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Sportbuzzer-Zulieferung Luftlöcher und Grasbatzen
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Luftlöcher und Grasbatzen
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11:05 01.07.2019
Da muss der Ball hin: Golflehrer Sebastian Neuhaus (links) gibt Jörg Bressem und seinen Mitstreitern wichtige Tipps. Fotos: Uk
OBERNKIRCHEN

Gemeinsam mit zwei Freunden nutzte ich den Juni, um uns dafür zu qualifizieren, den herrlich gelegenen Platz des Golfclubs Schaumburg in Obernkirchen bespielen zu dürfen. Wir droschen von der Driving Range erste Abschläge in die Feldmark, wir deaktivierten beim finalen Einlochen auf dem Grün unser Feingefühl, wir lernten die wichtigsten Regeln und wir erfuhren etwas über die „Etikette“, die nichts anderes als das rücksichtsvolle Miteinander beschreibt. Vor allem aber erlebten wir, dass Golf ein faszinierender Freiluftsport ist, der viel Technik und Konzentration abverlangt, der aber auch Raum für Entspannungsphasen in der Natur lässt.

Die Idee, es mal zu probieren, schlummerte in uns schon seit einigen Jahren. Doch aufgrund der Einsicht, eigentlich nicht genügend Zeit zu haben, nicht mal einen halben Tag pro Woche, versandete der Wunsch immer wieder. Aber jetzt, wo das Berufsleben hinter uns liegt, wo wir unsere Lebenszeit nicht mehr in stickigen Schreibstuben vor Computern, pseudowichtigen Strategiebesprechungen und belanglosen Routinesitzungen mit Wichtigtuern verplempern, war die Gelegenheit gekommen. Endlich mehr Licht, mehr Frischluft und mehr Sport als früher, endlich mehr Zeit nur für uns – dieses Bedürfnis vereinte Werner, Gerhard und mich. Wir buchten den Platzreifekurs einschließlich anschließender drei Monate Clubmitgliedschaft, um danach zu prüfen, ob wir Feuer gefangen haben.

Sebastian Neuhaus war der arme Kerl, der es auf sich nahm, uns in 14 Stunden bis zur Platzreife zu führen. Golf besteht vornehmlich aus englischen Begriffen, so auch seine Berufsbezeichnung: „Head Pro“ – der erste Golflehrer am Platze. Dass er den Sport perfekt beherrscht, merkten wir spätestens, als ich nach einigen Stunden und nach einem meiner ungezählten Fehlschläge ungläubig auf mein „Eisen 7“ schaute, er sich daraufhin meinen Schläger nahm und den Ball mit genial kontrollierter Dynamik vom Abschlag die über 150 Meter tatsächlich direkt bis an die Fahne schlug.

An meinem Schläger lag es also nicht. Eher daran, dass ich immer wieder in alte Fehlermuster verfiel, Kraft statt Technik einsetzte. Ich schlug Luftlöcher, traf den Ball nur ganz oben, sodass er erschrocken allenfalls fünf Meter weit wegsprang. Peinlich war auch, wenn größere Grasbatzen (Golfsprache: Divots) flogen oder ich den Waldboden zertrümmerte. Sebastian nahm all das geduldig und schweigend hin.

Wenn uns aber ein schöner Abschlag gelang, wenn wir den Ball sauber auf das Grün chippten, dann lobte er: „Ihr seid Talente.“ Glauben konnten wir das nicht, obwohl wir spürten, dass es tatsächlich von Stunde zu Stunde fast unmerklich besser wird. Die Abschläge kamen kontrollierter und rauschten nicht mehr ganz so häufig oben in die Baumwipfel. Auch Divots mussten wir seltener zurückverpflanzen. Wir hatten gelernt, in welcher Reihenfolge das Spiel auf den 18 Bahnen funktioniert, wie gezählt wird, wann es Punkte gibt und was ein Handicap ist. „Learning by doing“ war Sebastians sympathische Lehrmethode. Er hielt keine schwergewichtigen Vorträge, sondern erklärte uns das Spiel, Regeln und die Etikette – völlig entspannt direkt auf dem Platz.

Weil er merkte, dass wir mittlerweile halbwegs vernünftige Herren sind, wagte er es in der vorletzten Unterrichtseinheit sogar, uns allein auf den Bahnen spielen zu lassen. Schließlich wussten wir bereits genug darüber, dass wir die Bälle besser nicht ins Gestrüpp (Rough), in den Sandbunker und schon gar nicht ins Wasser schlagen und dass wir schnellere Gruppen, also alle, keinesfalls aufhalten. Wir wussten, wie wir uns aus dem Rough befreien können und nach welchen Regeln es weitergeht, falls ein verhauener Ball tatsächlich mal unspielbar war, weil er zum Beispiel direkt am Baum lag.

Sehr hilfreich waren auch die Youtube-Videos, mit denen das Internet voll ist. Von der Schlagtechnik bis zu dem in diesem Jahr geänderten Regelwerk ist hier alles zu finden. Dass wir Anfänger sind, erkennen in Obernkirchen die Spezialisten übrigens schon an unserer Ausrüstung. Wir tragen unsere Golftaschen und wir haben noch kein riesiges Schlägerarsenal dabei, sondern kommen mit drei Spielgeräten aus – dem Eisen 7 für die weiten Schläge, dem Wedge für die Annäherung an das Grün und dem Putter für das Einlochen auf dem Grün.

Am vergangenen Sonnabend war es dann so weit: Sebastian ist erlöst und muss unsere gewalttätigen Schläge nicht mehr freundlich kommentieren. Er erklärte uns, dass wir die Platzreife haben. Ab jetzt müssen wir selbst zurechtkommen, sicherer werden und die Quote der gelungenen Schläge weiter erhöhen. Wir werden erfahrene „Paten“ bitten, uns zu begleiten, wir werden immer mal wieder Sebastians Unterstützung brauchen und wir werden den traumhaften Blick vom Golfplatz auf die Porta Westfalica und hinein in die Norddeutsche Tiefebene genießen. Nur eines möchten wir nicht mehr, darin sind wir uns einig: Lebenszeit verplempern!

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