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Sportbuzzer-Zulieferung Maximilian Franke hat ein Ziel
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Maximilian Franke hat ein Ziel
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18:53 23.12.2019
Maximlian Franke (links) zieht ab: Im Pokalspiel beim VfL Bückeburg bleibt der Angreifer allerdings ohne eigenen Treffer.
Maximlian Franke (links) zieht ab: Im Pokalspiel beim VfL Bückeburg bleibt der Angreifer allerdings ohne eigenen Treffer.
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Er gehört zum Kader der U19 des Zweitligisten Hannover 96, spielt in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost.

Um den Traum zu leben, hat der Schüler einiges auf sich genommen, zusammen mit dem Rückhalt seiner Familie sehr viel Zeit investiert. Sportliches Talent hat Franke in die Wiege gelegt bekommen. Als Kind knackte er zweimal den Kreisrekord über 800 Meter und ist noch heute in den Bestenlisten zu finden. Auch im Tennis zeigte Maximilian Begabung. Das Bewegungstalent fühlt sich in sich in seinem eigentlichen Metier in der Offensive am wohlsten, ist dort flexibel einsetzbar. „Ich bin nicht langsam. Aber meine Stärken sind Ballmitnahme und schnelle Bewegungen“, beschreibt der Schüler seine Qualitäten. Obwohl es immer um Einsatzzeit gehe, weiß der eher schmächtig wirkende Franke ganz genau: „Als Innenverteidiger bin ich nicht gemacht.“

Alles begann ganz normal, Maximilian kickte in der Jugend des TSV Eintracht Bückeberge, Vater Klaus Reinartz-Franke war einer seiner Trainer. Als D-Junior spielte das Talent noch in der damaligen Spielgemeinschaft der Bückeberger mit dem FC Stadthagen. Aber über Kreisauswahl, Stützpunkt und Niedersachsenauswahl empfahl sich der Techniker für höhere Aufgaben. Der Schaumburger Stützpunkt sorgte 2015 unter Steffen Führing und Nico Felix für Furore im Avacon-Cup. „Da sind die Jungs aufgefallen“, sagt Reinartz-Franke, der als Vater sehr stolt auf die Leistungen seines Filius ist. Einige Probetrainings später gelang dann der Sprung zu Hannover 96. „Der damalige U14-Trainer wollte mich gerne haben“, erinnert sich Maximilian.

Der Schritt in die Landeshauptstadt entpuppte sich als sehr zeitintensiv. Viermal in der Woche Training, dazu große Turniere am Wochenende („Paris St. Germain statt VfL Bückeburg“). „Im Gegensatz zur D-Jugend war das schon drastisch“, erinnert sich Maximilian. Aber die Eingewöhnung wurde erleichtert, weil damals noch zwei andere Schaumburger den Sprung zu den „Roten“ wagten. „Wir kannten uns, haben die Fahrten geteilt.“ Auch im Drumherum mit den anderen Eltern sei es eine tolle Gemeinschaft gewesen. Als später in Hannover das neue 96-Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zur Verfügung stand, hat es Franke junior im dortigen Internat versucht, um den Aufwand zu reduzieren. „Aber das war nicht meine Welt“, berichtet der Abiturient, dem vor allem der Schulwechsel nicht behagte, weil die Noten schlechter wurden. „Ich kam dort nicht zurecht.“ Also wechselte Maximilian zurück zu den Eltern und nahm lieber die Fahrten auf sich. „Anstrengend, aber machbar“, sagt der Fußballer, den es doppelt hart traf. „Der ältere Jahrgang hat als G8 das Abi nach der zwölften Klasse bereits beendet. Die Jungs kommen ausgeruht zum Training“, erklärt Vater Klaus Reinartz-Franke, beruflich als Lehrer vom Fach. Während sein Sohn noch doppelt ran muss – am Ratsgymnasium und anschließend im Training.

Große Sprünge in der eigenen Entwicklung hat Maximilian vor allem in den ersten Jahren bei Hannover 96 gemacht. „Die Fortschritte waren immens – auch taktisch“, sagt der Offensivspieler. Der Input seitens der Trainer sei dort enorm gewesen, besser als noch beim TSV Eintracht Bückeberge, so Maximilian, mit einem spaßigen Seitenhieb auf Trainervater Klaus. „Die können einem halt noch besser helfen“, relativiert Franke junior, während der Vater vor der Leistung des Sohnes den Hut zieht: „Es gehört viel Mentalität dazu, dass durchzustehen. Immer wieder mit Spaß zum Training zu gehen, sich zu quälen.“ Der Spaß am Fußball sei neben allem Talent das Wichtigste, meint auch Maximilian: „Wenn man Fußball nicht lebt, kann auch nichts draus werden.“

In der jungen Karriere des Stadthägers ging es aber nicht immer nur bergauf. Als die starke U14 des NFV in Kaiserau eine Sichtung der Landesauswahlen gewann, schaffte der Schaumburger zwar den Sprung in die DFB-Auswahl, absolvierte in der U16 drei Länderspiele. „Das kam überraschend und war toll. Eines der Spiele war aber nicht so gut von mir“, räumt Franke ein, der anschließend nicht mehr dabei war. „Ich bin etwas aus dem Fokus gerutscht, aber man ist nie ganz raus, die Entwicklung der einzelnen Spieler wird von den Auswahltrainern immer beobachtet.“ Dennoch gibt es Hänger, „vor allem, wenn man nicht die Leistung bringt, die man von sich selbst erwartet.“ Auch Verletzungen gehörten zum Alltag. Aber an aufhören hat Maximilian nie gedacht: „Ich habe einen Traum und versuche mich durchzusetzen.“

In der laufenden Serie hat der 17-Jährige „erst“ 156 Minuten der Punktspiele absolviert. Er gehört halt zum jüngeren Jahrgang, muss um Einsatzzeit kämpfen. Andere, wie Simon Fabio Stehle, der in den Medien schon als potenzieller Profi gehandelt wird, sind da bereits weiter. „Manche von uns durften schon oben mittrainieren“, sagt Maximilian, dem bewusst ist, dass mit fortschreitendem Alter auch der Profibereich immer näher rückt und es naturgemäß auch enger wird. „Aber Druck macht mir das nicht. Es ist schön, so nah dran zu sein.“

Der Nationalspieler ist derweil vom eigenen Team überzeugt. „Wir haben in dieser Saison schon überragende Leistungen gezeigt und gegen starke Teams wie den VfL Wolfsburg gewonnen.“

Dass es bei den Profis von Hannover 96 zuletzt nicht immer rund lief, sieht der Nachwuchsspieler auch als Chance. „Vielleicht rutscht ja mal einer von uns oder der U23 hoch.“

Bis zum Ende seiner Zeit als Juniorenspieler im Sommer 2021 will Maximilian Franke auf jeden Fall ein „Roter“ bleiben. Das 96-NLZ habe sich unter der Führung von Michael Tarnat stetig verbessert. „Ich fühle mich dort gut aufgehoben“, sagt er. Ein weiterer Grund ist Trainer Stephan Schmidt, der einen guten Einfluss auf seinen Angriffsspieler hat. „Unter ihm entwickele ich mich weiter.“

Maximilian Franke will es auf jeden Fall bei Hannover 96 probieren, den Sprung zu den Profis zu schaffen – und falls es nicht klappen sollte, auch andere Vereine ins Auge zu fassen. Aber der Stadthäger bleibt realistisch: „Mit der neuen Saison kommt das wichtigste Jahr, es wird spannend. Man muss auch das Glück haben, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Am besten noch in einer Phase, in der es super läuft“, sagt Franke, sein Ziel fest vor Augen.