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Sportbuzzer-Zulieferung Trainerbeben beim SC Deckbergen-Schaumburg?
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Trainerbeben beim SC Deckbergen-Schaumburg?
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14:03 06.04.2018
Was nun? Florian Schuba (rechts) wird als Trainer des SC Deckbergen-Schaumburg abgelöst. Der Vorstand hofft, dass Spielerinnen wie Hatixhe Beqiri (links) dem Verein erhalten bleiben. Quelle: seb

Bei den Herren musste Wellhausen vor drei Jahren einen Scherbenhaufen zusammenfegen und startete den Neuaufbau mit Eigengewächsen aus der A-Junioren-Spielgemeinschaft. Die SC-Herren waren im Jahr 2010 noch Vizemeister in der Kreisliga, nahmen an der Aufstiegsrelegation teil. Es folgte der Abstieg aus dem Kreisoberhaus in der Saison 2013/14 sowie der Abstieg aus der 1. Kreisklasse in der Spielzeit 2014/15. Aktuell belegt der SC in der 2. Kreisklasse den 5. Platz, hat aber keine Chance auf den Aufstieg. „Jörg hat unsere Erste in der 2. Kreisklasse etabliert, dafür gilt unser Dank“, sagt der Vorsitzende Dirk Bredemeier. Der Trainer signalisierte frühzeitig, dass im Sommer Schluss sei. Da der SC für auswärtige Trainer nicht attraktiv genug ist, machte man sich im Vorstand Gedanken, wie die Zukunft aussehen sollte. „Bei uns im Verein gibt es viele Leute mit Trainererfahrung und auch den notwendigen Trainerscheinen. Nur hätten einige nicht die Zeit und Lust, um Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Bredemeier. Der Vorstand und Spartenleiter Herrenfußball, Daniel Riesner, entwickelten ein gemeinschaftliches Konzept mit Leitlinien für den Herren- und Frauenbereich. Es soll in Teams gearbeitet werden. Da Bredemeier in den vergangenen zwölf Jahren als Jugend- und Mädchencoach fungierte, erklärte sich der Vorsitzende bereit, das Zepter bei den Herren zu übernehmen. Unterstützt wird der 55-Jährige von Felix Klawitter (verantwortlich für die Altherren), Cord Bredemeier (zweite Mannschaft) und Marcel Riedel (Ko-Trainer). Zusätzlich soll für die SC-Teams noch ein Torwarttrainer verpflichtet werden. „Wir wollen eine Aufbruchstimmung erzeugen und sportlich die Kurve kriegen. Deshalb setzen wir auf unseren eigenen Nachwuchs, wollen die Jungs weiter entwickeln und die SC-Herren mittelfristig zurück in die 1. Kreisklasse führen“, verrät Bredemeier die Ziele im Herrenbereich.

Dagegen sorgte die Ablösung von Schuba für großen Wirbel im Verein. Der Frauentrainer führte den SC von der Kreisliga in die Landesliga und kämpft mit seinem Team dort um die Vizemeisterschaft. Als Tabellenzweiter stehen die SC-Frauen vor dem Erreichen der Relegation um den Oberliga-Aufstieg. „Der Vertrag von Florian Schuba läuft im Sommer aus, wir werden ihn nicht verlängern“, erklärt Bredemeier. Der Verein sei Schuba zu großem Dank verpflichtet, er habe Großartiges geleistet. „Doch wir sind der Meinung, dass unsere Frauen eine Auffrischung auf der Position des Trainers brauchen“, meint Bredemeier. Das ist die offizielle Verlautbarung des Vereins. Doch hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem Vorstand und Schuba stark zerrüttet ist.

Bredemeier ist sich über die Tragweite dieser Entscheidung im Klaren. „Ich hoffe, dass nicht zu viele Spielerinnen in Sack hauen, sondern dem neuen Trainerteam eine Chance geben werden“, so der Vorsitzende. Michael Meyer wird das Traineramt der ersten Frauen im Sommer übernehmen. Der Deckberger ist aktuell beim Staffelkonkurrenten TSV Eintracht Bückeberge beschäftigt. Sven Lukas, der sein Amt als Reservecoach im Winter zur Verfügung gestellt hat, kehrt als Verantwortlicher der Zweiten zurück und Christian Wenzig coacht die B-Juniorinnen. „Wir wollen eine Verzahnung zwischen den drei Mannschaften herstellen und eine große Durchlässigkeit“, erklärt Bredemeier.

Für Schuba kam das Aus im Sommer völlig überraschend und unvorbereitet. „Ich bin aus allen Wolken gefallen und kann die Meinung des Vorstandes nicht teilen. Sportlich läuft es so gut wie noch nie und ich habe auch die Rückendeckung der Mannschaft“, stellt Schuba klar. Er habe die Entwicklung des Frauenfußballs beim SC federführend geleitet und dafür viele Sachen zurückgestellt. „Ohne mich würde der SC nicht in der Landesliga spielen“, glaubt der scheidende Coach. Die Basis für eine rosige Zukunft sei gelegt. Nun sei das Thema aber für ihn erledigt. „Ich möchte mich mit der Vizemeisterschaft verabschieden und ich hoffe, dass alle meine Spielerinnen bis zum letzten Spieltag voll mitziehen“, erklärt Schuba.

Der SC Deckbergen-Schaumburg befindet sich am Scheideweg. Der Vorstand geht einen gewagten Weg, glaubt aber, dass die Neuausrichtung dem Verein gut tun wird. „Wir werden bei den Frauen viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um sie auf unser neues Konzept einzustimmen“, weiß Bredemeier, der seit 20 Jahren den Vorsitz beim SC innehat. Geht der Plan schief, dürften die SC-Herren für viele Jahre in der 2. Kreisklasse herumdümpeln und die SC-Frauen ihre neue Heimat in der Bezirksliga haben.