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Frauenfußball-WM Das junge Gesicht der DFB-Elf
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11:24 19.06.2011
Das Team von Silvia Neid wird bei der WM mit acht Spielerinnen unter 24 Jahren starten. Quelle: dpa
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So viel Jugend gab es bei den ersten WM-Coups nie: Mit acht Spielerinnen unter 24 Jahren starten Deutschlands Fußball-Frauen an diesem Dienstag in Berlin ihre Mission Titelverteidigung. Während das DFB-Team bei den Testspielen bereits beeindruckende Generationen-Harmonie unter Beweis stellte, stößt Doppel-Weltmeisterin Nadine Angerer abseits des Feldes bei ihren jüngeren Teamkolleginnen manchmal auf Unverständnis. Als Kabinen-DJ legte die Torfrau früher Punk oder Ska auf - „Lira Bajramaj dachte, das wäre Techno“, erzählte die 32-Jährige schmunzelnd.

Die zwei großen Altersgruppen im Nationalteam verdeutlichen sich auch in der Anrede von Bundestrainerin Silvia Neid. Neben Angerer stehen fünf weitere “Ü 30“-Spielerinnen im Kader, die „Silv“ selbstverständlich duzen. In anderen Bereichen erkennt die Frankfurterin weitere Unterschiede zu ihren jüngeren Teamkolleginnen, die stets von „Frau Neid“ sprechen. „Die sind anders als wir, aber das ist auch gut so. Als ich angefangen habe, habe ich mich nicht so viel über die neuesten Modezeitschriften unterhalten“, charakterisierte Angerer die „super Generation“. „Das ist keine oberflächliche Generation, auch wenn sie sich schminkt.“

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Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geht am Sonntag im Auftaktspiel gegen Kanada (18.00 Uhr/ARD) zwar mit dem zweitältesten Kader seit dem ersten WM-Titel 2003 an den Start eines großen Turniers. Das Gesicht der Mannschaft ist aber trotzdem so jung wie selten zuvor. Waren in den USA vier Spielerinnen 23 Jahre oder jünger, wuchs die Gruppe beim zweiten Triumph 2007 in China auf sieben. Nun sind es acht - darunter Stammkräfte wie Mittelfeld- Antreiberin Kim Kulig (21) oder Linksverteidigerin Babett Peter (23).

Die jungen Wilden machen Druck

Und selbst die etablierten Birgit Prinz (33) und Inka Grings (32) müssen sich mittlerweile dem Druck der jungen Wilden erwehren. In den Vorbereitungsspielen agierten beide Angreiferinnen eifrig, aber meist glücklos. Die aufstrebenden Celia Okoyino da Mbabi (22) und Alexandra Popp (20) erzielten bei vier Testsiegen hingegen acht der 15 Treffer. „Es ist ein normaler Prozess in der Mannschaft, dass jüngere starke Spielerinnen nachkommen. Das ist der richtige Zeitpunkt“, sagte Rekordnationalspielerin Prinz, die nach der WM ihre DFB-Karriere beendet. „Keine Stürmerin wird 90 Minuten durchspielen, dafür sind wir zu stark besetzt. Das zählt für mich wie für jede andere auch.“

Dennoch dürfte Neid im Angriff zu Beginn auf Erfahrung setzen. In der Verteidigung stehen Verena Faißt (22) und Bianca Schmidt (21) bereit, sollte eine der Arrivierten patzen. „Der Prozess ist unauffällig, weil die jüngeren stets ihre Spielzeit bekommen“, begründete Innenverteidigerin Annike Krahn (25) die meist reibungslose Integration.

Trotz des immensen Erwartungsdrucks vor heimischem Publikum sieht auch Prinz ihre Herausforderinnen in „einer komfortablen Situation. Da kann man erst mal nur gewinnen. Wir haben viele junge Spielerinnen, die in ein Spiel so reingehen: „Hier bin ich, das mach’ ich schon“, sagte die mit 14 Treffern beste WM-Torschützin. „Wenn es nicht laufen sollte, wird sich auch nicht so auf die Jungen eingeschossen. Insofern werden sie es sehr gut hinbekommen.“

Weniger zufriedenstellend erledigte Angerer ihren Job am CD-Player. „Natzes Musikgeschmack entspricht zwei Prozent der deutschen Bevölkerung, da hat sie nicht den Punkt getroffen“, erklärte Babett Peter die Abwahl der Torfrau. Nun soll ein Programm zusammengestellt werden, bei dem sich jede Spielerin einen Titel wünschen darf - mit Rücksicht auf die Generationengerechtigkeit. „Bei den Älteren ist da dann auch schon mal ein älteres Lied dabei“, sagte Peter.

dpa

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