1-Sieg vom letzten Wochenende: „Ich hoffe, dass wir das Verlieren verlernt haben. Der Kader ist groß, wir können neue Spielertypen einwechseln und ich bin überzeugt, wir schaffen den Klassenerhalt.“ Der große Unterschied zwischen Kreisliga und Bezirksliga bestehe darin, dass jetzt für einen Sieg das gesamte Team funktionieren müsse. „In der Kreisliga reichte dafür der geniale Moment eines Einzelspielers.“ All das habe Rehren nach dem Aufstieg erst lernen müssen. Außerdem spiele man unter Raphael Idel jetzt ein praxistauglicheres System. „Wir mussten erst verstehen, was er von uns will“, verrät Grittner, der sich neben dem MTV Rehren A/R auch für Hannover 96 begeistern kann: „Vielleicht aber nicht ganz so verrückt wie andere.“ Immerhin ist er häufiger bei Heimspielen im Niedersachsenstadion, zuletzt beim Sieg gegen Holstein Kiel. Weder Hannover 96 noch sein MTV Rehren A/R kommen für ihn für den Abstieg in infrage, doch selbst wenn es anders käme, steht für den heimatverbundenen Malte Grittner fest: „Natürlich bleibe ich, auch in der Kreisliga.“

Beim ersten Bezirksliga-Spieltag des Jahres werden womöglich noch einige Begegnungen ausfallen – wegen des grausigen Wetters oder auch wegen des Coronavirus. Rehrens Sieg gegen die U23 des VfL Bückeburg soll nach dem Willen von MTV-Trainer Idel wegweisend gewesen sein und wiederholt werden. Seine Mannschaft kam topfit und griffig aus dem Winter. „Bis auf unsere vielen vergebenen Torchancen war es eine Leistung, wie ich sie mir vorstellen“, sagt er. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der sechsmal hintereinander ungeschlagene Kreismeister schon am Sonntag die Abstiegsplätze verlässt. Zu Gast ist nämlich der abgeschlagene Tabellenletzte 1. FC Germania Egestorf/Langreder II.

Ganz anders fühlt sich die Situation der U23 des VfL Bückeburg an, die in Rehren zu leidenschaftslos daherkam. Tim Buchwald war der einzige, von dem Torgefahr ausging. „Es war unser erster Kontakt mit echtem Gras in diesem Jahr“, versuchte VfL-Trainer Steffen Potthast einen Grund für die Leistung seiner abstiegsbedrohten Mannschaft zu finden, die am Sonntag mit dem Spiel beim Tabellensechsten SV Lachem-Haverbeck erneut ein schweres Auswärtsspiel zu überstehen hat. Einige Spieler der Hamelner beschwerten sich zuletzt darüber, dass der Eindruck entstand, die Mannschaft sei trainingsfaul. „Das trifft definitiv nicht zu“, erklärt der ehemalige Rintelner Moritz Peters. „Bei uns wird genauso trainiert wie bei anderen Bezirksligisten“.

Unter anderen Vorzeichen steht das Spiel des VfR Evesen beim TuS Garbsen, der als Tabellendritter zum Pulk der wohl chancenlosen Verfolger des Tabellenführers gehört. Die Hartplatz-Niederlage in Davenstedt zeigte, dass Evesen auf seinem Weg in die Landesliga keine Fehler machen darf. „Wenn wir bei einem Konter überlaufen werden, darf das natürlich nicht passieren“, ärgerte sich VfR-Fußballchef Jürgen Bolte.

Wenn nach dem Regen in der Woche beim TSV Algesdorf mit seinen beschränkten Platzverhältnissen gespielt werden kann, wäre das eine positive Überraschung. Zu Gast ist der Mühlenberger SV, der sich nach seinem verletzungsbedingten Sturz von der Tabellenspitze ins Mittelfeld zuletzt wieder ein wenig berappelte. „Wir sind vorbereitet und möchten auch spielen“, sagt TSV-Trainer Timo Nottebrock.

Auch beim Spiel des SC Rinteln gegen den Tabellensiebten TuS Germania Hagen muss geklärt werden, ob auf dem Steinanger gespielt werden kann. Für den Vorletzten ist es mit seinen sieben Punkten Abstand auf die Relegation schon jetzt die wohl letzte Chance, noch mal ins Geschäft zu kommen.