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Sportbuzzer-Zulieferung Was wäre ein Gensheimer ohne Patte?
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11:53 23.02.2019
Der Griff in den Handball-Kleber gehört bei den Profis von GWD Minden zum Pflichtprogramm vor jedem Spiel. Fotos: uk
LANDKREIS

Der zwölfjährige Tim, selbst Handballer, fragt seinen Vater, warum in Rinteln nicht mit Patte gespielt wird. So sei es doch kein richtiger Handball. Der verwunderte Vater blieb seinem Sohn die Antwort schuldig. In der „Glück-auf-Halle“ in Barsinghausen sind Haftmittel erlaubt. Aber der Kleber ist nicht überall gern gesehen.

Dabei ist das von den Handballern so geliebte Kleben mit Handball-Harz, auch Patte genannt, in den höheren Ligen sogar Pflicht. Von der ersten bis zur dritten Liga ist die Verwendung von Haftmittel vom DHB vorgeschrieben. Die klebrige Substanz an den Fingern der Spieler ermöglicht spektakuläre Dreher von den Außenpositionen, dynamische Pässe im Rückraum und sichere Ballkontrolle nach Anspielen an den Kreisläufer. „Handball ohne Patte ist quatsch“, sagt auch Frank Carstens, Trainer des Erstligisten GWD Minden. In Skandinavien würden die Kinder schon mit sechs Jahren an den Kleber herangeführt und so zu den besten Außenspielern ausgebildet. „Trickwürfe machen doch den Handball aus. Was wäre ein Uwe Gensheimer ohne Patte?“

In den Hallen des Landkreises Schaumburg bleibt die Patte dagegen unter Verschluss. „Aufgrund des Schulsports in den kreiseigenen Hallen herrscht im gesamten Landkreis ein Verbot“, sagt Anja Gewald von der Pressestelle des Landkreises. Ausnahmen wie beim Benefiz-Spiel der Schaumburg-Auswahl gegen GWD Minden in der Kreissporthalle Stadthagen seien aber möglich. „Hier musste allerdings direkt nach dem Spiel aufwendig gereinigt werden“, erklärt Gewald.

„Der Landkreis half uns sogar, das passende Reinigungsunternehmen zu finden. Ich konnte einen Festpreis von knapp 400 Euro aushandeln, sodass die Halle morgens komplett gereinigt dem Schulsport wieder zur Verfügung stand“, berichtet Reinhard Stemme, Organisator des Benefizspiels. „Es ist ja nicht nur der Hallenboden, der von der ‚Patte’ befreit werden muss, sondern auch die Tore, Auswechselbänke und die Umkleidekabinen“, fügt Stemme hinzu.

Für die Schaumburger Auswahlspieler aus Stadthagen und Exten-Rinteln war es ungewohnt, mit Kleber zu spielen, weil es im normalen Trainings- und Punktspielbetrieb untersagt ist. Die Spieler vom Drittligisten MTV Großenheidorn und von der HSG Schaumburg-Nord aus der Oberliga Niedersachsen sind den Kleber dagegen gewohnt.

„Wir haben hier in Stadthagen seit der Jugend immer ohne Patte gespielt. Früher als B- oder A-Jugendlicher kam es vor, dass die Gegner bei Auswärtsspielen schon Patte benutzten. Für uns war es dann schwer, vernünftige Pässe zu spielen und viele Würfe landeten weit neben oder über dem Tor. Heute habe ich mich daran gewöhnt und spiele auswärts gern mit Kleber“, sagt Nico Harmening vom VfL Stadthagen.

Ähnlich sieht es Alexander „Hotte“ Ermakov von der HSG Exten-Rinteln, der ebenfalls nur auswärts in den Genuss der klebrigen Substanz kommt. „Es ist schon ein echter Nachteil, wenn du nie mit Patte spielen durftest und dann auf einmal einen total verharzten Ball in der Hand hast. Ich kann mich an Gegner erinnern, die wir zu Hause deutlich geschlagen haben und bei denen wir auswärts wegen des klebrigen Balles kaum etwas zustande bekommen haben.“

Eine Anekdote hat der Goalgetter noch parat. Als die HSG im Jahr 2015 den litauischen U21-Nationalspieler Rosvaldas Ramunis verpflichtet hat, kam der anfangs ohne Kleber nur schwer klar. „Er hat fast die Wand hinter dem Tor der Kreissporthalle kaputt geworfen – und alle haben sich gefragt, wie er Nationalspieler werden konnte“, erinnert sich „Hotte“ schmunzelnd.

Wenn die Schaumburger Handballfans richtigen Handball sehen wollen, müssen sie dies meist auswärts tun, solange der Landkreis das Verbot aufrecht hält. Tomas Tonkunas, Mittelmann der HSG Exten-Rinteln, gibt die Hoffnung für ein Spielen mit Kleber nicht auf. „Vielleicht können wir Vertreter des Landkreises mal einladen und ihnen ein paar Handballkleber vorführen. Es gibt heute sogar wasserlösliche Mittel, wo das Reinigen nicht mehr aufwendig ist.“ Auch Profitrainer Carstens haut in die Kerbe: „Wir fliegen zum Mond, bald sollen selbstfahrende Autos auf die Straßen geschickt werden – aber wir bekommen es nicht hin, einen vernünftigen Kleber zu entwickeln? Das kann doch nicht sein, da hat einer was dagegen.“ wi, uk

Wieder mal ein Spitzenspiel: Die Handballer der HSG Exten-Rinteln empfangen als Tabellenzweiter der Regionsoberliga die Reserve des HV Barsinghausen.

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