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Sportbuzzer-Zulieferung Zeitreise zu Ausnahmeteams und Kreismeistern
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16:44 08.04.2020
Timo Nottebrock und der VfL Bückeburg legen ihren Gegnern am Ostersamstag gerne ein Ei ins Nest. fotos: rg (2), uk
Timo Nottebrock und der VfL Bückeburg legen ihren Gegnern am Ostersamstag gerne ein Ei ins Nest. fotos: rg (2), uk
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von daniel kultau LANDKREIS

Oft müssen ausgefallene Spiele nachgeholt werden, sodass manche Mannschaften sogar gleich zweimal ranmüssen. An diesem Osterwochenende ist das anders. Der Coronavirus hat alles lahmgelegt. Wir blicken deswegen auf einige Ostermomente der vergangenen 30 Jahre zurück.

1990: Das eingelöste Versprechen nach der Kreismeisterschaft.

In der Kreisliga fällt an Ostern die Entscheidung. Der TSV Hagenburg wird durch einen 2:0-Erfolg gegen den TSV Steinbergen Kreismeister und steigt in den Bezirk auf. Die Tore fielen durch Karl-Heinz „Kalle“ Justkowiak und Marc Adelmann. Gleichzeitig profitiert der TSV vom Ausrutscher des Zweitplatzierten Beckedorfer SV. Der stolpert nämlich mit 1:3 bei der Reserve des VfL Bückeburg. „Kalle war ein begnadeter Fußballer“, erinnert sich der heutige TSV-Vorsitzende Dietmar Thake. „Das war damals die beste Zeit.“ Thake spielte zu dieser Zeit unter Trainer Reinhard Stemme beim ASC Pollhagen-Nordsehl und stand bereits in Kontakt zu den Hagenburgern. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich komme, wenn sie in den Bezirk aufsteigen.“ Durch die Kreismeisterschaft löste Thake sein Versprechen ein und erlebte in den darauffolgenden Jahren viele tolle Partien, darunter auch die gegen den Nachbarn SC Steinhude. „Zu den Derbys sind regelmäßig 1000 Zuschauer gekommen.“

1995: SVO hofft wieder.

Heutzutage ist der BSV Schwarz-Weiß Rehden ein gefestigter Verein in der Regionalliga-Nord. Vor 25 Jahren befand sich der BSV jedoch noch auf einer Augenhöhe mit dem SV Obernkirchen. Beide spielten in der Bezirksliga-Nord und trafen am Osterwochenende 1995 aufeinander. Am Ochsenbruch gewannen die Obernkirchener das Duell mit 3:0. Kay Molthahn, Björn König und Ludwig Castaldo sorgten für die Tore. Durch den Sieg kam der Aufsteiger bis auf zwei Punkte an das rettende Ufer ran. Der damalige Torwart Michael Scherf gehörte schon damals zum Inventar des SVO. Von 1982 bis etwa 2000 stand er bei den Bergstädtern im Tor. Danach immer mal wieder sporadisch. An das spezielle Duell gegen die Rehdener kann er sich nicht mehr erinnern („Ich habe so oft gegen Rehden gespielt“). Er ist sich aber sicher, dass nach dem Abpfiff noch nicht Schluss war: „Da haben wir mit Sicherheit noch schön einen getrunken und sind dann zum Osterfeuer.“ Der SVO muss am Ende der Saison trotzdem den Gang in die Bezirksklasse antreten. Ein 4:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den 1. FC Wunstorf reichte nicht, weil gleichzeitig der direkte Konkurrent mit 3:1 gewann. „Das ist schon bitter“, ärgert sich damals SVO-Spieler Oliver Nerge gegenüber dieser Zeitung.

2000: FC legt den Grundstein und der VfL sieht viele Osterfeuer.

Das Osterwochenende 2000 schließt der damalige Landesligist FC Stadthagen mit sechs Punkten ab. Das 3:1 beim SV Germania Grasdorf (Torschützen: Heiner Klein, Robert Scheurer, Oliver Jelinek) und der 2:0-Heimsieg gegen den HSC Hannover (Heiner Klein, Dirk Strauchmann) waren der Grundstein für den Klassenerhalt. Der damalige FC-Trainer Reinhard Stemme erinnert sich gerne zurück. „Das war eine Ausnahmemannschaft mit Ausnahmespielern. Es war wie eine Schaumburger Auswahl mit Fußballern, die schon in höheren Klassen gespielt hatten.“ Zum neuen Jahrtausend begegneten sich der FC und der VfL Bückeburg noch auf Augenhöhe. „Auch der SV Nienstädt oder der SV Obernkirchen hätten uns an einem guten Tag schlagen können.“ Der Klassenerhalt war wenig später nach einem 1:0-Sieg gegen den TSV Isernhagen in trockenen Tüchern. „Der Zeitungsbericht von damals hängt noch heute bei mir an der Wand“, erzählt Stemme. Wenige Wochen nach dem Osterwochenende 2000 traf der FC zum 50-jährigen Jubiläum auf den SV Werder Bremen. Rund 8000 Zuschauer fanden den Weg ins Jahnstadion. „Zu unseren Heimspielen kamen in der Niedersachsenliga etwa 600 Zuschauer, in der Landesliga waren es durchschnittlich noch 300. Stand aber ein Derby an, kamen auch noch mehr als 1000 Zuschauer auf den Sportplatz.“

Der VfL Bückeburg spielt zu dieser Zeit eine Liga höher. Am 41. Geburtstag von Kapitän Klaus Kramer gab es beim TuS Esens einen 3:0-Sieg (Frank Stasitzek, Björn Kriehn, Sascha Kurre) in der Niedersachsenliga. Heinz Harting hat uns damals mit seinem grün-weißen Bus durch Niedersachsen gefahren“, erinnert sich der damalige VfL-Spieler Timo Nottebrock. Nach dem Sieg ging es für die Bückeburger dann direkt zum Osterfeuer nach Bergdorf. „Ich hab noch nie so viele Osterfeuer gesehen, wie auf dieser Rückfahrt. In Friesland ist ja schließlich alles so flach.“, so Nottebrock. Häufig musste er mit seiner Mannschaft rund um Ostern zweimal ran. „Samstags haben wir oft gewonnen, montags lief es dann in der Regel nicht so gut. Das lass ich einfach mal so im Raum stehen.“ Ob die vielen Partys zur damaligen Zeit nach den Auswärtsspielen damit zu tun hatten, ist unklar. Einen „Weizenbulli“ für die Rückfahrten hat es jedoch gegeben. „Das war damals eine tolle Kameradschaft“, so Nottebrock.

2015: Niedernwöhrener verspielen die Bezirksliga.

Bis zur 81. Minute führte der TuS Niedernwöhren im Derby gegen den SV Nienstädt mit 1:0. Dann konnte TuS-Keeper Freddy Hansel einen Schuss nur abklatschen lassen und fuhr Manuel Stahlhut in die Parade. Schiedsrichter Ralf Krömer entschied auf Elfmeter, Patrick Benecke sorgte für den Ausgleich. Hansel und sein Trainer Dittmar Schönbeck waren mit der Entscheidung überhaupt nicht zufrieden und sprachen von einer klaren Schwalbe. Durch Tore von Philipp Böhning und Stahlhut siegten die Nienstädter noch mit 3:1 und sorgten am Niedernwöhrener Beerbusch für Totenstille. Am Ende der Saison sollte es für beide Teams nicht für den Klassenerhalt reichen. Auch der TSV Eintracht Exten muss als dritter Schaumburger Vertreter in die Kreisliga absteigen. Für die Nienstädter war es der Anfang vom Ende. Nach einem 11. Platz in der darauffolgenden Saison, startete die Mannschaft in der 4. Kreisklasse neu und hat sich inzwischen in die 2. Kreisklasse vorgekämpft. Die Extener und Niedernwöhrener setzten sich in der Kreisliga fest, spielen jedoch aktuell gegen den Abstieg. Sie hätten an diesem Osterwochenende wichtige Zähler Saison sammeln können.