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Olympische Spiele IOC erwischt Doping-Sünder mit Verspätung
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17:00 25.07.2012
Das IOC hat eingeräumt, die Doping-Nachproben für Olympia 2004 zu spät eingeleitet zu haben. Quelle: dpa
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London

Das IOC hat seine Fehler bei der Aufarbeitung der eingefrorenen Dopingproben von Athen 2004 eingestanden. Arne Ljungqvist, der Vorsitzende der Medizinischen Kommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), gab am Mittwoch bei der 124. Vollversammlung in London zu, die Ringe-Organisation hätte die Nachuntersuchungen wesentlich früher einleiten können. Erst auf Druck der Medien hatte das IOC Mitte April, kurz vor Ablauf der Frist, doch noch nachträgliche Analysen der einbehaltenen Proben von 2004 angestellt und dabei mindestens fünf positive Proben gefunden. Gegenwärtig werden die B-Proben analysiert. Erst nach dem Ende der London-Spiele ist mit Ergebnissen zu rechnen.

„Die eingefrorenen Proben sollten abschreckende Wirkung haben, aber wenn wir sie nicht untersuchen, haben sich auch keine abschreckende Wirkung“, kritisierte IOC-Spitzenfunktionär Dick Pound, von 1999 bis 2007 Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Diese Nachlässigkeit der Ringe-Organisation bereite ihm Sorgen und habe in der Öffentlichkeit ein sehr schlechtes Bild abgegeben, schimpfte der Kanadier am Mittwoch.

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Nach IOC-Regeln sind Nachuntersuchungen der Dopingproben bis zu acht Jahre nach den Spielen erlaubt, um sie im Nachhinein noch für mögliche Bestrafungen heranzuziehen. Diese Acht-Jahres-Frist für die Kontrollen von Athen endet am 29. August. „Wenn wir unsere Null-Toleranz-Politik wirklich leben wollen, sollten wir in Zukunft die Tests auch untersuchen“, erklärte Pound. Die Medizinische Kommission im IOC hatte Mitte April angekündigt, etwa 100 der knapp 3000 Kontrollen von Athen mit neuen Nachweismethoden noch einmal analysieren zu lassen.

Ljungqvist begründete die zögerliche Einstellung damit, dass bei der Ringe-Organisation keine Informationen über Substanzen vorlagen, die damals noch nicht gefunden werden konnten. „Dies ist eine gute Lektion“, räumte Ljungqvist jetzt ein. In Zusammenarbeit mit der WADA will das IOC verbindliche Vorschriften für den Umgang mit Nachtests von olympischen Dopingproben vorantreiben. Seit 2004 sei viel Geld in die Verbesserung der Tests gesteckt worden, deshalb würden spätere Analysen Sinn machen, so WADA-Generaldirektor David Howman.

Nachuntersuchungen der Proben von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, vor allem auf den Wirkstoff CERA, eine neue Version des Blutdopingmittels EPO in der dritten Generation, blieben ohne Folgen. Bei Nachkontrollen der Pekinger Dopingproben von 2008 wurden allerdings gleich sechs Athleten positiv auf Doping getestet.

dpa

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