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Sportbuzzer-Zulieferung Wenn die Beine schlottern
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15:19 03.01.2020
Torwart auf Abwegen: Tim Schwarze, eigentlich Rechtsverteidiger, hält einen Neunmeter. fotos: dak (2), uk
von daniel kultau LANDKREIS

„Eigentlich spielt er im Mittelfeld“, bemerkt ein Scout. Das erklärt nicht nur die Ballsicherheit, sondern auch das Selbstverständnis, mit dem der junge Kicker an seinen Gegnern vorbeidribbelt. Am Ende des Turniers wird er sogar zum besten Keeper ausgezeichnet. Die jungen Wolfsburger Spieler können sich ein Lachen nicht verkneifen.

In der Schaumburger Hallenrunde sehen die Zuschauer solche spektakulären Aktionen der Torhüter äußerst selten. Bei vielen Schlussmännern scheinen die Beine zu schlottern, sobald sie einen Ball bekommen. Der Pass zum Mitspieler sitzt in aller Regel, doch den eigenen Siebenmeter-Raum zu verlassen, scheint keine realistische Alternative zu sein. Einer, der aktiv mitspielt, ist Dennis Treichel von der FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen. Zwar gibt es keine quirligen Dribblings, aber immer wieder gute Pässe und gefährliche Weitschüsse, von denen einer beim Qualifikationsturnier des TuS Jahn Lindhorst im Netz zappelte. Es war einer von Treichels bisher fünf Hallentreffern. Auch Ex-Profi Björn Lindemann (VfL Münchehagen) lobte den Pollhäger Torwart. „Der spielt gut mit“, sagte der ehemalige Spieler von Hannover 96 auf der Tribüne zu seinen Teamkameraden. „Ich habs mir ehrlich gesagt abgeguckt und dann mit dem Trainer und der Mannschaft besprochen“, erklärt der 26-Jährige. „Es ist ein Risiko, aber es lohnt sich. Wir kreieren dadurch mehr Torchancen.“ Am Anfang der Rucksack jedoch schwer („Die Knie haben schon geschlottert.“). Noch vor einigen Jahren war es den Torhütern nicht gestattet, sich dermaßen zu beteiligen. „Ich finde es aber gut, dass es jetzt so ist. Das Spiel wird dadurch deutlich attraktiver“, so Treichel.

Schon im vergangenen Winter war es der Algesdorfer Torwart Maximilian Schmidbauer, der sich immer wieder einschaltete. So erzielte er in der gesamten Hallenrunde acht Tore, warf davon sogar eins ins gegnerische Netz. Die Regeln kannte er genau. „Das Mitspielen macht mir einfach richtig Bock“, erklärt Schmidbauer. Das Geheimnis liegt laut ihm im Kopf. „Wenn Torhüter angelaufen werden, dann werden sie schnell nervös“, beobachtete er. „Ich versuche einfach ruhig zu bleiben. Das hat bisher echt gut geklappt.“ Dass er einen kühlen Kopf behält, hat mit seiner Ausbildung zu tun. Bei seinen früheren Stationen TSV Havelse und dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder schulten die Trainer auch seine technischen Fähigkeiten. „Ich habe da auch mit unserem Trainer Timo Nottebrock drüber gesprochen. Er war damit einverstanden und so spielen wir jetzt eigentlich immer in Überzahl. Man muss dafür aber schon mutig sein.“ Das Risiko ist also da, jedoch überschaubar. Nur ein Gegentor kassierten die Algesdorfer im vergangenen Winter in das eigene leere Tor. Acht Schmidbauer-Treffer stehen dagegen auf der Habenseite.

Der TuS SW Enzen trat beim Qualifikationsturnier des VfL Bückeburg mit Tim Schwarze im Tor auf, der sich normalerweise als Rechtsverteidiger am wohlsten fühlt. Ein taktischer Kniff war es jedoch nicht. „Unsere beiden Torhüter konnten nicht“, erklärt Schwarze. Also ging der 29-Jährige spontan ins Tor. „Ich hatte das früher schon mal in Nienstädt gemacht und gehe auch manchmal beim Training ins Tor. Mir macht das Spaß.“ Und dabei wollte er die Hallenrunde eigentlich ganz aussetzen. Negativ fiel der Rechtsverteidiger zwischen den Pfosten nicht auf, hielt sogar einen Neunmeter. In der Offensive hielt sich der Rechtsfuß jedoch auch zurück. Und das, obwohl die Technik eigentlich vorhanden ist. „Zu Beginn war das schon zittrig, aber wenn man das mit Ruhe ausspielt, kann man schon einen Vorteil bekommen“, erklärt Schwarze. Einen Nachteil hatten die Enzer dadurch nicht. Sie landeten auf Rang drei. Dass der Aushilfstorwart noch mal die Handschuhe überstreift, ist höchst unwahrscheinlich. „Ich war zufrieden, aber wenn unsere Torhüter da sind, spielen die natürlich.“

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