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Sportbuzzer-Zulieferung Kein Höhepunkt mehr?
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Kein Höhepunkt mehr?
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18:50 29.01.2019
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Wieder einmal war die Traditionsveranstaltung ausverkauft. Bei der ersten Auflage 1992 war Schaumburg in der Region Vorreiter für eine Serie an Qualifikationsturnieren mit einer Endrunde der besten Mannschaften. Aber ist das Masters in seiner jetzigen Form noch das Maß aller Dinge?

Fußballerisch sind die besten Tage vorbei, da sind sich die Experten einig. Für bessere Darbietungen auf dem Hallenboden ist auch die Sparkasse als Hauptsponsor und „Erfinder“ des Events nicht zuständig. Im Vordergrund stehen seit geraumer Zeit die Entgleisungen von Spielern und Zuschauern, wie der aktuelle Fall des Rintelner Spielers Noshkar Sharo zeigt (wir berichteten). „Das Masters wird immer mehr zu einer Karnevalsveranstaltung“, sagt Sören Strauß auf dem Facebook-Kanal des Sporbuzzers. „Mir geht dieses Hallenmasters langsam auch einfach nur auf den Geist. Es gibt keinen sauereren Fußball mehr wie noch vor einigen Jahren“, so Strauß weiter.

In der Geschichte des Masters wurde oft an Stellschrauben gedreht. Der Modus wurde geändert, aus einem zweitägigen „Jeder gegen Jeden“ wurde ein Eintagesturnier mit ausgelosten Gruppen und einem Endspiel. Der Sonnabend steht inzwischen für ein finales Turnier der A-Junioren zur Verfügung. Die Resonanz bei den Vereinen lässt aber zu Wünschen übrig, die Qualität leidet. Der VfL Bückeburg verzichtet beispielsweise auf die Teilnahme seines A-Junioren-Niedersachsenliga-Teams. „Das interessiert kein Schwein“, sagt Andreas Jaschke, Vorsitzender des SV Obernkirchen und Gastgeber der Endrunde, der gerne zum alten Modus mit zwei Spieltagen zurückkehren würde: „Die Vereinen wollen das. Dann hätten wie wieder einen gerechten Mastersieger.“ Im aktuellen Modus sei zu viel Zufall im Spiel, „mit einer Niederlage ist man bereits fast ausgeschieden“. Jaschke hat noch andere Vorschläge. So könne er sich vorstellen, die Jugend am Freitag spielen zu lassen und am Sonnabend ein auf zwölf vergrößertes Teilnehmerfeld in vier Dreiergruppen die Endrundenteilnehmer zu bestimmen.

Bereits bei Turnierserie 2017/18 durften sich die Torhüter wieder aktiv ins Spielgeschehen einschalten, quasi als fünfter Feldspieler agieren. „Das bringt nichts, davon sollten wir wieder abgehen. Das Ballgeschiebe mit anschließendem Fernschuss macht den Hallenfußball kaputt und verhindert spektakuläre Dribblings“, sagt Marco Gregor als Trainer des Kreisligisten SC Auetal.

Aber auch das Drumherum ist in die Jahre gekommen. „Warum wird die Nachfrage bei den Turnieren in Hameln und Hannover immer stärker? Wie machen die es, wir machen wir es? Da muss man sich hinterfragen“, sagt Jaschke. In die Kerbe hat auch Gregor: „Das Masters sollte ein Höhepunkt sein. Dazu muss die Veranstaltung aufgepeppt werden. Das fängt bei den Durchsagen an, geht beim Catering weiter und hört bei der Siegerehrung auf.“ Die sei banal und lieblos gewesen, so der Coach mit Hinweis auf den Supercup in Hameln. Dort wird die Halle beim Einlaufen abgedunkelt, es wird Musik eingespielt, die Hallendurchsagen sind knackig. Es gibt sogar eine spezielle Spieler-Lounge. „In Hameln hat das Stil, bei uns ist es nur ein weiteres Hallenturnier“, sagt Gregor. Die Spieler seien heiß auf das besondere Erlebnis beim Endturnier, weiß Gregor, der aber auch kein Träumer ist. „Natürlich haben die dort mit der großen Rattenfängerhalle ganz andere Möglichkeiten. Aber trotzdem muss bei uns mehr drin sein.“

Timo Nottebrock, Trainer des TSV Algesdorf, war bei allen Masters-Endrunden dabei. 1992 noch als Spieler des SV Victoria Sachsenhagen. „Früher haben wir sonnabends gespielt, da gab es noch eine Players-Night. Das war super.“ Auch eine Rundum-Bande sei ein Alleinstellungsmerkmal, so der Coach, der in Gesprächen mit den Trainer-Kollegen festgestellt hat: „Es wird schwieriger, Spieler zu motivieren.“

Das Handball-Benefizspiel in Stadthagen einer Schaumburger Auswahl gegen GWD Minden hat gezeigt, was auch in kleinen Hallen möglich ist. Dort war mit Klaus Smolareck der Hallensprecher der Mindener mit einem ganzen Team angerückt und heizte den Fans ordentlich ein – inklusive Einlaufen im Nebel mit Lichteffekten in abgedunkelter Halle.

Die Sparkasse betont immer, für Verbesserungen offen zu sein – aber eine neue Sporthalle wird wohl auch das Geldinstitut nicht finanzieren.