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Nienstädt war die prägendste Zeit

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16:59 06.11.2020
Beim SV Nienstädt 09 war Suleyman Kahraman als Kapitän im Einsatz. Heute spielt er für den SC Stadthagen. fotos: archiv, pr.
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von daniel kultau STADTHAGEN

Drei Tore gehen auf das Konto von Suleyman Kahraman. Seit rund vier Jahren spielt er nun für den SC, davor war er in Schaumburg fußballerisch deutlich prominenter unterwegs.

Mit dem Fußballspielen begann der heute 36-Jährige in Pollhagen, wechselte dann zu den A-Junioren des VfL Bückeburg und hatte dort bereits erste Einsätze im Herrenbereich unter dem damaligen Trainer Ralf Fehrmann. Danach ging es zum FC Stadthagen, zum SV Union Stadthagen, zum SV Nienstädt 09 – und auch das Trikot des VfR Evesen stand ihm. „Die vielen Stationen haben mir gutgetan“, erinnert sich Kahraman, der vor allem gerne an „die prägende Zeit“ in Nienstädt zurückdenkt. Mit Torben Brandt, Thomas Klatt, Björn Schütte oder Mario Schünemann erlebte er aufregende Zeiten, schaffte unter anderem nach dem Abstieg aus der Bezirksliga den direkten Wiederaufstieg. „Wir haben damals auch junge Spieler wie Renke Mücke oder Tim Schwarze an die Mannschaft rangeführt.“

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Die vielen Vereine haben dem Industriemeister aber auch Strukturen kennenlernen lassen, die er heutzutage auch an seine Teamkollegen weitergeben möchte. „Für mich war es ganz normal, zwei- bis dreimal die Woche zu trainieren.“ Der SC Stadthagen zog in der vergangenen Saison seine Mannschaft zurück und wagt nun einen Neustart in der untersten Klasse. Trainiert wurde dort zuvor nicht. „Viele meiner Landsleute kennen das nicht, aber wir wollen ihnen das näherbringen.“ Solange es Corona zugelassen habe, sei man einmal in der Woche auf dem Trainingsplatz gewesen. „Dadurch wollen wir Struktur reinbekommen.“ Die Trainingsfaulheit habe sich durchgesetzt, aber durch den Neustart möchte man dieser nun den Garaus machen. Dass die Kreismannschaften wegen des Coronavirus bereits eine Woche früher in die Pause hätten gehen müssen, während auf Bezirks- oder Landesliga-Ebene noch gespielt worden sei, ärgert ihn. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Aktuell verfolgt der ab Sonntag 37-Jährige das Schaumburger Fußballgeschehen noch ganz genau. Guckt, was Brandt in Bückeburg macht oder was sein Jugendtrainer Heiko Thürnau („er hat mich mit am meisten geprägt“) mit dem VfR Evesen veranstaltet. Unterschiede zu seiner Zeit in höheren Ligen, auch wenn sie noch nicht lange vorbei ist, erkennt er aber immer wieder. „Als junger Spieler habe ich die Bälle getragen oder die Hütchen für das Gammeleck aufgestellt. Heute kommen die jungen Spieler aus der A-Jugend, glauben, dass sie schon alles erreicht haben, und sind mit ihrer Frisur beschäftigt oder damit, dass die Farbe ihrer Unterhose zu den Schuhen passt.“ Der Respekt würde laut Kahraman immer mehr verloren gehen. „Ich war damals in Bückeburg froh, wenn mir einer der gestandenen Spieler ‚Hallo‘ gesagt hat.“

Ob er den jungen Spielern als Trainer nicht mehr Respekt beibringen könne, „war mal ein Gedanke“, sei aktuell zeittechnisch aber nicht möglich. „Die Überlegung ist noch nicht ganz weg, aber momentan fühle ich mich noch so gut, um selbst zu spielen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.“