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13:44 26.02.2020
Timo Nottebrock
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von jörg bressem ALGESDORF

Der zweite Tabellenplatz des TSV Algesdorf ist die Sensation schlechthin, und er ist kein Zufall.

Zehn der 16 Spiele wurden gewonnen, nicht knapp, sondern mehrfach mit einem glatten 3:1, selbst gegen starke Gegner wie dem Tabellennachbarn SV Gehrden. „Bisher läuft es ganz gut“, bestätigt Perfektionist Nottebrock gewohnt genügsam, nur um die Aufmerksamkeit gleich wieder in eine andere Richtung zu lenken: „Es ist die Mannschaft, die sich das erarbeitet hat.“ Der TSV Algesdorf ist zum Modell geworden und Nottebrock selbst bewies nach seinen Oberliga-Aufstiegserfolgen mit dem VfL Bückeburg nun auch an anderer Stelle, dass er der vielleicht beste Trainer Schaumburgs ist.

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Doch wie konnte es dazu kommen, dass sich der TSV Algesdorf vom dauerbedrohten Abstiegsanwärter zur Spitzenmannschaft verwandelte? Timo Nottebrock führt die zwei wichtigsten Punkte an: „Die Mannschaft bringt Fitness mit und sie gibt nie auf.“ Für das erste sei er zuständig, und die Willenskraft gehöre zur Algesdorfer Kernkompetenz. Aber auch fußballerisch hat sich in dieser Saison viel getan beim Überraschungs-Team. Rückkehrer Julian Meyer hat im Mittelfeld seine Rolle gefunden, entwickelte sich hinter Torjäger Sebastian Eiselt (11) mit sieben Treffern obendrein zum zweitbesten Vollstrecker. Neben Steffen Sölter war er in allen Spielen von der ersten bis zur letzten Sekunde dabei. Außer Meyer steht Janik Weidemann exemplarisch für die positive Entwicklung, die viele Spieler unter Nottebrock machten. Früher war er eine Ergänzungskraft, jetzt ergänzt er sich im Mittelfeld perfekt.

Dass der TSV Algesdorf mit nur 22 Gegentoren nach dem VfR Evesen die zweitbeste Abwehr der Bezirksliga hat, ist ebenfalls bemerkenswert, weil Stammkraft Sören Balke mit seinem Beinbruch nicht dabei war und auch Andre Riechers lange verletzt ausfiel. Beide sind mittlerweile wieder dabei, Balke zumindest im Lauftraining, was in Algesdorf im Winter aufgrund der dürftigen Möglichkeiten ohnehin die fast einzig machbare Übungsform darstellt. Auch Kevin Bytomski stieg nach seinem Schambeinbruch wieder ein. Nicht mehr dabei ist seit bereits seit einiger Zeit Gohoreallan Kouebi.

Doch wäre es angesichts der Erfolge nicht an der Zeit, das Saisonzeit Klassenerhalt endlich zu korrigieren? Nottebrock weigert sich standhaft. „Sechs Punkte noch, dann können wir uns darüber unterhalten“, sagt der Trainer des TSV Algesdorf, der bereits für die nächste Saison zusagte. Warum auch nicht? „Das Umfeld ist angenehm, ich fühle mich wohl und es macht Spaß, diese Spieler trainieren zu dürfen.“

Bilanz:

Während der heimische Bezirks-Fußball zunehmend austrocknet, demonstriert der TSV Algesdorf, was mit einer seriösen Einstellung alles gedeihen kann.

Prognose:

Mit unbeschwerter Frühjahrs-Kür bleibt Schaumburgs Prachtexemplar im oberen Drittel.