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09:43 19.05.2020
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Seit dem Beginn der Corona-Pandemie kann sich die 22-Jährige aus Helsinghausen voll und ganz auf ihren Job in der Landeshauptstadt konzentrieren. Während der Weg zum Beruf klar war, kam sie fast schon eher zufällig zum Handball.

Mit dem Kinderturnen beim TuS Kreuzriehe-Heslinghausen begann Schindlers Sportkarriere. Doch mit fünf Jahren wuchs sie aus der Altersgruppe heraus. Eine Möglichkeit war, unter Jungs mit dem Handball zu beginnen. „Vielleicht kommt daher auch meine robuste Abwehrarbeit“, mutmaßt die Kreisläuferin. Über die Station der JSG Nordschaumburg kam sie dann zur HSG Schaumburg Nord. Die abgebrochene Saison beendete sie mit ihrem Team jüngst auf dem elften Tabellenplatz. Der Klassenerhalt ist damit in der Tasche, „ich hätte aber schon gerne noch weitergespielt“, so Schindler. „Platz neun war mein Ziel. Aber es ist natürlich richtig, dass die Saison abgebrochen wurde.“

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Seit dem 7. März, dem Tag des letzten Spieles, ruhen die Bälle nun. Bis dahin war sie mit 65 Treffern aus 20 Spielen hinter Insa Pinkenburg und Thea Reinkens die torgefährlichste HSG-Spielerin. Der Deutsche Handballbund stellte zuletzt einen Acht-Phasen-Plan auf, wie die Rückkehr zur Normalität aussehen soll.

Bis es so weit ist, hält die 22-Jährige vor allem ihr Job auf Trab. Sie macht im Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Eine „systemrelevante“ Handballerin also. Nach dem Fachabi fand sie über die Johanniter den Spaß an der Arbeit mit Kindern und bewarb sich mit Erfolg.

Die neuen Auflagen bekommt aber auch sie zu spüren. Fast den gesamten Arbeitstag muss sie eine Schutzmaske tragen. „Es ist unangenehm, denn es tut oft hinter den Ohren weh. Deswegen freue ich mich umso mehr auf die Pausen, wenn ich sie mal absetzen kann. Aber man gewöhnt sich auch dran“, so die Handballerin. Auch mit den strengeren Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, den Besucherregeln und dem veränderten Berufsschulunterricht, wodurch sie sich nun mehr Fachwissen in Eigenregie „draufschaffen“ muss, kann sie inzwischen umgehen.

Wie wichtig Arbeitskräfte wie Wiebke Schindler sind, wurde vor allem zu Beginn der Corona-Krise gewürdigt. Menschen standen auf ihren Balkons und applaudierten für die Pflegekräfte. „Das ist eine nette Geste“, findet die HSG-Spielerin. „Aber Anerkennung reicht nicht immer aus. Der Beruf muss für junge Leute attraktiver werden. Ob man das über die Bezahlung oder andere Maßnahmen macht, müssen die Leute an anderer Stelle entscheiden.“

Wann die Helsinghäuserin die Arbeitskleidung wieder gegen das HSG-Trikot eintauschen kann, steht noch nicht fest. Frühestens Ende Mai soll es eine neue Wasserstandsmeldung über die Zukunft des Handballsportes geben. Bis dahin hält sie sich mit Joggen oder Fahrradfahren konditionell über Wasser. Zu Hause stehen dann noch Fitness- sowie Kraftübungen auf dem Plan. „Ich versuche, das an den Trainingstagen zu machen, damit ich im Rhythmus bleibe“, erklärt sie. „Ich freue mich aber auch schon sehr drauf, wenn ich mit meinen Mädels endlich wieder in der Halle stehen darf.“

Bis dahin findet der Austausch mit den restlichen „Donnas“ vor allem online statt. Neben „vielen Nachrichten“ in der WhatsApp-Gruppe sorgte ein von Aileen Pfaffe erstellter HSG-Quizabend für gute Laune und ein bisschen Normalität. Doch bis diese wieder völlig einkehrt, wird es noch einige Zeit dauern. Für die 22-Jährige ist das zumindest nachvollziehbar: „Durch meinen Beruf bin ich da auf jeden Fall sensibilisiert.“

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