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Sportbuzzer-Zulieferung Immer noch der schönste Moment
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14:34 29.05.2020
Der Ball ist im Netz – und Luca Wischhöfer dreht zum Jubeln ab. fotos: uk, archiv
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Von daniel kultau LANDKREIS

Doch aufgrund des Coronavirus fällt das Spiel vorerst flach. Wir blicken deswegen auf einige Endspiele der vergangenen Jahre zurück.

2017: Wischöfer mit der späten Erlösung:

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Ein glückliches Händchen hatte der damalige Trainer der FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen, Michael Treichel. In der 90. Minute wechselte er Luca Wischhöfer ein. Zu diesem Zeitpunkt stand es im Endspiel gegen den SC Auetal 1:1. „Eigentlich wurde ich für das Elfmeterschießen eingewechselt“, blickt der Siegtorschütze zurück. Doch dann kam es nach einem langen Ball anders. Der Abpraller landete vor den Füßen Wischhöfers, der die Kugel aus drei Metern über die Linie schob. „Das war ein absolutes Gefühlschaos. Normalerweise hatten wir mit Fabian Nerge oder Alexander Wellschmidt ja unsere Torjäger“, so Wischhöfer. „Dass ich den Ball dann reinhaue, konnte ich in dem Moment überhaupt nicht glauben. Gerade vor so einer Kulisse.“ Mehr als 1000 Besucher waren an diesem Tag nach Wiedensahl gekommen.

„Im Fußball war es für mich der schönste Moment. Ich weiß nicht, ob noch was Besseres kommt“, sagte der Joker damals direkt nach dem Abpfiff. „Auf den Fußball bezogen hat sich daran nichts geändert“, erklärt er heute. Die FSG feierte den Pokalsieg im Anschluss im Nordsehler Vereinsheim. Zu später Stunde zogen Teile der Mannschaft dann noch weiter nach Hannover.

2014: TuS Lüdersfeld vermiest die Heimparty:

Alles war angerichtet. Auf dem Sportplatz des MTV Rehren A/R hatten sich rund 500 Zuschauer versammelt. Der Großteil von ihnen wollte einen Heimsieg des MTV sehen. Doch es kam anders, denn im Finale setzte sich der TuS Lüdersfeld mit 4:2 durch und vermieste den Rehrenern ihr Heimfinale. „Wir hatten das ganze Jahr kein Spiel verloren“, erinnert sich der damalige TuS-Trainer Dirk Sölter. Seine Mannschaft stieg in dieser Saison souverän in die Kreisliga auf. „Die Rehrener waren verkrampft“, so Sölter weiter. Als Kreisligist gegen den vermeintlichen Underdog im Finale auf dem eigenen Platz – diese auf dem Papier so eindeutige Ausgangslage ließ sämtliche Lockerheit verschwinden.

Die entscheidende Szene spielte sich in der 55. Minute ab, als MTV-Kapitän Malte Grittner auf der Linie für seinen schon geschlagenen Keeper klärte. Der Schiedsrichter entschied auf Handspiel und Rote Karte. Die Rehrener waren sich einig, dass Grittner mit der Brust geklärt habe. Bujar Ademi verwandelte den Elfmeter zum 2:0. Es war die Vorentscheidung, auch wenn der MTV alles versuchte, um das Endspiel auf eigener Anlage doch noch zu drehen. „Danach sind wir dann zurück in unser Sporthaus und haben noch lange gefeiert“, blickt Sölter zurück. Der MTV konnte dann zumindest in den Folgejahren zweimal jubeln, holte 2016 und 2019 den Pokal.

2013: Elfmeterkiller Zerbst:

Rund zwei Wochen vor dem Pokalfinale hatte der Kreismeister VfL Bückeburg II noch mit 4:0 beim SV Engern gewonnen. Nun standen sich beide Mannschaften im Endspiel in Apelern wieder gegenüber. „Die Außenseiterrolle lag uns ja schon immer ganz gut“, erinnert sich SVE-Spieler Kai Moch. So hatten dieses Mal die Gänsedörfler das bessere Ende für sich und gewannen mit 5:4 im Elfmeterschießen. Torwart Michael Zerbst, der bereits in der regulären Spielzeit einen Strafstoß pariert hatte, hielt auch im Elfmeterschießen zwei VfL-Versuche. „Wir sind auch in den Runden davor immer im Elfmeterschießen weitergekommen“, so Moch. „Schon in den Spielen hat Matthias viele Elfer gehalten. Das war erstaunlich.“

Für die Engeraner begann die Feier direkt nach dem Abpfiff und endete am nächsten Morgen nach der Rückfahrt im Bus auf dem heimischen Platz. „Das war schon etwas ganz Besonderes“, blickt Moch zurück.

2010: Nienstädter Reserve wird erst im Finale gestoppt:

Bei Pokalsiegern aus Nienstädt, denkt der Großteil vermutlich an die erste Mannschaft des SV Nienstädt 09. Im Jahr 2010 war es jedoch die Reserve aus der 2. Kreisklasse, die sich als Favoritenschreck entpuppte und es bis ins Finale schaffte. Drei Kreisligisten, darunter die Zweitgarnitur des SC Rinteln, räumte der SVN 09 II damals aus dem Weg. „Wir haben häufig 0:0 gespielt und dann im Elfmeterschießen gewonnen“, erinnert sich der damalige Trainer Detlef Hoyer. „Wir hatten viele gute, junge Spieler wie Sebastian Beuchel, Martin Krätge, Christian Führing oder Tim Schöller.“ Im Finale gegen den Kreisligisten TSV Algesdorf brachen jedoch drei Spieler weg, sodass Routiniers wie Thomas Klatt und Dirk Brinkmann einspringen mussten. Trotzdem ging die Nienstädter Reserve durch einen Schöller-Freistoß früh in Führung. „Der Moment war sensationell“, erinnert sich Hoyer. Am Ende ließen jedoch die Kräfte bei den Nienstädtern nach – und so gab es einen ungefährdeten 5:1-Erfolg der Algesdorfer, die im Anschluss in blau-weiß geschmückten Traktoren aus Lindhorst zurück nach Hause fuhren. Für die Nienstädter ging es erst ins eigene Vereinsheim und im Anschluss noch in „Heines Deele“ nach Nordsehl. „Man soll die Feste ja feiern, wie sie fallen“, so Hoyer. „Gegen 6 Uhr waren wir dann wieder zu Hause.“

2008: Sachsenhäger haben die besseren Nerven:

Mit 90:19 Toren und 77 Punkten aus 30 Spielen hieß der Kreismeister 2008 SV Union Stadthagen. Die „Unioner“ mussten im Endspiel gegen den SV Victoria Sachsenhagen, den ärgsten Liga-Rivalen, ran. Vor 400 Zuschauern in Lüdersfeld ging Union durch Yasin Korkmazyigit Mitte der ersten Hälfte in Führung. Direkt danach sorgte Schiedsrichter Endrik Kording für Aufsehen. Er zog sich einen Bänderriss zu und konnte nicht weitermachen. Unter den Sachsenhäger Zuschauern war zufälligerweise Oberliga-Schiedsrichter Björn Förster. „Er wollte eigentlich nur seinem Bruder Jan zuschauen, der bei uns gespielt hat, erinnert sich der damalige Sachsenhäger Spieler Florian Blaser. „Es war sonst ein gutes, ausgeglichenes Duell. Auch wenn es ab und zu etwas hitzig zuging“, so Blaser weiter.

Als die Nachspielzeit lief, führten die Stadthäger mit 2:1, ehe Jan Förster im gegnerischen Strafraum gefoult wurde und sein Bruder Björn auf Elfmeter entschied. „Das war aber auch ein klares Foul“, betont Blaser. Ingo Poschlod glich aus, und im Elfmeterschießen hielt der Victoria-Keeper Stephan Alms drei Efmeter, sodass sein Team mit 6:3 gewann. „Dann ging es zum Griechen nach Sachsenhagen – und es wurde eine lange Nacht“, schaut Blaser zurück.