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Sportbuzzer-Zulieferung VfL-Abwehr spielt Unfug
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung VfL-Abwehr spielt Unfug
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18:39 24.11.2019
Fabio Battaglia (links) ist einer der wenigen Lichtblicke beim VfL. Quelle: jö
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Sie half bei den vier Treffern des SV Gehrden in der ersten Halbzeit so aktiv mit, dass ihre Arbeit einem Sabotageakt gleichkam. VfL-Trainer Steffen Potthast kam deshalb schon nach zwei Minute aus der Kabine zurück. „Was soll ich der Mannschaft nach so einem Unfug sagen?“, erklärte er. „Sie sollte sich selbst überlegen, ob es so geht.“ Potthast hatte sich mit der Nominierung von Martin Prange einen netten Gag einfallen lassen. Der 41-Jährige spielte zunächst einen verkappten Mittelstürmer, ging nach einer halben Stunde aber in die Abwehr, was eigentlich von vornherein so erwartet worden war. Der VfL verlor am Ende mit 3:4, weil ihm im Schutz der hereinbrechenden Dunkelheit in den letzten Minuten tatsächlich noch drei eigene Treffer gelangen.

Das Spiel begann mit fast 40-minütiger Verspätung, weil das Gespann um Schiedsrichter Wilken Bargemann verspätet eintraf. Auf die Verzögerung reagierten die Mannschaften verschiedenartig. Während der SV Gehrden zweikampfstark und kombinationssicher ans Werk ging, waren die Platzherren völlig durcheinander. Hinten totale Anarchie, vorne mit langen Verzweiflungsbällen absolute Hilflosigkeit. Clark Brinkmann (9.) und Serkan Köse (12.) wurden die Bälle regelrecht aufgelegt. Das 3:0 von Romas Busse (30.) und 4:0 von Tim Borowsky (38.) durfte sich der SV Gehrden schön herausspielen, weil die Deckungsarbeit des VfL ein Scherz war, über den die Zuschauer aber nicht lachen mochten. Viele verließen schon zur Pause das Jahnstadion.

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Sehr viel versäumten sie nicht. Der SV Gehrden schaltete in einen klimafreundlichen Energiesparmodus und bewirtschaftete seinen komfortablen Vorsprung, während die U23 immer noch nach dem Ansatz einer Spielidee fahndete. Der einzige Lichtblick bei den Platzherren war Fabio Battaglia, dessen unermüdliche Einsatzfreude, Laufbereitschaft und Selbstbewusstsein in seltsamen Gegensatz zum Auftritt der Kameraden stand. Er war es auch, der in der 78. Minute das 1:4 erzielte und seine Mitspieler damit aus dem Desinteresse befreite.

Als Bastian Schmalkoch fünf Minuten später in der Finsternis mit einem Kopfball auf 2:4 verkürzte und Prange den Ball in der 86. Minute aus einem Meter zum 3:4 über die Linie drückte, schien plötzlich doch noch was zu gehen. Jetzt war es Gehrdens Trainer Michel Costa, der an der Seitenlinie tobte, dessen Mannschaft den Sieg mit einem minimalen Energieschub aber sicher über die Bühne brachte. VfL Bückeburg U23:

Werner, Peter, Landfester, Pascal Könemannn, Voß, Battaglia, Menkhaus, Benecke (41. Wilkening Illescas), Müller (25. Schmalkoch), Marvin Sydow (70. Büsing), Prange.