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Sportbuzzer-Zulieferung „Unbeschreibliche Kräfte“
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung „Unbeschreibliche Kräfte“
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14:49 05.08.2019
Luna Bulmahn zeigt sich nach dem erfolgreichen Finale über 400 Meter bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Berlin glücklich über ihre Leistung.

In 52,37 Sekunden ließ sie die Konkurrenz hinter sich – einzig Karolina Pahlitzsch lag noch in Reichweite (52,87). Selbst Bulmahns Trainingspartnerin Ruth-Sophia Spelmeyer kam nur auf Rang fünf ins Ziel (53,65).

„Ich bin völlig sprachlos“, beschreibt Bulmahn ihre Gefühlswelt. „Die Stimmung im Stadion war so toll. Ich wurde richtig ins Ziel getragen.“ Ein klarer Favorit war vor dem Rennen nur schwer auszumachen. In den Vorläufen hatten die Finalistinnen nicht alle Körner ausgepackt. „Ich wusste, dass es die Favoriten alle so machen würden und dass in den meisten noch mehr drin steckt, als das was geliefert wurde“, war sich auch die 19-Jährige sicher. Umso kurioser: Im Vorlauf liefen Bulmahn, Spelmeyer und Pahlitzsch mit 53,42 Sekunden alle die gleiche Zeit.

Im Endlauf war es dann Spelmeyer, die das Tempo vorgab und die ersten 200 Meter sehr schnell anging. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Bulmahn auf Bahn drei eine gute Ausgangslage erarbeitet. „Nach 320 Metern habe ich Kräfte entwickelt, die ich nicht beschreiben kann.“ Im Olympiastadion sahen die Zuschauer, wie die Schaumburgerin förmlich über die blaue Bahn und an ihren Kontrahentinnen vorbei flog. „Das Gefühl zu laufen hat sich sehr gut angefühlt und am Ende als erste ins Ziel zu laufen war wirklich unfassbar.“

Wie groß der Turbo ist, den die Studentin seit Beginn des Jahres gezündet hat, zeigt sich, wenn man die persönlichen Bestzeiten miteinander vergleicht. Vor ziemlich genau einem Jahr erreichte sie in Rostock bei der deutschen Meisterschaft der U20-Athleten mit der damaligen persönlichen Bestzeit von 55,30 Sekunden den dritten Platz. Knappe zwölf Monate später rast die Obernkirchenerin etwa drei Sekunden schneller über die Bahn. Auf der 400-Meter-Strecke eine Welt.

Nachdem der Titel auf der Rückfahrt noch bei einem Fast-Food-Restaurant gefeiert wurde, richten sich die Blicke spätestens seit heute wieder nach vorne, denn morgen geht es für Bulmahn weiter zur Team Europameisterschaft nach Polen. „Da wollen wir als Staffel noch mal alles geben, um uns für die Weltmeisterschaften in Doha zu qualifizieren.“ Diese finden vom 28. September bis zum 6. Oktober statt. Es würde zu Bulmahns ersten Jahr in der Frauenklasse passen, wenn sie auch dort mindestens mit am Start sein würde.