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Sportbuzzer-Zulieferung TuSG schießt scharf gegen den Kreis
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung TuSG schießt scharf gegen den Kreis
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18:20 24.07.2018
Auf dem Sportplatz in Wiedensahl wird zukünftig in der 2. Kreisklasse gespielt. Der Groll auf den Kreis ist groß.
Auf dem Sportplatz in Wiedensahl wird zukünftig in der 2. Kreisklasse gespielt. Der Groll auf den Kreis ist groß. Quelle: dak
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von daniel kultau LANDKREIS

Das hat eine enttäuschte und wütende Spartenleitung auf Anfrage mitgeteilt.

Eine derart verzwickte Situation hat es im Landkreis wohl noch nie gegeben. Der TuSG stand als sportlicher Absteiger fest, blieb allerdings durch den Paragrafen 34 des Spielausschusses in der Liga. Der TSV Eintracht Bückeberge aus dem zweiten Kreis legte dagegen Protest ein, denn er hätte eigentlich als vierter Aufsteiger den Platz der Wiedensahler eingenommen. Nachdem die TuSG-Vorbereitung schon auf den Klassenverbleib ausgelegt worden war und man Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt hatte, überstimmte das Kreissportgericht den Spielausschuss und legte fest, dass es für Wiedensahl doch nach unten und für Bückeberge nach oben gehe.

Die Spartenleitung der Wiedensahler stellt völlig klar, dass man sich mit allen beteiligten Vereinen super verstehe und man natürlich nachvollziehen könne, dass jeder versuche, das Beste für sich rauszuholen. Der Schuldige sei dagegen der Kreis. „Wir wurden wochenlang informiert, dass wir in der Liga bleiben“, beschwert sich die Wiedensahler Spartenleitung. „Wir haben uns mit Spielern getroffen, die jetzt nicht mehr kommen. Wir stehen vor ihnen als Lügner dar. Unsere ganze Vorbereitung wurde komplett über den Haufen geworfen.“ Man akzeptiere, dass man sportlich abgestiegen wäre, hätte allerdings durch eine Regel (Paragraf 34) den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die Verantwortlichen ärgert an der ganzen Geschichte vor allem das Verhalten des Kreises und dessen Vorsitzenden Marco Vankann. Sie wirft ihm Arroganz vor, denn eine Entschuldigung habe es zum Beispiel nie gegeben. Stattdessen hätte es geheißen „Ihr seid der Absteiger – das ist jetzt halt einfach so!“

Vankann reagierte auf Nachfrage mit Verständnis für die Schwierigkeiten in der Vorbereitung, wies die restlichen Anschuldigungen jedoch deutlich zurück. Dem Vorsitzenden zufolge hatte ihm die Spartenleitung eine E-Mail geschickt, nachdem das Kreissportgericht den Spielausschuss überstimmt hatte. In der stand, dass er diese Entscheidung aufheben solle. „Das geht nur leider nicht“, erklärt Vankann.

„Das Gericht ist autonom und um vor das Bezirkssportgericht zu ziehen, hätte man eine Mehrheit im Kreisvorstand benötigt. Die gab es jedoch nicht, weil sich der Kreisvorstand hinter die Entscheidung des Kreissportgerichts gestellt hat.“ Um dies dem Verein zu erläutern, hätte Vankann der TuSG eine E-Mail geschickt, in der er Paragrafen der Spielordnung und der Kreisausschreibung auflistete. „Vielleicht kam das arrogant rüber, aber ich wollte damit nur erklären, wieso die Entscheidung so gefällt wurde. Und da hab ich dann auch geschrieben, um es deutlich zu machen, dass Wiedensahl jetzt abgestiegen wäre.“

Generell war der Vorsitzende, wie er erklärt, von Anfang an auf der Seite der Spielordnung und der Kreisausschreibung. Die besagt, dass der 15. und 16. der 1. Kreisklasse am Ende der Saison absteigen. Dies hätte er auch ganz am Anfang der Diskussion vor dem Spielausschuss gesagt, als dieser nach Vankanns Meinung fragte. Der Ausschuss entschied sich jedoch damals für den anderen Weg und ließ Wiedensahl vorerst in der Liga. „Der Ausschreibung haben alle Vereine vor der Saison zugestimmt“, weiß Vankann.

Im Lager des TSV Eintracht Bückeberge freut man sich natürlich, dass der Aufstieg endlich perfekt ist. „Uns tut es einfach leid, dass Wiedensahl am Ende auf der Strecke geblieben ist. Unter uns Vereinen herrscht trotzdem ein tolles Verhältnis“, sagt TSV-Vorstandssprecher Reiner Neumann-Buchmeier.

Man habe sogar beim TSV den Vorschlag gemacht, 17 statt 16 Mannschaften in der Liga spielen zu lassen. Dies wollte der Kreis jedoch nicht. Auch hier verweist Vankann auf die Kreisausschreibung, die dies nicht ermöglicht. Was war passiert?

Außer der TuSG Wiedensahl und dem TSV Eintracht Bückeberge gibt es vier Hauptdarsteller: die SG Liekwegen/Sülbeck, den TuS Südhorsten, die dritte Mannschaft des VfL Bückeburg und den SC Schwalbe Möllenbeck.

Der VfL Bückeburg III hatte sich bereits kurz nach dem Start der vergangenen Saison abgemeldet und stand so als erster Absteiger fest. Die SG Liekwegen/Sülbeck schloss sich nach der Saison mit dem klassengleichen TuS Südhorsten zusammen, wodurch der TuS ebenfalls aus der Liga „verschwand“.

Der SC Schwalbe Möllenbeck verzichtete nach dem Abstieg aus der Kreisliga auf einen Platz und geht nun in der 2. Kreisklasse an den Start. Die Wiedensahler waren als sportlicher Absteiger Team Nummer vier, welches die 1. Kreisklasse hätte verlassen müssen. Die vier Aufsteiger aus dem zweiten Kreis wären in dem Fall der TuS SW Enzen II, der FC Hevesen II, der ETSV Haste und der viertplatzierte TSV Eintracht Bückeberge gewesen. Bei Letzteren sah dies der Spielausschuss aber anders und wertete den TuS Südhorsten als Absteiger, sodass nur noch drei freie Plätze zu vergeben waren. In der Schaumburger Spielordnung ist dagegen geregelt, dass der 16. (VfL Bückeburg III) und der 15. (TuSG Wiedensahl) der Tabelle absteigen müssen. Da kam für den Ausschuss Paragraf 34 ins Spiel. Dieser verweist auf den Paragrafen 18b, der besagt, dass Mannschaften, die zusammengeschlossen wurden, nicht mit mehreren Teams in einer Liga spielen dürfen. Demnach wäre der TuS Südhorsten nach dem Abstieg zur SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten II geworden. Davon profitiert hätte Wiedensahl – die Eintracht wäre der Leidtragende gewesen. Dagegen legte Bückeberge einen erfolgreichen Protest ein.