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Sportbuzzer-Zulieferung „Wie ein junges Reh“
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„Wie ein junges Reh“

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09:24 21.10.2020
Der Enzer Georg Schmal nutzt seinen „fünften Frühling“ fleißig zum Toreschießen. Quelle: uk
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Nun ist aber kein Torjäger dabei, der alles in Grund und Boden geschossen hat. Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, denn mehr als sieben Spiele hat noch keine Mannschaft absolviert – und Corona erschwert die Bedingungen zusätzlich. Aber einer hat dann doch zweistellig getroffen. Dazu später mehr.

Wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Landesliga-Derby zwischen dem VfL Bückeburg und dem Ortsrivalen VfR Evesen hat der Aufsteiger aus dem Ortsteil dem Platzhirsch den Rang abgelaufen. Nicht nur in der Tabelle liegen die Eveser vorn, auch in der Torjägerliste ist der Verein für Rasenkraftsport die zwischenzeitliche Nummer eins. Niko Kleiber ist in starker Form, führt die Rangliste der Staffel Süd mit sechs Toren an, gleichauf liegt VfR-Spielmacher Burak Buruk. Beide sind übrigens ehemalige VfLer. Und die Grün-Weißen? Altmeister Alexander „Bubi“ Bremer (zwei Tore) muss intern den Youngstern Finn-Kristian Fischer und Christian Paul Schwier, beide je vier Treffer, bislang den Vortritt lassen. Dabei ist Torgarant Bremer mit 630 Einsatzminuten jede Sekunde auf dem Spielfeld gewesen. Vielleicht hat sich der Kapitän die Buden für das Derby aufgehoben, zuzutrauen ist es ihm.

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In der Bezirksliga Staffel 3 ist Sebastian Eiselt vom TSV Algesdorf mit sechs Toren der sicherste Schütze. „Er hat eine super Torquote, ist aber im Moment nicht ganz zufrieden, weil er auch Chancen vergibt – wie am Sonntag in Bückeburg. Er ist da durchaus selbstkritisch“, sagt Trainer Timo Nottebrock. Eiselt sei ein Mittelstürmer alter Prägung mit guter Technik und starkem Abschluss, der vorne anlaufe, mitarbeite und beim Gegner Fehler provoziere. „Das fasziniert mich“, sagt der Coach. Danach folgen mit Julian Lattwesen (5), Nick Bergmann und Marvin Jahn (4) gleich drei Spieler des Tabellenführers MTV Rehren A/R. Dimitrij Salakin vom TSV Hagenburg hat auch bereits viermal getroffen, ist aber auch ein starker Vorbereiter. Und Jan Köpper? Der Prototyp eines kopfballstarken Mittelstürmers hat in der Vorbereitung des TuS SW Enzen fast alle Buden gemacht und war in der Torjägerliste weit vor erwartet worden. Aber der Angreifer ist kein Trainingsweltmeister, kommt in den Punktspielen oft nur von der Bank und wird mit einem erzielten Tor nicht zufrieden sein. Bezeichnend für die Enzer Harmlosigkeit ist, dass Außenbahnspieler Bennet Blume und Innenverteidiger Laurids Schölzel mit je zwei Treffern die interne Torjägerkrone aufhaben. In der Kreisliga Staffel A hat Zufallsrückkehrer Belmin Bikic mit sieben Toren fast die Hälfte aller Treffer des FC Stadthagen erzielt. Das gilt auch für Felix Kaufmann vom TSV Eintracht Exten. Besser sind da in der Staffel B nur Hendrik Dargel vom SV Victoria Lauenau und Paul-Robert Zeisler vom Überraschungs-Tabellenführer ETSV Haste, die jeweils acht Treffer erzielt haben. Von Dargel kennt man das, Zeisler macht währenddessen zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Der 19-jährige Linksfuß ist im Eins-gegen-Eins nur schwer aufzuhalten. „Er ist unheimlich schnell und stark im Abschluss“, beschreibt ihn ETSV-Trainer Mike Schönherr. „Ich bin stolz, einen solchen Spieler in unserer Mannschaft zu haben. Er wird aber auch gut in Szene gesetzt.“

In der 1. Kreisklasse ist mit Georg Schmal ein Enzer sieben Tore) besonders erfolgreich. Der 33-Jährige ist immer noch schnell, „wie ein junges Reh“, sagt sein Trainer Carsten Socher. Das Enzer Urgestein erlebe „seinen fünften Frühling“, sei aber mit seiner Routine auch „wichtig für unsere jungen Spieler“. Ein Manko hat Schmal aber auch im gesetzten Fußballeralter noch nicht abgelegt. „Er macht weiterhin eher die schwierigen Tore.“ Vielleicht sollte SWE-Trainer Fabian Stapel den Torjäger mal in der Bezirksliga ausprobieren.

Dass es Volkmar Vöge kann, hat der Stürmer lange Jahre beim TSV Eintracht Exten bewiesen, nun trifft er mit seiner Urgewalt regelmäßig für den TSV Krankenhagen (6). Auch der Rintelner Serdar Akgün hat mit sechs Treffern immer noch ein Näschen. Auf den Fersen ist den Knipsern aber ein Handballer. Dass er es auch auf dem grünen Rasen kann, hat Julian Frädermann, er hilft aktuell beim personell gebeutelten Drittligisten Handball Hannover-Burgwedel aus, bereits beim MTV Rehren A/R unter Beweis gestellt. Jetzt hat der Rückraumspieler als Mittelstürmer für die SG Rodenberg schon fünf Tore erzielt.

Der Top-Torjäger des Fußballkreises ist aber in der 2. Kreisklasse untergeschlüpft, heißt Dennis Nottmeier und hat für den ehemaligen Kreisligisten SC Schwalbe Möllenbeck mit zehn Buden bislang als Einziger zweistellig getroffen. Der trickreiche Offensivspezialist narrte gegnerische Abwehrreihen bereits, als die Schwalben noch in der Kreisliga spielten. Da kommt auch Timo Stopp (8) vom TuS Germania Apelern II nicht heran, der in der 3. Kreisklasse unter der Woche fünf Tore in einem Spiel erzielte.

Interessant wird es mit Blick auf die 4. Kreisklasse Süd. Dort tummeln sich viele bekannte Namen. Der ehemalige Oberliga-Spieler Ferit Tarak hat für den Tabellenführer SV Union Stadthagen, wie auch der ehemalige Nienstädter Suleyman Kahraman, bereits sechs Tore beigesteuert. Und was macht eigentlich der freiwillig aus der Kreisliga abgestiegene SC Stadthagen? Mit Torjäger Eren-Can Cetin (8) liegt das Team von Trainer Burhan Bicakci mit weißer Weste auf dem ersten Tabellenplatz.

Und ein bisschen Ansporn für die Männer gibt es auch noch: Frauen-Landesligist SG Rodenberg hat in vier Spielen bereits 29 Tore erzielt, acht davon gehen auf das Konto von Maike Wittekindt. Das ist mal ’ne Quote.