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Sportbuzzer-Zulieferung „Schnelle Freistoß-Ausführung kann das Spiel verändern“
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung „Schnelle Freistoß-Ausführung kann das Spiel verändern“
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22:24 19.07.2019
Gabriel Müller
Gabriel Müller
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Dabei sind die aktuellen Neuerungen im Fußballregelwerk durchaus einschneidend und beileibe nicht nur für Schiedsrichter interessant. Auch Spieler, Trainer und Zuschauer sollten wissen, was im Sommer geändert wurde. In einer kleinen Reihe informieren wir über die neuen Regeln, fachlich unterstützt von Landesliga-Schiedsrichter Gabriel Müller.

Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld über die nächste Außenlinie verlassen und sich sofort zur Ersatzbank oder in die Umkleidekabine begeben.

Gabriel Müller:

Eine gute Regelung, weil das Zeitspiel damit eingedämmt wird. Zurzeit müssen wir aber viel erklären. Außerdem haben die Einwechselspieler noch Probleme, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um das Spielfeld zu betreten. Der Schiedsrichter kann Teamoffizielle mit der Gelben Karte verwarnen oder sie mit Rot entfernen lassen. Kann der Täter nicht identifiziert werden, wird die Disziplinarmaßnahme gegen den höchstrangigen Trainer ausgesprochen.

Gabriel Müller:

Die Regelung schafft mehr Verständnis, weil jetzt jeder Zuschauer sehen kann, dass zum Beispiel ein Trainer verwarnt wurde, ehe er womöglich ganz verwiesen wird. Bisher bekam die Ermahnung des Schiedsrichters ja meist keiner mit. Auch die Regelung, dass zur Not der Trainer bestraft wird, ist gut, weil die Unruhestifter an der Bank häufig nicht auszumachen sind.

Ein verletzter Spieler darf ausnahmsweise auf dem Spielfeld behandelt werden, wenn ein Strafstoß verhängt wurde und er der Schütze ist.

Gabriel Müller:

Eine faire Regelung. Bisher konnte ein sicherer Schütze den Strafstoß für seine Mannschaft nicht ausführen, weil er erst nach dem Elfmeter und nach der Behandlung das Spielfeld wieder betreten durfte.

Das Team, das beim Münzwurf gewinnt, entscheidet, auf welches Tor es in der ersten Halbzeit spielt oder ob es den Anstoß ausführt.

Gabriel Müller:

Dass man sich jetzt statt der Platzwahl auch für den Anstoß entscheiden kann, ist eine wichtige Kleinigkeit. Das gegnerische Team entscheidet sich dann für eine Seite. Ein Schiedsrichter-Ball erfolgt mit dem Torhüter des verteidigenden Teams in dessen Strafraum, wenn zum Zeitpunkt der Unterbrechung der Ball im Strafraum war oder die letzte Ballberührung im Strafraum erfolgte. Ansonsten erfolgt der Schiedsrichter-Ball mit einem Spieler des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat. Alle anderen Spieler müssen einen Abstand von mindestens vier Metern zum Ball einhalten.

Gabriel Müller:

Sinn ist, dass die richtige Mannschaft wieder in Ballbesitz kommt und ihren Vorteil nicht verliert.

Wenn der Schiedsrichter oder ein Assistent den Ball berührt, dadurch ein aussichtsreicher Angriff ausgelöst wird, der Ballbesitz wechselt oder der Ball sogar direkt ins Tor geht, wird das Spiel mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt.

Gabriel Müller:

Das wird zwei Effekte haben. Einerseits müssen wir als Schiedsrichter noch mehr aufpassen, dass wir nicht im Wege stehen, anderseits wird es Proteste geben, wenn wir einen Angriff abpfeifen müssen. Aber die Regelung, dass wir nicht mehr als Luft gelten, ist gut. In der Regel 12 wurde das Handspiel textlich aufwendig präzisiert. Eine Absicht muss nicht mehr zwingend vorliegen. So wird ein Tor, das mit der Hand erzielt wurde, nicht mehr anerkannt. Auch bei einem Handspiel, durch das Ballbesitz erlangt wird oder durch das eine Torchance entsteht, wird grundsätzlich abgepfiffen. Wenn sich der vom Ball getroffene Arm oberhalb der Schulter befindet, wird das in der Regel bestraft.

Gabriel Müller:

Neu ist, dass in einigen Situationen auch das unabsichtliche Handspiel bestraft wird. Hoffentlich führen die neuen Regeln zu mehr Klarheit.

Berührt der Torhüter bei einem Rückpass im Strafraum den Ball mit der Hand, wird ein indirekter Freistoß, aber keine Disziplinarmaßnahme mehr verhängt.

Gabriel Müller:

Dass der Torwart keine Karte mehr bekommt, ist gut. Oft sind die Situationen ja grenzwertig und er fragt sich: Darf ich ihn berühren oder nicht? Wenn eine Mannschaft einen Freistoß schnell ausführt und so zu einer klaren Torchance kommt, unterbricht der Schiedsrichter das nicht, sondern gibt eine anstehende Karte erst in der nächsten Spielunterbrechung.

Gabriel Müller:

Diese neue Regelung kann das Spiel sehr verändern – wenn sie genutzt wird. Es muss vor einem Freistoß keine langen Unterbrechungen mehr geben. Das Spiel wird wesentlich schneller.