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Fußball-EM Fliegt Zieler am EM-Ticket vorbei?
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06:15 19.05.2012
Foto: Hannovers Liebling hebt ab: Wenn die 96-Kollegen von morgen Abend an Urlaub haben, kämpft Ron-Robert Zieler auf Sardinien um sein EM-Ticket.
Hannovers Liebling hebt ab: Wenn die 96-Kollegen von morgen Abend an Urlaub haben, kämpft Ron-Robert Zieler auf Sardinien um sein EM-Ticket. Quelle: dpa
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Seit Bundestrainer Joachim Löw erstmals und überraschend mit Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) einen vierten Torwart zu einem Trainingslager eingeladen hat, darf gerätselt werden: Wer aus dem Quartett darf nicht mit nach Polen und in die Ukraine?

Da Bayerns Manuel Neuer als Nummer 1 gesetzt ist, wird es einen aus dem Trio Zieler, ter Stegen und Tim Wiese (Werder Bremen) erwischen. In unsicheren Zeiten lösen bereits Halb- und Zwischensätze größere Wellen aus, und weil keiner genau weiß, was Löw tatsächlich vorhat, wird viel interpretiert und spekuliert. Und deshalb ist es mehr als eine Randnotiz von Sardinien, wenn Torwartcoach Andreas Köpke sich sehr angetan von den ersten Trainingseindrücken des Mönchengladbachers ter Stegen zeigt. „Man sieht schon, dass er sehr, sehr gut austrainiert ist“, sagte der Fußball-Europameister von 1996 gestern über den 20 Jahre alten Schlussmann. Mit ter Stegen habe er ein längeres Gespräch beführt, um den jungen Mann kennenzulernen. „Er ist ein Junge, der weiß, was er will“, resümierte Köpke: „Ich freue mich, dass ich ihn mal im Training sehen kann. Dann wird man sehen, was die Zukunft bringt.“

Ein reiner Schnupperkurs, wie zuerst vermutet, wird es also nicht für ter Stegen. Der Nationalmannschaftsneuling kämpft mit Wiese (30 Jahre) und Zieler (23) auf Augenhöhe bis zum Meldeschluss des Kaders am 29. Mai um die Positionen 2 und 3 hinter Neuer (26). „Die Jungs sind fit und gewillt, den Kampf anzunehmen“, erklärte Köpke. Hinter Neuer habe man „keine Rang- oder Reihenfolge festgelegt“, bekräftigte Köpke, was zumindest für Zieler, der bislang als Nummer 3 galt, keine gute Nachricht ist. „Jeder hat die Chance, in den 23-Mann-Kader zu rutschen.“

Immerhin: Der Assistent von Löw, der das letzte Wort bei der Entscheidung hat, strich auch die Verdienste von Wiese und Zieler heraus: „Sie sind schon länger dabei. Wir haben zu den Jungs volles Vertrauen.“ Das aber klang sehr diplomatisch.

Klaus Manzke