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Sportbuzzer-Zulieferung „Heiner, trau Dich!“
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung „Heiner, trau Dich!“
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13:33 29.03.2020
Heiner Klein erzielt in Halvestorf das entscheidende Tor und jubelt über den Aufstieg in die Niedersachsenliga. Fotos: Archiv
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Wenn allein die Veranlagung reichen würde, dann hätte Heiner Klein zwingend Bundesliga-Fußballer werden müssen. „Er war der genialste Spieler, der mir jemals begegnete“, sagte Reinhard Stemme mal, der ihn beim SV Nienstädt 09 und beim FC Stadthagen trainierte.

Klein war Torschützenkönig in der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord, er konnte mit seinem Antritt und seiner Technik vier Gegenspieler locker aussteigen lassen und den Ball in den Torgiebel dreschen, er war tatsächlich ein begnadeter Fußballer. Es gab Angebote von Werder Bremen, Hannover 96 und sogar Bayern München, aber irgendwas sprach immer dagegen. Klein erklärte das so: „Mir fehlte wohl ein ehrgeiziger Ratgeber, einer der gesagt hätte: Mensch Heiner, trau dich, mach das jetzt!“

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Glücklich wurde er aber auch so. Heute ist Klein 52 Jahre alt, wohnt mit seiner Frau Christine in Auhagen und hat, wie er sagt, „mit dem Fußball in gewisser Weise abgeschlossen“. Aber er ist dank Fitnesstraining und Dauerlauf immer noch so gut in Form und so extrem ballgewandt, dass man ihn sich noch locker in der Kreisliga vorstellen könnte. Als Zuschauer sieht man den ehemaligen Torjäger selten, auch ins Stadion zieht es ihn nicht. Aber sein 22-jähriger Sohn Brian hat von ihm das Sturmtalent geerbt, spielt beim TSV Havelse in der A-Junioren-Bundesliga, wurde aber durch seine dritte Verletzung an der empfindlichen Schulter soweit zurückgeworfen, dass seine Karriere vorerst ruht – tragisch.

Heiner Kleins Karriere begann in der Bezirksklasse beim TSV Wendthagen (heute TSV Eintracht Bückeberge), der damals vom legendären Helmut Rödenbeck trainiert wurde. Von dort aus war es ein kleiner Schritt zum SV Nienstädt 09, der eine Stufe höher in der Bezirksliga spielte und in der Klein auf Anhieb Torschützenkönig wurde, was zum ersten Mal das Interesse von Profiklubs weckte. Aber er blieb in der Region, ging zum 1. FC Wunstorf in die Landesliga und wechselte nach zwei Jahren zu Preußen Hameln 07.

„Meine vielleicht wichtigste Zeit“, erinnert er sich. Die Hamelner stiegen mit ihm in die dritthöchste Liga, die Oberliga Nord auf. Klein sorgte für Riesenfurore, schoss zum Beispiel bei den zwei Siegen gegen den FC Bremerhaven, der damals von Felix Magath trainiert wurde, die Tore. „Ich lebte auch immer von meiner guten Physis“, sagt er. Herausragend stark wurde er aber erst dann, wenn er Vertrauen und Rückhalt spürte. „Große Leistungen können nur auf dieser Basis entstehen, auch beruflich“, ist er heute noch überzeugt.

Vertrauen und Rückhalt beflügelte ihn auch beim FC Stadthagen, bei dem Reinhard Stemme mit Spielern wie Jörg Könecke, Oliver Jelinek, Enrico Borghese und Dirk Strauchmann in den neunziger Jahren eine so starke Truppe zusammenstellte, dass sie es unter Ex-Profi Bernd Dierßen bis in die Niedersachsenliga schaffte. Auch Heiner Klein war bei dieser Auswahl dabei, steuerte 33 Tore bei.

Viele seiner Treffer aus dieser Zeit brannten sich in die Erinnerungen der Zuschauer ein. Wenn Klein durchging, wenn er Haken schlug, wenn er von der gesamten gegnerischen Abwehr gejagt wurde – und wenn er trotzdem das Tor machte. Es gab Tage, da war sein Spiel schlicht sensationell, da war es kaum zu glauben, dass dieser Mann in der Stadthäger Provinz spielt.

Unsere Zeitung beschrieb die damalige Stadthäger Taktik so: „Hinten dicht, vorne Heiner Klein.“ Deshalb ist es auch kein Wunder, dass er als wichtigste Wegbegleiter Personen aus der FC-Epoche aufführt: „Der Riesenfußballer Jörg Könecke, mein Passgeber und Orientierungspunkt Bernd Dierßen, die tollen Dirk Strauchmann und Rudi Kuppe. Natürlich auch Wegbegleiter außerhalb des Platzes wie Günther Bartels, Walter Struckmann und Reinhard Stemme, mit dem ich heute noch eng befreundet bin.“ Heiner Kleins Traumelf sieht so aus:

Marc CholewaDirk Strauchmann, Enrico Borghese, Jörg Könecke, Rudi Kuppe – André Blotni, Feyzi Tas, Oliver Jelinek, Bernd DierßenVolker Hesse, Brian Klein.