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Sportbuzzer-Zulieferung „Theo! Presse!“
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung „Theo! Presse!“
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23:03 27.08.2019
Dieter „Theo“Merchel
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von jörg bressem RINTELN

Auch während des Spiels machte er sich punktgenau fünf Minuten vor der Halbzeit auf den Weg, um die Kabine für die Pausenansprache des Trainers herzurichten.

Damit ist vielleicht schon seine hervorstechendste Eigenschaft beschrieben – die bedingungslose Zuverlässigkeit. Am vergangenen Mittwoch starb der erkrankte Dieter Merchel im Alter von 77 Jahren. „Theo“ wurde er genannt, seit er in jungen Jahren mal Torwart war und es zu der Zeit ein Lied von Theodor gab, der im Fußballtor steht. Sich den heimischen Fußball ohne den ewigen Dieter Merchel vorzustellen, fällt schwer. Er gehörte in die immer seltener werdende Gruppe der Ehrenamtlichen, die dem Sport und Verein nicht Jahre, nicht Jahrzehnte, sondern ein ganzes Leben schenken. Ein ganzes Leben!

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Theo war der Fußballobmann, und er war rund um die erste Herrenmannschaft das Mädchen für alles, auch für die Pressearbeit, über die er es in der Stadt Rinteln zu einer gewissen Berühmtheit brachte. Auch wir sind ihm also dankbar für eine unvergleichlich verlässliche Arbeit. Theo hatte immer alles genau aufgeschrieben, jede Chance und natürlich jedes Tor samt der Entstehung. Keiner durfte ihm dazwischenfunken. „Theo! Presse!“, schallte es nach Spielschluss durch das Vereinslokal oder das Sportheim, wenn wir anriefen, als das Mobiltelefon noch nicht erfunden war.

Manchmal saß er sogar auswärts bei fremden Vereinen schon direkt neben dem Telefon. Wenn die Fakten durchgegeben waren, kam sein Schlusskommentar, den er sich schon überlegt hatte. Wenn er gegenüber der eigenen Mannschaft ausnahmsweise mal bissig wurde, wussten wir, dass es ein richtig schlechtes Spiel des SC Rinteln gewesen sein muss.

Seit Beginn der siebziger Jahre ging das so. Er nahm seit damals zu 100 Prozent wahr, was im modernen Management Ergebnisverantwortung genannt wird. Seine Rituale zelebrierte er auch außerhalb des Fußballs, zum Beispiel am Freitag, wenn er den Lottoschein abgab und anschließend zum Abschluss der Arbeitswoche in der Stadt noch ein Erfrischungsgetränk zu sich nahm. Theo hatte halt feste Gewohnheiten, und er zählte eifrig mit, wie viele Trainer er in seiner Amtszeit beim SC Rinteln „verschlissen hatte“, wie er scherzhaft sagte. All das machte ihn zu einem richtig liebenswerten Typ. Neben der Arbeit im Verein war er im Kreis Staffelleiter im Altherrenfußball. Vom SC Rinteln wurde er als Ehrenmitglied ausgezeichnet, und auch von der Stadt Rinteln wurde er für seine großen Verdienste belobigt. Wir werden unseren Theo Merchel vermissen. jö

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