Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sportbuzzer-Zulieferung Neue Impulse: Zoberbier muss gehen
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Neue Impulse: Zoberbier muss gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:18 22.01.2020
Noch keine „Flasche leer“: Ralf Zoberbier fühlt sich nach seinem Aus in Evesen fit genug, um direkt weiterzumachen. Quelle: uk
Anzeige
von daniel kultau EVESEN

„Wir erhoffen uns dadurch neue Impulse für die Rückrunde“, erklärt VfR-Fußballchef Jürgen Bolte.

Die Eveser Reserve steht in der 1. Kreisklasse nur fünf Punkte vor dem Abstiegsplatz. Aufgrund der gleitenden Skala könnte sie auf ihrem jetzigen Platz aber auch absteigen – je nachdem wie viele Schaumburger Mannschaften aus der Bezirksliga in die Kreisliga runtergehen. „Das wäre das schlimmste was uns jetzt passieren könnte“, erklärt Bolte weiter. Hintergrund ist der, dass die erste Mannschaft des Vereins im Sommer nach jetzigem Stand in die Landesliga aufsteigen wird. Ein Unterbau in der 2. Kreisklasse wäre für die hochambitionierten Eveser also viel zu wenig. Bis zum Saisonende soll es nun das Duo aus Holger Weihmann (Co-Trainer/Betreuer) und Jörg Hegerhost (langjähriger VfR-Spieler) richten. „Ralf hat die Entscheidung akzeptiert“, so Bolte, der sich über weitere Einzelheiten nicht äußern wollte.

Anzeige

Dafür ging Zoberbier nach seinem Rauswurf in die Offensive. „Man hat mir unter anderem vorgeworfen, dass die Spieler im Sommer wegen mir weggegangen wären“, erklärt der B-Lizenz-Inhaber. Die wichtigen Stützen Kevin Hiekel, Christoph Storck, Jens Schneider und Kai Schneider waren vor der Saison zum klassenhöheren SV Obernkirchen in die Kreisliga gewechselt.

„Die sind gegangen, weil die sportlichen Perspektiven in der zweiten Mannschaft nicht gegeben sind. Die werden vom Verein nicht gefördert. Hier schaut man immer nur über den Zaun zum Nachbarverein, aber die Reserve und die Jugendmannschaften sind egal.“ Rumms! „Aber wenn man das mal anspricht, heißt es immer nur ‚man gönnt uns den Erfolg nicht‘.“

Die prekäre Situation, in der sich die VfR-Reserve befindet, habe Zoberbier schon vor der Saison erkannt und seine Bedenken in einem Brief an die VfR-Bosse angesprochen. „Da gab es keine Reaktion drauf“, blickt er zurück. Auch sein Bemühen aus der vergangenen Rückrunde stieß laut ihm auf taube Ohren. Damals hatte die erste Mannschaft aus der Bezirksliga nur noch theoretische Chancen aufzusteigen. Die Reserve spielte dagegen in der 1. Kreisklasse eine gute Rolle. Zoberbier habe damals versucht, den Verantwortlichen klarzumachen, dass der Aufstieg der Reserve in die Kreisliga möglich wäre. Auf eine Reaktion wartete er laut eigener Aussage vergeblich. „Das zeigt den Stellenwert der zweiten Mannschaft“, so der 59-Jährige. Die Mannschaft selbst sei mit der Entscheidung nicht einverstanden, verrät er. „Ich habe viele Nachrichten von den Spielern bekommen, die sich für die Zeit bedankt haben und es nicht verstehen können.“

Zoberbier übernahm das Amt in Evesen vor sieben Jahren. „Ich habe in dieser Zeit Angebote vom TSV Steinbergen und dem TSV Algesdorf abgelehnt, weil mir die Jungs so am Herzen liegen“, blickt er zurück. „Gerne hätte ich es bis zum Sommer zu Ende gebracht. Ich wünsche der Mannschaft, dass sie die Klasse hält.“ Eine Pause möchte er sich aber nicht unbedingt gönnen, hat sogar auf einem Internetportal schon eine Anzeige geschaltet, dass er ab sofort für einen neuen Verein bereitstünde. Ob sein zukünftiges Team dann aus Schaumburg oder Westfalen kommt, ließ er offen.

Wer dann in Evesen ab dem Sommer die Zügel der zweiten Mannschaft in der Hand hält, steht noch nicht fest. Erste Gespräche mit möglichen Nachfolgern wie Ercan Adsiz wurden bereits vor einigen Monaten geführt (wir berichteten).

Anzeige